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Stigel, Johannes

GND: 104318864

geb. 13.5.1515 in Gotha, gest. 11.2.1562 in Jena, ev. Humanist und Dichter

Nach erster Schulbildung in seiner Heimatstadt studierte er ab dem 15.10.1531 in Wittenberg zunächst die alten Sprachen. Bei einer Reise mit Philipp Melanchthon nach Erfurt lernte S. 1534 Eobanus Hessus kennen. Auf Rat Melanchthons studierte er nicht Jura, sondern Medizin, Astronomie und Physik. Schon bald wurde er durch erste Gedichte bekannt, in denen er auch aktuelle Ereignisse und Erlebnisse festhielt (Konvent von Schmalkalden, Reise zu Henry VIII.). 1541 nahm er am Reichstag in Regensburg teil und verfasste ein panegyrisches Gedicht auf Karl V., das ihm den Titel eines poeta laureatus eintrug. Zurück in Wittenberg bewarb er sich um eine Professur für Poetik und erwarb 1542 den Magistergrad. Nach der Aufnahme in die Fakultät 1543 heiratete er 1544. Auf Luthers Tod verfasste er ein Trauergedicht. Den Krieg verbrachte er in Weimar; im Herbst 1547 erhielt er neben Viktorin Strigel den Auftrag, in Jena das Gymnasium aufzubauen, das die Grundlage für die neue Universität bilden sollte. Die Gedichte der Zeit spiegeln wiederum die Ereignisse, Trauer über den Ausgang des Kriegs, Zorn über Johannes Agricola und seine Beteiligung am Interim, Freude über die Freilassung Johann Friedrichs und Trauer über dessen baldigen Tod. Zur Einweihung der Universität Jena am 2.2.1558 hielt S. die Festrede. Besonders nach Eintreffen Matthias Flacius’ in Jena geriet St. zwischen die Lager von Philippisten und Flacianern; in seiner vorsichtigen Zurückhaltung während der Kontroversen machte er sich beiden Seiten verdächtig. Bald nach der Vertreibung der Flacianer von der Universität starb St. am 11. Februar 1562.

ADB, RE, RGG3, RGG4, BBKL

Deutsches Biographisches Archiv (DBA): I 1228,217-220;II 1267,410-416;III 887,399-403

Biographisches Archiv der Antike (BAA): 497,420

Quellen

1554
Carmen contionis Ioelis de persecutione; S 9077  (Autor, Autor des Vorwortes)

Zitierhinweis

Stigel, Johannes, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fb8c62d9-627a-463c-83e0-27821013c4a6>. (Zugriff am 07.06.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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