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Flacius, Verantwortung (VD16: F 1279)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Bericht vnd Verant=
wortung Matthiae Flacij Illy=
rici / von seinem Christlichen schrei=
ben vnd fürnemen / wider etlicher
Misgönner / vnwarhafftige fürge=
ben vnd verleumbdungen / so new=
lich auffs vnuerschemptest
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den sein.
Anno. 1570.

Druck

Erscheinungsort
Oberursel/Taunus (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Henricus, Nikolaus (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1570 (auf Titel)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt
Umfang und Format
10 Blatt 8°
VD 16-Nummer
F 1279
Bestandsnachweis HAB
202.55 Quod. (10)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Allgemeiner Druck
Kommentar
In diesem Druck verteidigt sich Matthias Flacius Illyricus gegen zahlreiche Anschuldigungen von verschiedener Seite, die gegen ihn erhoben worden waren. So sei er der antinomistischen und schwenckfeldianischen Ketzerei beschuldigt worden. Auf diese Vorwürfe habe indes schon Andreas Fabricius geantwortet (F 261), auf dessen Schrift sich Flacius beruft. Andere behaupteten, er sei in politische Angelegenheiten wie die Grumbachschen Händel verwickelt gewesen und aus diesen Gründen auch aus den herzoglich-sächsischen Gebieten verbannt worden. Diese Anschuldigungen seien unhaltbar. Flacius besitze noch seine Entlassungsurkunde, aus der klar hervorgehe, dass er aus dem Dienst entlassen, nicht aber aus dem Lande verbannt worden sei. Den Vorwurf, er habe mit seiner Kritik am Interim dem Kurfürstentum Sachsen schaden wollen, weist Flacius zurück durch den Hinweis darauf, dass er niemals eine Person oder einen Fürsten mit Namen angegriffen habe. So habe auch Herzog Moritz im Vertrag nach der Magdeburger Belagerung bezeugt, dass er keine persönliche Auseinandersetzung mit Flacius und Gallus gehabt habe. Flacius habe Melanchthon persönlich darum gebeten, mit den Kompromissen in den Adiaphora aufzuhören. Seine Kritik sei stets sachzentriert und niemals personenzentriert gewesen. Wenn er wirklich allein darauf aus gewesen wäre, gegen die Wittenberger zu schreiben, so hätte er es auch mit Osiander und Schwenckfeld halten müssen. Wenn die theologischen Auseinandersetzungen eine Fehde zwischen ihm und dem Kurfürsten und seinen Theologen gewesen wären, dann hätte ihn der Herzog behalten, als der Streit am größten war. Da dies nicht der Fall gewesen sei, könne dieser Vorwurf als widerlegt gelten. Seit fast 20 Jahren habe er fast ausschließlich Ablehnung und Beschimpfungen erfahren und lebe nun mit seiner Familie im Exil. Wäre er nun wirklich nur am Weltlichen interessiert, so hätte er schon längst damit aufgehört, für die Wahrheit zu kämpfen. Auch der Vorwurf, Flacius habe die Schriften Melanchthons allesamt verbrennen und vernichten wollen und habe geratschlagt, wie er zu töten sei, sei eine Lüge. Er habe lediglich die Position vertreten, dass es der Lehre Luthers und auch Melanchthons zuwider sei, alle Menschen auf das Corpus Doctrinae Philippicum zu verpflichten. Richtschnur in theologischen Fragen sei allein das Wort Gottes, niemals aber menschliche Auslegungen.

Zitierhinweis

Flacius, Verantwortung, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fbb7b2a4-1252-4e09-a408-157be0d733ad>. (Zugriff am 28.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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