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Gribaldi, Matteo

GND: 131749056

Antitrinitarier. Als Rechtsgelehrter in Padua besuchte G. oft die Stadt Genf und seine in der Nähe liegende Herrschaft Farges. Als er im September 1554 in der italienischen Gemeinde Genfs seine antitrinitarischen Überzeugungen kundtat, musste er bald darauf aufgrund des Verdachtes der Ketzerei die Stadt Padua verlassen. Bald darauf verschaffte Pietro Paolo VERGERIO ihm einen Ruf nach Tübingen als Rechtsgelehrter. Vor seiner Abreise nach Tübingen besuchte G. CALVIN in Genf, wurde jedoch der Stadt verwiesen. BULLINGER, mit dem er auf seiner Reise nach Tübingen zusammentraf, billigte ein Glaubensbekenntnis, das er ihm vorlegte, wurde aber bald darauf durch Theodor BEZA umgestimmt. Aufgrund seines Antitrinitarismus konnte er sich nicht lange in Tübingen halten und kehrte heimlich nach Farges zurück. Nach längeren Verhandlungen erlaubte ihm der Rat von Farges aufgrund eines geschickt formulierten Glaubensbekenntnisses den Aufenthalt in der Stadt. G. wirkte von dort aus als einflussreicher Antitrinitarier. Der führende polnische Antitrinitarier und Täufer Petrus GONESIUS verteidigte bereits auf der reformierten Synode zu Secemin am 2.1.1556 die Glaubenssätze G.s. Giovanni Valentino GENTILIS, der sich in Genf der italienischen Flüchtlingsgemeinde angeschlossen hatte und unter dem Einfluß G.s Antitrinitarier geworden war, fand 1558 auf seiner Flucht aus Genf und 1566 nach seiner Vertreibung aus Polen Zuflucht in Farges. Im September 1564 starb G. an der Pest.

RE 7, 159–160

Ernesto Codignola, Enciclopedia biografica e bibliografica „Italiana“. Ser. 38: Pedagogisti ed educatori, Mailand 1939.

Quellen

1548
Historia de quodam quem hostes Evangelii coegerunt; G 3301  (Autor)
Historia de quodam, quem hostes evangelii in Italia coegerunt abiicere agnitam veritatem, dt.; G 3303  (Autor)
Historia von einem Doctor in Italia; Historia de quodam, quem hostes evangelij in Italia coegerunt abiicere agnitam veritatem <dt.>; G 3304  (Autor)

Zitierhinweis

Gribaldi, Matteo, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/b84db9de-2895-465a-b46c-e1a49a4a3f40>. (Zugriff am 24.01.2022)

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