Bibliographie/Quellen

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Jena, Stellungnahme zu einem Vergleich (VD16: B 1462)

Theologische Fakultät Jena (auf Titel)

Bedencken
Vnnd Erinnerung
auff einen vorschlag einer Conci=
liation / in den streittigen Re=
ligions sachen.
Durch
Die Theologen zu Jhena gestellet.
Gedruckt zu Jhena / durch
Christian Rödinger.
M. D. LXIX.

Gegner:
Andreae, Jakob (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Jena (auf Titel)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1569 (auf Titel)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt
Umfang und Format
31 Bl. 4°
VD 16-Nummer
B 1462
Bestandsnachweis HAB
J 11. (16). 4° Helmst.
Weitere Exemplare
S 71 aa. 4° Helmst. (5); 148 Theol. (4); 181.7 Theol. (6); 393.10 Theol. (11); H 144.4º Helmst. (8); S 71aa.4º Helmst. (5)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Allgemeiner Druck
Kommentar
Mit diesem Druck nehmen die Mitglieder der theologischen Fakultät Jena, Johannes Wigand, Tilemann Heshusen, Johann Friedrich Coelestin, Timotheus Kirchner, Stellung zu den fünf Unionsartikeln Jakob Andreaes. Ihre Schrift zerfällt in drei Teile: I. Über richtige und falsche Religionsvereinigung. II. Über die Unionsartikel Jakob Andreaes allgemein III. Über die Unionsartikel im Besonderen. I. Die göttliche Wahrheit baue die Kirche Gottes, während der theologische Irrtum die Kapelle des Satans stärke. Um die Wahrheit zu erhalten, sei die Verwerfung der Irrlehre unumgänglich. Einigungsformeln, die allgemein gehalten sind, keine Position ausdrücklich verteidigen und verdammen und so nach beiden Seiten interpretierbar sind, seien so abzulehnen. II. Die Unionsartikel Andreaes seien schlecht gearbeitet, enthielten keine ausdrücklichen Verwerfungen. Der Schwabe habe mit ihnen seine Unkenntnis über die miteinander im Streit liegenden Positionen bewiesen. III. Die vier Jenaer kritisieren an den Unionsartikeln vor allem das Fehlen einer ausdrücklichen Verwerfung der Irrlehren. So sei im Artikel von der Rechtfertigung des Glaubens die Antithesis zu schwach und allgemein gehalten. Folgende Irrtümer würden nicht erwähnt: Dass man fürnemlich durch den Glauben gerecht werde, dass man imputatione und inchoatione zugleich vor Gott gerecht werde, dass man ohne Werke vor Gott gerecht, aber nicht ohne Werke selig werde, dass die guten Werken beim Akt der Rechtfertigung beteiligt sein müssten, sowie die Einschränkung der reformatorischen Formulierung sola fide. Im Artikel von den guten Werken fehle die Verwerfung folgender Irrtümer Majors: Dass gute Werke zur Seligkeit nötig seien, dass es unmöglich sei, ohne gute Werke gerecht und selig zu werden, dass niemand ohne gute Werke gerecht und selig geworden sei, dass das ewige Leben für gute Werke gegeben werde, dass das hochzeitliche Kleid den Glauben und die guten Werke bedeute, dass die guten Werke ein Teil der Seligkeit seien oder die Seligkeit erhielten. Im Artikel vom freien Willen müssten die folgenden Irrtümer Pfeffingers und anderer Theologen ergänzt werden: Der natürliche menschliche Wille habe die Möglichkeit dem göttlichen Wort zuzustimmen und ja zu sagen, anstatt sich pure passive zu verhalten. Der Mensch könne die Gnade ablehnen und annehmen. Die drei Elemente der Bekehrung: Heiliger Geist, Wort Gottes und natürlicher, zustimmender Wille, die Lehre vom göttlichen Gebwerk und menschlichen Nehmwerk. In dem Artikel von den Adiaphora fehlen die folgenden Irrlehren: Die Position, dass je näher man dem Papst komme, desto besser sei es. Die päpstlichen Bischöfe sollen die Jurisdiktion auch bei evangelischen Predigern behalten, die Prediger auswählen und die Inspektionen der Kirche vornehmen, die Wiedereinführung der lateinischen Gesänge, der äußeren Form der Messe mit dem Confiteor und anderen Dingen, etliche Feiertage, darunter auch Allerheiligen, die Wiedereinführung der Firmung und letzten Ölung doch ohne die abergläubische Weihe. Die im "Leipziger Interim" enthaltenen Irrlehren, gute Werke seien nötig zur Seligkeit, die Rechtfertigung vornehmlich durch den Glauben, der Synergismus. Den Artikel vom heiligen Abendmahl könnten auch Sakramentierer unterschreiben. Die Antithesis müsste ergänzt werden durch folgende Irrlehren: Zwinglis Lehre vom bloßen Zeichen im Abendmahl, Calvins Lehre von der lokalen Entfernung der menschlichen Natur Christi von den irdischen Abendmahlsfeiern, seine Ablehnung der manducatio oralis und seine Lehre vom Empfang mit dem Glauben, Ebers Lehre, dass die Gottlosen nur Brot und Wein, nicht aber auch Leib und Blut Christi empfingen. Andreaes Konkordienwerk stimme nicht mit der Schrift überein. So sehr die Einigkeit innerhalb der lutherischen Kirche zu wünschen sei, so müsste dafür doch gründlicher und wahrheitsliebender gearbeitet werde.

Zitierhinweis

Jena, Stellungnahme zu einem Vergleich, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/db7ef1c3-e358-4e5e-a386-45f83ba746e1>. (Zugriff am 15.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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