Bibliographie/Quellen

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Cruciger, Promotionsthesen (VD16: C 5874)

Major, Georg (erschlossen)

PROPOSITIONES
THEOLOGICAE
REPETENTES
SVMMAM DOCTRI-
NAE DE IVSTIFICATIONE
ET BONIS OPERIBVS, DE QVIBVS,
Deo iuuante, publicè disputabit in Aca=
demia Vuitebergensi die IIII.
Martij, 1570. M. CASPAR
CRVCIGER.
VVITEBERGAE
Excudebant Clemens Schleich &
Antonius Schöne.
ANNO
M. D. LXX.

Promovend:
Cruciger, Caspar d.J. (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Wittenberg (auf Titel)
Drucker
Schleich, Clemens (auf Titel) ; Schöne, Anton (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1570 (auf Titel)
Kommentar Druck
Schmückender Rahmen um den Titeltext; Lindenblatt auf Titelblatt
Umfang und Format
21 Blatt 4°
VD 16-Nummer
C 5874
Bestandsnachweis HAB
189.4 Theol. (1)
Weitere Exemplare
513.6 Theol. (1); Yx 989.8º Helmst.(1); 240.27 Quod. (34)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Dieser Druck enthält die Promotionsthesen, über die Caspar Cruciger d.J. am 4. März 1570 disputierte, um dann am 11. Mai 1570 zum Doktor der Theologie promoviert zu werden. Der Autor dieser Thesen ist Georg Major. In Abgrenzung vom tridentinischen Rechtfertigungsdekret und den „Antinomern“ entwickelt er hier seine Sicht vom Verhältnis zwischen Rechtfertigung und guten Werken. Die Rechtfertigung des Menschen beginne mit der Buße des durch die Predigt des Gesetzes erschreckten Herzens. Im Hören auf das Wort des Gesetzes komme es zur Sündenerkenntnis, die noch gesteigert würde durch die Erkenntnis, die im Hören auf das Evangelium dem Menschen erwachse, dass er ein Verächter des Sohnes Gottes sei. Der wahre Glaube tröste das erschrockene Herz durch das Vertrauen auf die Wohltaten Christi und seine Erlösungstat, die sich im Glauben auf die Verheißungen des Evangeliums durch die Barmherzigkeit Gottes dem Menschen appliziere. Der Gerechtfertigte könne so seiner Erlösung sicher sein, dass seine Erlösung gelte und Bestand habe, denn es hänge nicht mehr davon ab, ob er genügend Werke leiste. Major lehnt aus diesem Grund das tridentinische Rechtfertigungsdekret ab, weil dort der andauernde Zweifel an der Rechtfertigung gelehrt werde. Eine Rechtfertigung aus menschlichen Werken sei völlig ausgeschlossen. Major versteht die Sündenvergebung nicht als in einem einmaligen Moment geschehend, sondern als andauernde Vergebung auch für die Wiedergeborenen, die weiterhin mit dem Teufel kämpfen müssten. Der Glaube komme niemals allein vor, sondern sei immer und notwendig verbunden mit Tugenden. Doch seien diese Tugenden niemals die Ursachen des Glaubens, noch sei es möglich, durch sie das ewige Leben oder die Rechtfertigung zu verdienen. Allein durch den Glauben seien die Gerechtfertigten gerecht. Major macht das reformatorische „sola fide“ stark gegen die römische Gnadentheologie. Durch den Heiligen Geist werde der Glaube in den Herzen angezündet und befestigt, der das Herz und Gewissen tröste. Mit diesem Trost sei zugleich die wahre Anrufung verbunden, die den Anfang eines neuen Gehorsams darstelle. Gegen die Antinomisten, die der Meinung seien, dass das Gesetz für Christen nicht mehr nötig sei, hält Major den Satz fest, „novam OBEDIENTIAM esse NECESSARIAM, seu BONA OPERA esse necessaria.“, E 1r. Dieser neue Gehorsam sei deutlich zu unterscheiden von gewaltsamem Zwang. Aber es sei die Ordnung des Schöpfers, dass sein Geschöpf ihm wollend gehorche. Doch sei dieser Gehorsam freiwillig und werde nicht durch Zwang oder Schrecken erzwungen. Leugne man diese Notwendigkeit, so verlöre man die Glaubenssicherheit und unterstützte die ethische Barbarei. In Wittenberg vertrete niemand den Satz „Gute Werke sind nötig zur Seligkeit“, da er auch als von Verdiensten redend missverstanden werden könne. Der Anfang des neuen Lebens sei notwendig, obwohl er nicht das Heil verdiene. Gott habe diese unveränderliche Ordnung festgesetzt, dass das Geschöpf sich streng nach seinem Schöpfer richte. Der Heilige Geist fange den neuen Gehorsam in den Gerechtfertigten an und erfülle so die Verheißung „Ich werde mein Gesetz in ihre Herzen geben“. Die Freiheit vom Gesetz hebe den Dekalog nicht auf, wie die Antinomer meinten. Über die Belohnung für die guten Werke machten sich die Gerechtfertigten keine Gedanken.

Zitierhinweis

Cruciger, Promotionsthesen, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/e977eadc-421f-41c7-ab35-1bdeb1a26033>. (Zugriff am 07.04.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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