Bibliographie/Quellen

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Spangenberg, Bericht von der Weimarer Predigt Andreaes (VD16: S 7715)

Spangenberg, Cyriakus (auf Titel)

Von der
Weimarischen Pre=
digte: so daselbst D. Jacob Andree /
am 25. Sontag nach Trinitatis /
Anno 1577. gethan.
BERICHT
M. Ciriaci Spangenbergs.
LVTH. Kirchenpostill. Dom. 10. Trin.
Daher kompt aller jammer vnd Hertzeleid / Wenn
man den rechten Gottesdienst zustöret / vnd den
Namen Gottes so schendet / so man zum schein
fürwendet.
Anno 1578.

Gegner:
Andreae, Jakob (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Eisleben (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Petri, Andreas (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1578 (auf Titel)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt
Umfang und Format
36 Blatt 4°
VD 16-Nummer
S 7715
Bestandsnachweis HAB
500 Theol. (14)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Erbsündenstreit
Kommentar
Am 9. September 1577 fand ein Gespräch über die Erbsünde zwischen Jakob Andreae und Cyriakus Spangenberg in Sangerhausen statt. Der Mitverfasser der FC forderte in dieser Unterredung den Flacianer auf, seine Sicht, dass die Erbsünde die Substanz des Menschen ausmache, aufzugeben. Von Graf Vollrad von Mansfeld aufgefordert, seine Argumentation schriftlich vorzulegen, habe Andreae dies zugesagt. Da aber bis zu diesem Zeitpunkt die schriftliche Darstellung fehle und Andreae mittlerweile in einer Predigt, die er am 25. Sonntag nach Trinitatis, den 24. November 1577 in Weimar gehalten habe, zu diesem Thema erneut Stellung bezogen und seine Position mit der Veröffentlichung dieser Predigt (A 2518) erneut bekräftigt habe, könne Spangenberg nicht schweigen und veröffentliche aus diesen Gründen diese Schrift. Andreae habe in seiner Predigt die Lehren des Gabriel Biel aufnehmend, die Erbsünde als separabile natura bezeichnet. Er habe Flacius angegriffen, obwohl dieser doch nur an der Lehre Luthers festgehalten habe, dass die Erbsünde identisch mit der menschlichen Natur und der Mensch selbst die Sünde sei. Die menschliche Natur an sich ist gut und ein Geschöpf Gottes. Aber man soll mit dieser Feststellung nicht die Erbsünde gering machen. Die Scholastiker hätten mit ihrer Erbsündenlehre das Evangelium zugrunde gerichtet. Nicht etwas im Menschen, sondern der ganze Mensch als Person und Wesen sei vor Gott ein Sünder. Die akzidentianische Scheidung zwischen Gottes und des Teufels Werk habe ihren Ursprung bei den Manichäern. Gott habe die Welt gut geschaffen, aber nach dem Fall sind alle Menschen die Erbsünde selbst. Alle Menschen seien in Adam von Gott mit geschaffen worden. Doch durch den Fall seien alle Menschen nun die Erbsünde selbst. Alle Menschen seien in Adams Lenden gewesen, als er gefallen sei. Die Sünde werde aber nicht mit auferstehen, sondern die Menschen werden einen wesentlich neuen und verklärten Leib erhalten.

Zitierhinweis

Spangenberg, Bericht von der Weimarer Predigt Andreaes, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/acd5ce4d-f695-46ba-8855-bddbfa500259>. (Zugriff am 15.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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