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Wahrzeichen falscher Propheten (VD16: O 1495)

Abbas, Anton (Pseudonym von Anton Otho (Otto) aus Nordhausen) (auf Titel)

Warzeichen /
Dabey man die falschen Prophe=
ten vnd Lerer erkennen
möge.
Matth: VII.
Sehet euch für / für den falschen
Propheten / die in Schaffskleidern zu
euch komen.
Mercke.
Alle Zuhörer sollen sich selbs fürse=
hen / wie Christus Luce VIII. auch war=
net. So sehet nu drauff / wie jr zuhöret /
Denn ein jglicher wird für sich selbs
Gotte rechenschafft geben /
Roma: XIIII.
Anthonius Otho / Pre=
diger zu Northausen.
M. D. LXI.

Gegner:
Major, Georg (aus Text oder Kolophon) ; Osiander, Andreas (aus Text oder Kolophon) ; Schwenckfeld von Ossig, Caspar (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Jena (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rebart, Thomas (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1561 (auf Titel)
Umfang und Format
6 Bl. 4°
VD 16-Nummer
O 1495
Bestandsnachweis HAB
K 310. 4° Helmst. (1)
Weitere Exemplare
T 664.4° Helmst. (7); 183.9 Theol. (15); Alv.: Di 176 (8); Alv.: U 164 (11); Alv.: U 164 (5)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Abbas, Anton (Pseudonym von Anton Otho (Otto) aus Nordhausen) (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Allgemeiner Druck, Antinomistischer Streit
Kommentar
In seiner Widmungsvorrede an seine Gemeinde in Northausen erklärt Otho, die Merkzeichen, anhand derer man falsche Lehrer erkennen könne, "fallen auch dahin vnd werden verdruckt". Dabei zeige doch die Erfahrung, daß allenthalben die Lehre verfälscht werde. Deshalb wolle er hier vorläufig eine kurze Zusammenstellung der Zeichen geben und später mehr davon schreiben. <br />In der eigentlichen Schrift stellt O. 31 Merkzeichen zusammen. Einem qualifizierenden Satz folgen manchmal eine genauere Benennung und anschließend ein Imperativ. So in Artikel I: "Wer die heilige Schrifft verwirft, ... das ist gewis ein falscher Geist, Als Bapst, Mahumet, Schwenckfelt, Jüden, Sacramentirer etc. Meide." Weiter geht es mit denen, die nicht die Schrift allein auf Christus beziehen wollen, die behaupten, es brauche mehr als den Glauben, um Christus zu fassen. In Artikel IIII. heißt es "Wer nicht allein aus dem Gesetz die Sünde / vnd aus dem Euangelio vergebung der Sünde leret. Lass fahren." Die nächsten Artikel behandeln die spiritualistische Sakramentlehre, die Notwendigkeit der guten Werke "on alles eigen gesuche", den Papst als Antichrist und die Feindschaft der Ketzer gegen den Artikel von der Rechtfertigung. In Artikel IX. wird mit Major wieder ein Gegner namentlich genannt: Wer mit ihm die guten Werke zur Seligkeit nötig mache, sei zu meiden. Auch solle man die fliehen, die nicht glauben, daß das Ende der Zeiten bevorstehe. Gewarnt wird vor dem, der "nicht on vnterlas die Busse treibet", vor den Täufern, die das Predigtamt verachten und in Häusern und Gärten predigen und vor denen, die mit Menschengeboten die Gewissen beschweren. Artikel 14 und 16 gehen wieder auf die antinomistischen Streitigkeiten ein: "Wer ... wenn wir den Papisten, Maioristen vnd andern Werckheiligen sagen, Das die guten wercke nicht nötig sind zur seligkeit, Lestern sie vns, wir verbieten gute wercke, sind Antinomer, Gesetzesstörmer." "Wer nicht wil zulasen vnd leren, das der Christen gerechtigkeit gantz pure passiua sey, das ist, die Gott allein in vns wircke vnd pflantze, on alle vnsere wercke, zuthun, beystand, freien willen, vermögen, wirdigkeit, kreffte. O fleuch." Dazwischen verwirft O. allgemeine Verhaltensweisen wie die Weigerung, Bekenntnis abzulegen oder falsche Lehre zu strafen. Meiden solle man, wer alles in der Kirche "kann schweigen, vbersehen, Amnystias machen, sonderlich wenn hohe Personen, grosse Titel etc. fürhanden sind" oder sich an alte Gewohnheiten hängt. Art. 21 geht gegen die Adiaphoristen, die mit Larvernwerk der Papisten umgehen, Art. 22 verwirft die Kritiker Luthers, die ihm vorwerfen, ein Stoicus gewesen zu sein. Weitere Artikel wenden sich gegen ungenügendes Glaubenszeugnis durch den Lebenswandel, unzureichende Abgrenzung gegen die "Blutkirche" oder mangelnde Warnungen gegen falsche Bücher. Verachtung der Schrift, Gleichgültigkeit in der Lehre, Rücksicht auf Stand und Äußeres sowie zu großes Harmoniebedürfnis, oder schlicht "mit den Papisten öffentlich in freundschafft" zu sein, werden in den letzten Artikeln abgelehnt. Damit endet die Aufzählung. Zwar müßten die Prediger durchaus auch Schuld eingestehen, aber es gehe um die Erhaltung der Reinheit der Lehre. Auf den Einwand, "wenn du also sichten vnd keren wilt, werden jr nicht viel auff der Cantzel vnd in der Kirchen bleiben" antwortet Otho abschließend: "Es ist vnserm HErrn Gott nicht vmb viel oder fein zuthun, sondern nur vmb die warheit vnd sein Wort." Der Prediger müsse nur richtig predigen, um alles weitere solle er sich nicht sorgen.

Zitierhinweis

Wahrzeichen falscher Propheten, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f1afb488-1dd6-4ff8-bd6a-41089a14310e>. (Zugriff am 11.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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