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Cruciger, Caspar d.Ä.

GND: 118670646

Geboren am 1. Januar 1504 in Leipzig, erhielt C. eine gründliche humanistische Ausbildung, zunächst privat durch Georg Helt und Caspar Börner, dann an der Universität Leipzig, wo er sich am 19. Oktober 1513 immatrikulierte, durch Richard Krok und Petrus Mosellanus. Am 13. April 1523 schrieb sich C. in Wittenberg ein, nahm dann aber im Frühjahr 1525 eine Stelle als Prediger und Rektor der neuen evangelischen Stadtschule in Magdeburg an, nachdem er im Sommer 1524 die ehemalige Nonne und spätere Liederdichterin Elisabeth von Meseritz geheiratet hatte. 1528 wurde er nach Wittenberg zurückberufen, um dort zunächst als Prediger und Mitglied der philosophischen Fakultät die Wittenberger Theologen zu unterstützen und sie in deren Abwesenheit zu vertreten. Am 16./17. Juni 1533 wurde C. zum Doktor der Theologie promoviert und zugleich Mitglied der theologischen Fakultät. 1536 rief C. den ersten Streit über die Rechtfertigungslehre hervor, als er in einer Vorlesung über das Johannesevangelium Melanchthons Sätze von der Notwendigkeit der Reue und der guten Werke als condititiones sine quibus non vortrug und sich dadurch die Kritik des Konrad Cordatus (1476–1546) zuzog. Im Sommer 1539 führte C. zusammen mit Friedrich Myconius (1491–1546) die Reformation seiner Heimatstadt Leipzig durch. Seine Berufung an die Universität Leipzig wurde durch einen Einspruch Luthers verhindert. So blieb C. Professor an der Universität Wittenberg, wo er im SS 1533 und im WS 1538/39; 1542/43 das Rektorat übernahm. Auf den Religionsgesprächen in Hagenau, Worms und Regensburg in den Jahren 1540/41 vertrat er zusammen mit Melanchthon die Wittenberger Fakultät. Nach der Katastrophe des verlorenen Schmalkaldischen Krieges bemühte C. sich zusammen mit Melanchthon um die Erhaltung der Universität Wittenberg. Er starb am 16. November 1548 mitten in den Kämpfen um die Vorbereitung des Leipziger Interims. In der Adiaphorafrage stand C. auf Seiten Melanchthons.

TRE 8, 238–240

Quellen

1548
Wie man Sündenvergebung erlangt und gerecht wird; C 5839  (Autor)
1549
Enarratio Symboli Niceni; C 5845  (Autor)
1557
Epitomae trimembris theologiae Lutheri; S 8599  (Drucker)
Historia et apologia utriusque partis; S 8585  (Drucker)
1559
Libelli aliquot utiles; M 3085  (Herausgeber)

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Zitierhinweis

Cruciger, Caspar d.Ä., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/b763f4fb-4f88-4bbd-b3cc-8a9412226445>. (Zugriff am 22.04.2019)

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