Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 983.

Klare und helle Antwort gegen Friedrich Staphylus (VD16: A 2646)

Andreae, Jakob (auf Titel)

Clare vnnd helle Ant=
wort / auff den vngegründten / löster=
lichen Gegenbericht / Jude Jscarioth /
so sich Fridericum Staphy=
lum nennet.
Vom rechten verstand des Göttlichen worts.
Von dolmetschung der Teütschen Bibel.
Von der Einigkeit der Lutherischen Predi=
canten.
Durch
Jacobum Andree / etc.
MATH. XXVI.
Was wölt jr mir geben / ich will jn euch verrhaten? vnd sie boten
jm dreissig Silberling dar.
MATH. XXVII.
Da aber sahe / der jn verrhaten hette / das er verdampt ware zum
Todt / gerewet es jn / vnd sprach zu den hohen Priestern. Ich hab ubel
gethon / das ich vnschuldig blut verrhaten habe.
Sie sprachen / was geht vns das an? da sihe du zu. Vnd er warff
die Silberling in den Tempel / hub sich daruon / gieng hin / vnd er=
hengte sich selbs.
Getruckt zu Tübingen / 1561.

Gegner:
Staphylus, Friedrich (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Tübingen (auf Titel)
Drucker
Morhart, Ulrich, Witwe (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1561 (auf Titel)
Umfang und Format
78 Bl. 4°
VD 16-Nummer
A 2646
Bestandsnachweis HAB
163.53 Theol. (3)
Weitere Exemplare
194.22 Theol. (1); 264.32 Quod. (1)
Digitalisat
Verknüpfung zu Volltextdigitalisat - Externes Angebot

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Wormser Gespräch
Kommentar
Antwort auf Staphylus, Christlicher Gegenbericht an den Gottseligen gemeinen Leyen, Ingolstadt 1561(S 8572). In seiner Vorrede bezieht sich Andreae auf vorherige Schriften St.''s, auf die er schon zweimal geantwortet habe, da aber dieser nicht aufhöre zu lästern, habe er sich überreden lassen, ihn auch ein drittes Mal zu widerlegen. Die eigentliche Schrift ist in drei Teile geteilt: Im ersten Teil behandelt A. vor allem die Aussagen St.s über die Rolle der Laien und wie weit sie an Bibellektüre und überhaupt am göttlichen Wort teilhaben sollen. Dabei weist er einzelne Angriffe St.s auf ihn, vor allem aber zahlreiche Aussagen über Luther zurück. Er greift ihn mehrfach wegen seines schändlichen Abfalls an bedenkt Papst, Tridentinum und katholische Lehre mit polemischen Bewertungen. Den Vorwurf St.s, Luther habe gelehrt, daß gute Werke schädlich zur Seligkeit seien, repliziert A. im Bezug auf Luther als falsch und unbelegbar -- Amsdorf findet keine Erwähnung. Auch zur Frage nach dem freien Willen bezieht sich A. nur auf Luthers Position. Zu Worms formuliert A. im ersten Teil: "Vnd das durch die Gnad vnsers Herren Jhesu Christi in vnsern Kirchen vnd derselbigen Dienern grössere Einigkeit / dann jme Staphylo / dem Bapst vnd seinem Anhang lieb seie / vnangesehen das wir nicht leugnen künden / das vnder den vnsern auch ettliche Nachpeürliche Spänn sich erhept / die zum theil für sich selbst gefallen / zum theil von tag zu tag erlöschen." Der Hauptstrang der Argumentation bezieht sich auf die Rolle der Laien bzw. der Ungebildeten, anhand derer A. auch Bereiche wie Priesterehe, Scheidungsrecht, Unzucht, Fasten, Abendmahlslehre und Obrigkeit bei Papisten und Lutherischen gegenüberstellt. Der zweite Teil widmet sich laut Überschrift der Bibelübersetzung Luthers, beginnt aber nochmals mit der Frage der Bibellektüre, die laut St. für den gemeinen Mann schädlich sei. Dies weist A. nochmals mit zahlreichen Argumenten zurück und widmet sich dann den angeblichen Verfälschungen in Luthers Übersetzung. Er fragt, warum St. nicht einfach H. Emsers Schrift nachgedruckt habe, nimmt sich dann aber der Stellen an, die St. anführt, so Eph 5, Rö 3, 1Tim 4 oder Kol 2, wo mit Luthers Übersetzungen Theologumena verknüpft sind, die A. diskutiert. Im Zusammenhang mit dem Priesteramt verweist er auf den als unnötig bezeichneten innerprotestantischen Streit, vermutlich eine Anspielung auf die Vorwürfe gegen Flacius wegen seiner mangelnden Berufung. Mit ausführliche Lutherzitaten tritt A. der Behauptung St.s entgegen, Luther habe nicht den Gehorsam gegenüber der weltlichen Obrigkeit gelehrt. St. könne keine bessere Übersetzung als Luthers nennen, deswegen lasse er die Bibel ganz fallen und wolle sie den Laien entziehen. Statt dessen empfehle er das Lesen des Breviers und der Heiligenlegenden. Im dritten Teil "von der Einigkeit der Confessionisten" geht A. auf direkt gegen ihn gerichtete Angriffe St.s ein. Er führt den Streit zurück auf die Trimembris Epitome von 1558 (S 8595 - S 8599), in dem er den Evangelischen vorwerfe, daß das Wormser Gespräch an der Zerstrittenheit der Protestanten gescheitert sei. Darauf habe A. geantwortet, daß die Theologen der CA keinen Streit über die Lehre hätten, sondern daß sich der Streit der Sächsischen, Weimarischen und anderer Theologen nur "allein ettlicher Person halber entstanden". A. behauptet, der Streit sei nur um die Verdammungsurteile über einzelne Theologen gegangen, bezieht sich mit dieser Aussage allerdings nur auf das Wormser Gespräch: "ausserhalb der Handlung zu Wormbs ... vil Häder vnd Zänck vnder den vnsern auch noch vnverglichen bleiben." Er beruft sich mehrfach auf zwei seiner Schriften, lateinisch und deutsch, gegen St., womit er wohl die "Simplex ac dilucida expositio" A 2656 sowie den Bericht von der Einigkeit meint. Insgesamt versucht A. zu erweisen, "das die Lutherischen im Fundament vnnd fürnämbsten Artickel jrer Confession nicht vneinig seyen." An den Vorwürfen St.s zum Osiandrischen Streit, zum Abendmahlsstreit mit den Zwinglianern und zum antinomistischen Streit mit Andreas Musculus belegt A. einerseits, daß die Lutherischen in den Fundamenten der Lehre einig seien, verwahrt sich andererseit aber dagegen behauptet zu haben, daß er die ausschließliche Einigkeit behauptet habe. Anschließend beschimpft er St. ausführlich als Judas und weist nochmals wortreich und polemisch dessen Angriffe auf Luther und Melanchthon zurück. Er geht das Buch St.s durch und bedenkt nochmals die wichtigsten Punkte mit Kritik, ohne sich in den meisten Punkten argumentativ weiter einzulassen. Am Schluß der Schrift berichtet A. über eine Begegnung St.s mit Melanchthon in Worms, wo dieser ihn gefragt habe, warum er in nicht in Preußen geblieben sei. St. habe sinngemäß geantwortet: weil er durch Osiander die Gunst des Herzogs verloren habe. Deswegen, so Andreae, habe Staphylus sich zu den Papisten begeben und die Lutherischen verraten.

Zitierhinweis

Klare und helle Antwort gegen Friedrich Staphylus, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d10f39a4-378b-4cb6-9225-501389694c65>. (Zugriff am 15.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht