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Acta oder Handlungen der Synode (VD16: A 151)

Mansfelder Prediger (auf Titel)

Acta oder hand=
lungen des Löblichen Synodi / in
der Stad zu Eisleben / in der Graff
vnd Herschafft Mansfelt / den xiij.
Frebru. des Jars / 1554. versamlet / wi=
der etliche falsche Leren / darin=
nen verdammet.

Herausgeber:
Sarcerius, Erasmus (erschlossen)
Gegner:
Major, Georg (erschlossen) ; Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (erschlossen) ; Agricola d.J., Stephan (erschlossen)

Druck

Erscheinungsort
Eisleben (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Berwald, Jakob (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1554 (aus Text oder Kolophon)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt; Setzfehler in Datum
Umfang und Format
20 Bl. 4°
VD 16-Nummer
A 151
Bestandsnachweis HAB
106.1 Quod. (2)
Weitere Exemplare
280. 8 Theol. (13); J 178.4º Helmst. (7); J 188.4º Helmst. (7); K 60.4º Helmst. (2)
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 3, Nr. 9, S. 354-389.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Kommentar
Bericht über das Kolloquium in Eisenach zwischen den Mansfelder Predigern und den namentlich nicht genannten Pastoren Georg Major, Stephan Agricola d.J. und Moritz Heling, in der Schrift nur als "unser Gegenteil" bezeichnet und als "etliche (doch sehr wenige)" quantifiziert. Die Schrift beginnt mit einer Anrede "an den christlichen und gütigen Leser" und liefert einen Überblick über Gegenstand und Ergebnis der Synode, nicht aber über deren genauen Verlauf. Auf C 1v - C 3r folgen die Unterschriften der Teilnehmer, die die "vorgehende Acta approbiert" haben -- hier fehlen die Namen der Widersacher folglich. Auf C 3v - E 4r Auszüge aus Werken Luthers "dadurch des Synodi Acta confirmiret vnd bestetiget werden", zitiert mit Angabe des Bandes und der Seitenzahl in der Werkausgabe, zum Teil auch noch näher bezeichnet. Die eigentliche Schrift geht davon aus, daß der eröffnend angesprochene Leser wohl von dem Streit in der Grafschaft Mansfeld gehört habe, der um zwei ungewöhnliche Reden entbrannt sei: Gute Werke sind nötig zur Seligkeit. Und es ist nicht möglich, daß man ohne gute Werke selig werden könne. Diese Sätze hätten auch weitergehende Spekulationen erregt von der cause sine qua non und daß gute Werke auch vor dem Glauben sein könnten. Solche Sätze würden von den Papisten zur Unterdrückung der reinen Lehre gebraucht. Sie seien nicht in der Schrift zu finden und es sei deshalb gefährlich, sie ohne Schrift zu gebrauchen. Zudem sei die Lehre der Schrift zuwider, auch Luther habe sie bekämpft und die Rede von der causa sine qua non sei in den Kirchen immer bekämpft worden. Deshalb riefe sie bei vielen Leuten Ärger hervor, die glaubten, man wolle nun wieder nach papistischer Weise die Werke für die Ursache der Seligkeit halten. Die Lehre leugne die Allmacht Gottes, denn er werde an die Werke als secundas causas gebunden. Der Gemeine Mann könne die Rede nicht anders verstehen als daß die Werke verdienstliche Ursachen der Seligkeit seien, "Wie wir denn solchen verstand bereit von vielen Leuten in der Beicht / vnd in todes nöten erfaren haben." Zudem habe es Klagen gegeben, daß diese Reden auch von Witzel geführt worden sei (wohl W 4003) und Luther sie bekämpft habe. Die Reden seien auch zu meiden, um die Verzweiflung zu verhüten, die bei den Gläubigen aus der Ungewißheit über die Unvollkommenheit der eigenen Werke entstehe. Weitere Gründe habe man in vorhergehenden Schriften zusammengestellt (P 4744; B 1455). Deshalb seien die Unterzeichner schließlich gegen die wenigen Vertreter dieser Lehren aufgetreten. Und obwohl die Gegner mündlich und schriftlich erklärt hätten, nicht den papistischen Verstand zu meinen, so habe man doch wegen der Worte die Gefahr gesehen, daß papistische Lehren wieder einrissen, worüber schon viele Leute irre geworden seien, "wie wir in der der Beicht bey gesunden vnd krancken erfaren. Vnd hin vnd wider in den disputationibus erlernet." Man sei von den Gegnern deswegen angegriffen und "erger denn Antinomer ausgeschrien vnd ausgeschrieben" worden. Weil diese Diffamationen öffentlich geschehen seien, habe man auf öffentliche Entschuldigung gedrungen. Die gräfliche Obrigkeit habe schließlich geraten, den Streit auf einer Synode beizulegen, die am 13.2.1554 in Eisleben gehalten wurde und bei der in Beisein der gräflichen Räte beide Seiten angehört wurden. "Vnd hat sich also aus beider teile vortragen befunden / das die jenige / so droben gemelte reden vnd disputationes angefochten / gnugsam vnd rechtmessige vrsachen jres anfechtens gehabt. Vnd widerumb das der gegenteil (er wende zu der entschüldigung ein / was er wil) zu gegenwertiger vnd schedlicher zwispalt hat vrsach gegeben". Nachdem die eine Streitpartei sich so den Sieg selbst zugesprochen hat, überrascht es nicht, daß im folgenden Text eine wirkliche Einigung nicht vermeldet werden kann, auch wenn die Formulierungen dazu nicht eindeutig sind: "Vnd nach vielen vnterhandlungen im Synodo / ist vns gleichwol endlich der friede entstanden / des wir vns doch zu vnserm Gegenteil in keinem wege versehen hetten / nach dem wir doch eine sehr leidliche vergleichung haben annehmen wollen ..." Damit jeder wisse, worauf der Kompromiß beruhte, referieren die Autoren dessen Teile: Man habe von den Gegner verlangt zu bekennen, von den Werken nie anders als im Verständnis der CA gelehrt zu haben und dabei auch in Zukunft bleiben zu wollen; sich von den anstößigen Reden in Zukunft zu enthalten, da sie zweifelhaft und papistisch seien. Man hätte gern gesehen, wenn die Gegenseite Reden anerkannt hätte wie "Gute Werke sind nötig nach der Seligkeit" oder "Es ist nicht möglich, daß der, der durch den Glauben selig geworden ist, nicht gute Werke tue". Aber man habe zur Verhütung von Zank darauf nicht bestanden. Die Richtigkeit dieser Sätze wird im folgenden unter Berufung auf die Apostel und Augustin näher ausgeführt und geschlossen, daß man mit solchen Aussagen des Gegenteils zufrieden gewesen wäre und auch andere Gelehrten, die in der Kontroverse angegriffen worden seien, "würden sich an solcher vergleichung auch haben genügen lassen." Man habe darüberhinaus eine öffentliche Erklärung drucken lassen wollen, daß die eine Seite diese Reden um der Wahrheit willen nicht habe tolerieren können und der anderen Seite die Möglichkeit geben wollen, sich dazu zu bekennen, zu dem Streit die Ursache gegeben zu haben und sich dafür zu entschuldigen. "Dieweil denn aber keine vergleichung sich hier auff hat wollen zutragen / haben wir anderen ... gleichwol diese reden und disputationes verdammen und verwerfen wollen." Zudem wolle man hiermit zu verstehen geben, daß man mit Vertretern dieser Reden keine Gemeinschaft habe. Noch einmal formulieren und begründen die Autoren ihre Ablehnung der Propositionen Majors und auch positiver Aussagen über die Werke. Auf Bitten der Gegner habe man sich auch bereitgefunden, deren Postition wiederzugeben: Sie hätten sich bereiterklärt, die Aussagen nicht mehr zu verwenden und sich an die CA zu halten. "Doch diieweil es nicht hat anzeigen wollen / ob diese Propositiones recht oder vnrecht sein / hat sich der Synodus nicht mit jm vergleichen können / das er besorget / es geschehe solches nicht von hertzen". Entweder der Gegner hielte die Aussagen für richtig, dann dürfte er als treuer Lehrer nicht zusagen, auf sie verzichten zu wollen, oder er hielte sie "für vnrecht / so ists eine grosse blödigkeit / vnd thuts andern zu gefallen ... Vnd stehet also seine vergleichung auff einem vngewissen grund vnd weret nicht lenger, denn bis er seine zeit ersiehet..." Ohne eindeutige Formulierung, ob man denn mit den Gegnern überhaupt eine Einigung getroffen habe, und ohne Erwähnung der Entlassung von Agricola und Heling endet die Schrift mit einer kurzen Anrede an den Leser.

Zitierhinweis

Acta oder Handlungen der Synode, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d3015ecb-9d37-4a4b-a7d2-c01bd0de54ac>. (Zugriff am 14.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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