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Osiander, Lukas

GND: 11955111X

lutherischer Theologe. Am 15. Dezember 1534 in Nürnberg geboren, besuchte Lukas Osiander d.Ä. zunächst die dortigen Schulen, bevor er mit seinem Vater Andreas Osiander 1548 nach Königsberg wechselte. Seine Studien waren noch nicht beendet, als sein Vater am 17. Oktober 1552 verstarb. Mit der finanziellen Unterstützung des preußischen Herzogs Albrecht vollendete Osiander seine theologischen Studien in Königsberg und Tübingen, wo er 1553 immatrikuliert wurde. 1555 wurde er erster Diakonus (Stadtpfarrer) in Göppingen und damit Kollege Jakob Andreaes. 1558 übernahm er die Pfarrstelle und Superintendentur in Blaubeuren, bevor er 1563 in das Amt des Superintendenten an St. Leonhard in Stuttgart wechselte. 1564 nahm er an dem Maulbronner Religionsgespräch zwischen Württemberger und pfälzischen Theologen teil. 1569 wurde er Hofprediger und Konsistorialrat, wobei ihm der Unterricht des noch minderjährigen Herzogs Ludwig aufgetragen wurde. Als solcher wirkte er mit an der Erstellung der Maulbronner Formel und der Württemberger Redaktion des Torgischen Buches im September 1576. Im Jahr 1577 war Osiander an der Korrespondenz zwischen Andreae und dem Konstantinopeler Patriarchen Jeremias beteiligt. Nach Erscheinen der Konkordienformel im Druck erstellten Osiander und Jakob Heerbrand die offizielle lateinische Übersetzung der „Epitome“ und „Solida declaratio“ der Formula Concordiae. 1582 nahm er am Augsburger Reichstag teil, reiste 1583 nach Bonn, um dem Erzbischof Gebhard von Köln bei der Einführung der Reformation zu helfen und schrieb im selben Jahr ein Gutachten über die Einführung des Gregorianischen Kalenders. Im selben Jahr wurde er in Tübingen zum Dr. theol. promoviert. 1586 nahm er am Mömpelgarder, 1594 am Regensburger Religionsgespräch teil. 1596 wurde O. zum Prälat von Adelberg ernannt. Im selben Jahr wurde Osiander Abt des evangelischen Klosters Adelberg. 1599 verlor er seine Stelle und ging als Oberprediger nach Esslingen, wurde aber nach einem Jahr zurückberufen auf seine alte Stelle. Am 17. September 1604 starb Osiander nach einer schweren Erkrankung. Durch die Kinder aus seinen beiden Ehen wurde Osiander Stammvater einer bedeutenden, über eineinhalb Jahrhunderte einflussreichen Württemberger Theologenfamilie.

RE 14, 509–512

BBKL 6, 1299–1304.

Quellen

1571
Osiander, Stellungnahme zum Consensus Dresdensis; O 1183  (Autor)

Zitierhinweis

Osiander, Lukas, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/e94f56c0-bdad-4cef-8fab-ab3c80d8178e>. (Zugriff am 03.06.2020)

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