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Kurze Antwort des Flacius auf die Schrift der Adiaphoristen vom Evangelium (VD16: F 1435)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Kurtze antwort Jllyr. auff die
Schrifft der Adia. vom Euan.
DJe jtzige Schrifft der Adiaphoristen
von der Definition des Euangelij hat viel
grobe lügen in sich / Als erst / das die Antino=
mische definition des Euanglij sey nicht al=
lein Philippi / Sonder auch Christi selber.
Antwort. Nein / Christus sagt nirgend / das das Euan=
gelium eine Predigt von der Buß vnd vergebung der
Sünden sey / Sondern / wie er selbst gepredigt hat / also
befihlet er in seinem namen / oder auff seinem befhel / bei=
des / Gesetz vnd Euangelium / Busse / vnd vergebung der
Sünden zu Predigen / vnd nicht allein das Euangelium
Das ich geschrieben / wenn das wort / BUSSE /
für die gantze Christliche Lehr genommen wird etc.
Das ist eine grobe lügen / Solchs findet man in keiner
meiner Schrifft.
Das das Euangelium die einige Sünde / nemlich /
des vnglaubens / straffe. Jst das war / so ligt dies defini
tion albereit im dreck. Denn die definitiones messen den
definitis zu eine eigenschafft / welche jnen von des gan=
tzen handels wegen gebüret / vnd nicht nur von einem ei=
nigen Stücklin:
Die Leute lügen straffen sich selbst gröblich / Sie
sagen / das die Rew Jude sey aus dem Gesetz verursacht
worden / vnd das das Gesetz nicht straffe den vnglau=
ben an Christum. Nu ist je war / das die verzweiuelung
Jude kompt aus dem vnglauben / vnd daher das er an
Christum nicht gegleubet / Sondern den verfolget vnd
verrhaten. Dauon schreien sie aber sonst stets / auch in
dieser Schrifft / das der vnglaube an Christum nicht
durchs

Gegner:
Theologen (auf Titel) ; Wittenberger Theologen (auf Titel) ; Peucer, Caspar (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Jena (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rebart, Thomas (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1559 (aus Text oder Kolophon)
Kommentar Druck
einzige in VD 16 nachgewiesene Ausgabe
Umfang und Format
2 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1435
Bestandsnachweis HAB
S 217b.4° Helmst. (3a)
Weitere Exemplare
Wf 506.5 Theol.(15)
Berl SB 12/1 in: Dm 2 R Berl SB 22 in: Dm 3 R Jena UB 4ºTheol.XLIII,6(15)
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 4, Nr. 4, S. 98-106.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antinomistischer Streit
Kommentar
In diesem Druck hält Flacius der Wittenberger Definition des Evangeliums als Bußpredigt die strikte Trennung zwischen Gesetz und Evangelium entgegen. Das Evangelium sei keineswegs als Predigt der Buße zu verstehen, sondern als Trostpredigt für angefochtene Gewissen. Die Adiaphoristen machten eine doppelte Reue, eine des Gesetzes und eine des Evangeliums und beraubten so das Evangelium seiner tröstenden Funktion. Der Wittenberger Aussage, dass die zweite aetas der Loci communes Melanchthons als besser zu bewerten sei, hält Flacius die Aussage Luthers entgegen, dass die zweite aetas schlechter sei als die erste. Abschließend gibt Flacius indirekt in einer Anspielung den Namen eines seiner Gegner, Caspar Peucer, zu erkennen: "Aber der Teufel reitet seinen Peucker/ der paucket zum Lermen".

Zitierhinweis

Kurze Antwort des Flacius auf die Schrift der Adiaphoristen vom Evangelium, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d7f2afe5-3fd6-4648-b792-cde94c28e84f>. (Zugriff am 27.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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