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Dietrich, Veit

GND: 118671928

lutherischer Theologe. Am 8. Dezember 1506 in Nürnberg als Sohn armer Handwerksleute geboren, besuchte D., durch die finanzielle Förderung Lazarus Spenglers ermöglicht, die dortigen Gelehrtenschulen. Im März 1522 nahm er zusammen mit einem Sohn des Nürnberger Theologen sein Studium an der Universität Wittenberg auf. 1528 wurde D. als Haus- und Tischgenosse Luthers dessen vertrauter Sekretär. In dieser Funktion begleitete er den Wittenberger Reformator 1529 zum Marburger Religionsgespräch und 1530 auf die Veste Coburg. Im November 1529 erlangte D. den Grad eines Magister artium. 1533 hatte er das Amt des Dekans der Artistenfakultät inne. Im November 1535 brach D. nach Tübingen auf, um dort eine Lehrstelle anzunehmen. Doch bei seiner Reise über Nürnberg wurde er dort mit dem Angebot einer Predigerstelle an St. Sebald, die er am 14. Dezember 1535 antrat, festgehalten. Seine Hochzeit mit einer Nürnbergerin rundete die Bindung an die Heimatstadt ab. Im Februar 1537 nahmen Osiander und D. im Auftrag des Nürnberger Rates am Schmalkaldener Bundestag teil. 1546 ist D. auf dem Religionsgespräch in Regensburg zu finden. 1547 wurde D. kurzzeitig von seinem Amt suspendiert aufgrund seiner anhaltenden Kritik an der religionspolitischen Nachgiebigkeit des Nürnberger Rates gegenüber dem Diktat des kaiserlichen Interims. D. starb am 25. März 1549 in Nürnberg und wurde auf dem Johanniskirchhof in Nürnberg begraben. D. gab Luthers Tischreden, Hauspredigten und Vorlesungsmitschriften heraus, nahm dabei teilweise jedoch massive Bearbeitungen vor, die auch auf Widerspruch Luthers trafen.

RE3, 653–658

RGG4 2, 848

Quellen

1560
Gründlicher Unterricht vom Nachtmahl unseres Herrn Jesu Christi; ZV 4551  (Autor)
1570
Flacius, Glossa compendiaria; B 4214  (Drucker)

Zitierhinweis

Dietrich, Veit, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/c453c73a-5ae3-4b0c-9122-eb2db37989dd>. (Zugriff am 27.09.2020)

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