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Latomus, Bartholomaeus

GND: 123880645

altgläubiger Humanist. 1485 in Arlon in der Provinz Luxemburg (Belgien) als Bartholomäus Heinrici geboren, immatrikulierte sich L. nach dem Schulbesuch in seiner Vaterstadt am 10. März 1516 an der Universität Freiburg. Am 28. September 1516 erreichte er den akademischen Grad eines Baccalaureus. Am 31. Oktober 1517 wurde L. Magister artium, um am 13. Januar 1518 die Lehrtätigkeit an der Universität aufzunehmen. 1520 Mitglied in der Freiburger Burse geworden, begleitete L. Erasmus 1521 auf einer Reise ins Elsass. Im September 1522 hielt sich L. in Trier auf und wurde wenig später Lehrer der Dialektik und Rhetorik in Köln. Am 31. Juli 1530 nahm er die Lehrtätigkeit am Collegium trium linguarum in Leiden auf, folgte kurz darauf aber einem Ruf an die Trierer Hochschule. 1531 wurde er Lehrer für Beredsamkeit am Collegium S. Barbarae in Paris. Am 24. Juni 1533 schrieb L. einen freundschaftlichen Brief an Philipp Melanchthon, doch wurde er kein Anhänger der Reformation. Anfang 1534 übernahm L. den Lehrstuhl der Eloquenz des durch Franz I. gegründeten Collège royal. 1539 reiste er nach Italien und wurde dort nach einem kurzen Aufenthalt in Venedig in Bologna zum Dr. jur. promoviert. Im Frühjahr 1540 erreichte L. Rom und machte auf der Rückreise Station in Straßburg, wo er freundschaftlich von Bucer aufgenommen wurde. Im selben Jahr nahm er am Hagenauer Religionsgespräch teil. 1542 wurde er durch den Kurfürsten von Trier zum kurfürstlichen Rat mit Wohnsitz in Koblenz ernannt. L. nahm an den Religionsgesprächen in Regensburg (1546) und Worms (1557) teil. Der Kurfürst Jakob von Etz machte den Hochbetagten 1569 zum ersten Beisitzer seines Gerichtshofes. Doch starb L. bereits am 3. Januar 1570 in Koblenz.

RE 11, 300–302

RGG3 4, 239

Quellen

1556
Spaltung der Augsburgischen Konfession; L 636  (Autor)
1557
Breuis ac perspicua Refutatio; D 262  (Gegner)
Compendiosa et diserta responsio; D 264  (Gegner)
1559
Ad Bartholomaei Latomi rhetoris calvmnias; D 260  (Gegner)

Zitierhinweis

Latomus, Bartholomaeus, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a473b4e0-dc2a-4dc5-a8b0-ad754b6d5ea6>. (Zugriff am 28.03.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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