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Antwort auf Stephan Agricolas Schlussreden (VD16: P 4744)

Mansfelder Prediger (auf Titel)

Der Prediger in
der herrschafft Mansfelt antwort /
auff Stephani Agricole Pfarhers
zu Helbra außgegangene schlußreden
vnd schmeschrifften / die newen lere
in vnsern Kirchen / Das gute
werck zur seligkeit nö=
tigsein / belan=
gende.
Anno 1553.

Gegner:
Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1553 (auf Titel)
Umfang und Format
12 Blatt 4°
VD 16-Nummer
P 4744
Bestandsnachweis HAB
280.8 Theol. (6)
Weitere Exemplare
Alv.: Ef 104 (17)
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 3, Nr. 8, S. 332-352.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
In dieser Schrift antworten die Prediger in der Herrschaft Mansfeld auf eine Publikation Stephan Agricolas, des Pfarrers von Helbra. Unter dem Titel "Propositiones de bonis operibus" hatte dieser sich zur Notwendigkeit guter Werke geäußert und dabei nach Meinung der Mansfelder Pfarrer ganz die Position des 1552 aus seiner Eislebener Superintendentur vertriebenen Georg Major wiederholt, nämlich dass gute Werke nötig seien zur Seligkeit, dass es unmöglich sei, ohne gute Werke selig zu werden und dass niemand je ohne gute Werke selig geworden sei. Agricola habe die Magdeburger Prediger als Antinomer und Stifter von Ärgernis bezeichnet. Vor allem habe er mit seiner Lehre jedoch zur Verunsicherung der Christen beigetragen, besonders unter Sterbenden und Beichtenden wieder altgläubige Zweifel an ihrer Seligkeit gesät. Die Predigt des Gesetzes solle zwar Erkenntnis der Sünden zu bewirken, aber das Evangelium sage die göttliche Gnade im Glauben an Christus und ohne Werke zu. Auf Agricolas Hauptargumente, die dieser in vier Syllogismen vorgetragen habe, antworten die Mansfelder einzeln jedoch nicht in aller Ausführlichkeit, da sie sie als Lehre Majors identifizieren, die bereits widerlegt sei. Agricolas Argument, dass Werke nötig zur Seligkeit seien, weil der Glaube sie notwendigerweise bei sich habe, antworten sie, die Werke seien eine Folge des Glaubens, ein Umkehrschluss sei nicht erlaubt. Auch können man daraus, dass Menschen, die in Sünden blieben ihre Seligkeit verlören, nichts entsprechendes ableiten, weil allein Gottes Macht die Seligkeit in den Menschen bewirke. Auch die Notwendigkeit der Wiedergeburt zur Seligkeit ziehe keine Notwendigkeit der Werke nach sich, denn gute Werke seien Früchte der Wiedergeburt und nicht mit ihr identisch. Auch sei die Annahme falsch, dass gute Werke zum ewigen Feuer erretteten und deshalb unverzichtbar seien. Allein der Glaube könne Menschen vor dem ewigen Feuer der Hölle bewahren. Dem Satz "Gute Werke sind nötig " könnten die Mansfelder durchaus zustimmen, solange er nicht mit dem Zusatz "zur Seligkeit" verbunden würde.

Zitierhinweis

Antwort auf Stephan Agricolas Schlussreden, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f847b72c-69d6-4b2c-bd2a-69b6eb801a66>. (Zugriff am 12.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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