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Mörlin, Maximilian

GND: 12239366X

geb. 14.10.1516 in Wittenberg, gest. 20.4.1584 in Coburg, lutherischer Theologe

Geboren als jüngerer Bruder von Joachim Moerlin und Sohn des Wittenberger Dozenten Jodocus M., studierte M. in Wittenberg, übernahm verschiedene Predigerstellen in Sachsen und Franken und wurde 1544 Hofprediger in Coburg. 1546 wurde er von Caspar Cruciger zum Doktor theol. promoviert. Anschließend ernannte ihn Herzog Johann Ernst von Coburg zum Superintendenten. Im Streit um das Interim schloss er sich Matthias Flacius an. Wie sein Bruder Joachim beteiligte sich M. an der Auseinandersetzung mit Andreas Osiander, verfasste eine Streitschrift gegen ihn und unterzeichnete die „Censurae der fürstlich-sächsischen Theologen“. Auf der Synode in Eisenach trat er an der Seite Nikolaus von Amsdorfs gegen Justus Menius auf. Als einer der sächsischen Vertreter nahm er am Wormser Kolloquium teil und unterstützte dort Flacius. Gemeinsam mit Simon Musäus und Johann Stössel arbeitete er 1557/58 das Konfutationsbuch aus, das von Johann Friedrich dem Mittleren für seine Landeskirche eingeführt wurde. Als Opponent von Pierre Bouquin trat M. neben Stössel 1560 bei dem Heidelberger Abendmahlsgespräch an, ohne, wie von seinem Landesherrn erhofft, Kurfürst Friedrich III. überzeugen zu können. Auf der Synode in Weimar im August 1560 brach M. mit Flacius über dessen Auffassungen zur Erbsünde. Als Mitglied des Konsistoriums in Weimar bekämpfte er die Flacianer und billigte die Declaratio Victorini. Als Vizedekan der Universität Jena promovierte M. Stössel zum Doctor theol. Nach dem Sturz Herzog Johann Friedrichs in den „Grumbachschen Händeln“ wurde M. unter dessen flacianischen Bruder Johann Wilhelm 1569 seines Amtes entsetzt. M. wurde Hofprediger in Nassau-Dillenburg, geriet hier aber mit den reformierten Sympathien Graf Johanns und mit Eobanus Geldenhauer aneinander. 1572/73 konnte er nach Fürsprache des inhaftierten Johann Friedrichs nach Coburg zurückkehren. Als Johann Wilhelm 1573 starb und der Kurfürst August von Sachsen die Regentschaft übernahm, wurde M. wieder in seine früheren Ämter eingesetzt, die Flacianer unter der Leitung von Musäus mussten das Land verlassen. Als Visitator hat M. an der Vertreibung aller des Flacianismus Verdächtigen mitgewirkt. An der Entstehung der FC war M. 1576 durch die Teilnahme an den Konventen von Lichtenberg und Torgau beteiligt. Nach 1577 betrieb er die Annahme der FC. M. starb 1584 und hinterließ 12 Kinder.

ADB, NDB, RE, RGG3, RGG4

Deutsches Biographisches Archiv (DBA): I 852,220-222;II 904,266-269;III 638,17-18

Zitierhinweis

Mörlin, Maximilian, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d0d76a72-38bb-419a-83ba-a2ba46aca4fd>. (Zugriff am 15.08.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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