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Andreae, Epistola ad Matthiam Flaccium Illyricum de controversia in articulo de peccato originis <dt.> (VD16: A 2622)

Andreae, Jakob (auf Titel)

Epistola ad Illyricum
verteutscht.
Ein Sendbrieff
D. Jacobi Andree / an M. Matthi=
am Flaccium Illyricum /
Von der Erbsünde.
In wölcher der gantz Handel einfaltig / klar
vnnd deutlich / auch für den gemeinen Layen erkläret /
vnd ein kurtzer richtiger weg angezeigt / wie
ohne nachtheil der Göttlichen war=
heit diser laidig Streit mö=
ge auffgehaben wer=
den.
Getruckt zu Tübingen / durch Georg
Gruppenbach. 1574.

Gegner:
Flacius, Matthias (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Tübingen (auf Titel)
Drucker
Gruppenbach, Georg (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1574 (auf Titel)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt
Umfang und Format
22 Blatt 4°
VD 16-Nummer
A 2622
Bestandsnachweis HAB
90.5 Theol. (6)
Weitere Exemplare
335.5 Theol. (3)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Erbsündenstreit
Kommentar
Mit diesem Druck antwortet Andreae auf die 1574 durch Flacius veröffentlichte Schrift „triplex consensus“, in der er behauptet hatte, einen Konsens mit Andreae bei dessen Besuch in Straßburg erreicht zu haben. Dieser behauptete Konsens bestehe solange nicht, wie Flacius behaupte, dass die Erbsünde identisch sei mit dem Herz des Menschen. Andreaes Position in dieser Frage ist es, dass die Erbsünde etwas in den menschlichen Herzen sei, das den Menschen zum Bild und Kind des Teufels mache. Die Position, dass die Erbsünde identisch sei mit dem Wesen des menschlichen Herzens und ganz und gar nichts außer der Substanz der menschlichen Natur, nicht teilen. „Dann das wesen deß Hertzen ist von Gott erschaffen / vnnd der vrsach / zwischen demselben vnnd der Erbsünde ein so grosser vnderscheid / so groß der vnderscheid ist zwischen Gottes werck vnd deß Teüffls werck.“, A 3r. Gott sei und bleibe der alleinige Schöpfer aller Menschen auch nach dem Fall. Wie die Erbsünde den Teufel zur Ursache habe, so das menschliche Wesen und Natur Gott. Aber die Erbsünde regiere den ganzen Menschen mit Haut, Haar und Seele. Doch sei der Mensch kein Geschöpf des Teufels. Seit dem Fall schaffe Gott den Menschen mit einer verderbten Natur. Aus diesem Grund seien alle Menschen Sünder von Kindesbeinen an. Die menschliche Natur habe ihren Ursprung im Schöpfungswerk Gottes, während die Verderbung der Natur den Teufel als Ursache habe. Ein Hauptmotiv für seine Erbsündenlehre bestehe für Flacius darin, dass der Mensch verantwortlich für seine Sünden bleiben müsse. Verstehe man nun nach Flacius die Erbsünde als Akzidenz, so sündige die Sünde im Menschen, nicht der Mensch selber. Aus diesem Grund vertrete Flacius die Position, dass der Mensch selber identisch sei mit seiner Sünde. Die Werke der Sünde werden nun auch nach Andreae der Natur, dem Wesen und der Substanz des sündigen Menschen zugeschrieben. Aber das Herz des Menschen werde Brunnen aller Sünden genannt, weil die Sünde in ihm wohne, nicht aber weil es selber identisch sei mit der Sünde. Christus habe keine Sünde in sich gehabt, obwohl er seine Substanz aus der menschlichen Substanz gewählt habe. Die Unterscheidung zwischen Natur und Sünde ist daher statthaft. Gott sei kein Urheber der Sünde. Der Ursprung des Menschen sei gut und bei Gott, seine tatsächliche Verfasstheit indessen durch die sündige Verderbung des Teufels gekennzeichnet. Auch die Gegner des flacianischen Konzepts nähmen die Sünde ernst und seien mitnichten als Pelagianer oder Papisten mit Recht zu bezeichnen. Sollte kein Unterschied zwischen der menschlichen Natur und der Erbsünde gesetzt werden, so ergäben sich folgende Irrlehren: Der Mensch müsse als Geschöpf des Teufels bezeichnet werden oder Gott ein Erschaffer der Sünde sein. Wenn Christus das sündige Fleisch angenommen habe, so sei er selbst zum Sünder geworden und könne den Menschen nicht erlösen. Alternativ dazu könne man noch die Annahme eines nicht mit den Menschen wesensgleichen Fleisches vertreten. Das Sitzen Christi im Fleisch der Menschen zur Rechten Gottes als Unterpfand verlöre damit seinen Sinn. Die Auferstehung der Menschen würde fraglich werden, da die Sünde zusammen mit der menschlichen Natur wieder auferstehen und nicht im Grab verderben würde

Zitierhinweis

Andreae, Epistola ad Matthiam Flaccium Illyricum de controversia in articulo de peccato originis <dt.>, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/bdcf91d9-fa7a-4fe3-88cb-cf00847b80f9>. (Zugriff am 21.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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