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50 grobe Irrtümer der Schwenkfeldianer (VD16: F 1400)

Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Fun(n)ffzig grobe jr=
thumen der Stenckfeldischen Schwer=
merey / aus seinen eigen Büchern trewlich zusamen
gelesen vnd verzeichnet / damit sich die einfeltigen
Christen desto fleissiger für seinem Gifft
schewen vnd hüten.
Symphonia der Stenckfeldischen vnd
Antichritischen lere.
Vrteil von der Stenckfeldischen schwer=
merey / der getrewen Diener in der Kirchen
zu Brunschweig vnd Hannouer.
Der hochgelerten Theologen zu Schmal=
kald Anno 1540. versamlet Vrteil von der
Schwenckfeldischen Schwermerey.
Von den grewlichen jrthumen der newen
Schwenckfeldischen Postill / vnter dem namen
des Johans Wörmers / newlich ausgangen.
Gedruckt zu Jhena / durch Thomas Rebart.
Anno M. D. LIX.

Gegner:
Schwenckfeld von Ossig, Caspar (auf Titel) ; Werner, Johann Sigismund (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Jena (auf Titel)
Drucker
Rebart, Thomas (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1559 (auf Titel)
Kommentar Druck
A 1v-2r: Vorrede Matth. Flacij Illyrici <br> A 2v-D 1v: Funffzig grobe vnd greiffliche jrrthumen Stenckfelds (Autor: Flacius) <br> D 1v-D 4v: Symphonia der Stenckfeldischen vnd Antichristischen lere <br> E 1r-4r: Iudicium oder Vrteil von der Stenckfeldischen Schwermerey der getrewen diener Christi in den Kirchen zu Braunschweig (14.2.1556) vnd Hannouer (26.2.1556) (Unterzeichner: Joachim Mörlin, Martin Chemnitz u.a.) <br> E 4v-F 3r: De verbo externo, et ministerio evangelij contra Casparum Schwenckfeldium scriptum in conuentu Schmalkaldensi, Anno 1540 (Unterzeichner: Nikolaus von Amsdorf, Iustus Jonas, Johannes Bugenhagen, Caspar Cruciger, Philipp Melanchthon, Antonius Corvinus, Martin Bucer u.a.) <br> F 3r-G 1v: Eine warnung Illyrici für der newen Schwermerischen vnd Gottslesterlichen Postill des Stenckfelds darinnen viel grawsame vnzeliche vnd vnerhörete Irthume stecken. <br> G 1v-2v: Ein herrlich Zeugnis des heiligen Mans Lutheri wider die schedliche schwermerey Stenckfelds aus dem 17. Capitel Johannis
Umfang und Format
26 Blatt 4°
VD 16-Nummer
F 1400
Bestandsnachweis HAB
Yv 2240. 8° Helmst.
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Schwenckfeld
Kommentar
In diesem Druck gibt Matthias Flacius Illyricus mehrere ablehnende Gutachten über die Lehren des Schlesiers Kaspar von Schwenckfeld heraus (vgl. Kommentar Druck). Zu Beginn stellt Flacius die Lehren Schwenckfelds um der besseren Übersichtlichkeit wegen dar, in 50 Punkten geordnet und mit Fundstellen versehen. Er möchte damit dem Vorbild der altkirchlichen Orthodoxie folgen. Schwenckfeld nehme eine Grundunterscheidung zwischen den Kreaturen, die aus dem Nichts geschaffen würden und auch wieder ins Nichts zerfielen, und der Gottheit vor. Die Kinder Gottes, zwar auf kreatürlichem Wege ins Sein gekommen, bekämen nach ihrer Wiedergeburt realen Anteil an der göttlichen Natur und würden damit Christus gleich gestaltet. Der einzige Unterschied zwischen Christus und den Glaubenden bestehe darin, dass sie nur Adoptivsöhne seien, während Christus von Natur aus Gottes Sohn sei. Schwenckfeld und sein Schüler Sigmund Werner verträten darüber hinaus die Position, dass Christus nicht nur seiner menschlichen Natur, sondern auch seiner Gottheit nach gelitten habe und gestorben sei. Dies widerspreche dem Konsens der gesamten orthodoxen Kirche von der Leidensunfähigkeit Gottes. Nach ihrer Auferstehung sei die menschliche Natur Christi zur Gottheit erhöht worden. Ihr Kreatursein verleugne Schwenckfeld. Der Tod und alle Taten Christi seien in die Gottheit eingegangen. Göttliche und menschliche Natur Christi entstammten beide dem Wesen Gottes. Schwenckfeld verwerfe darum konsequenterweise auch die Lehre von der communicatio idiomatum. Für Schwenckfeld bestehe ein Hiatus zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Das Sichtbare könne niemals eine innere Neigung hervorrufen, das Zeitliche nichts Ewiges. Konsequenterweise müsste Schwenckfeld dann auch die Heilswirkung des Kreuzestodes Christi ablehnen. Die Schrift als äußeres Heilsmittel werde gering geschätzt, Gesetz und Evangelium in ihrer beider Identifikation mit Christus vermischt. Die Offenbarung finde im Herzen statt, niemals hingegen in der Schrift. Die Schwenckfeldianer verweigerten darum auch den Empfang des Abendmahls und das Hören der Predigt. Diese beiden Heilsmittel könnten nur den äußeren Menschen erreichen, nicht aber den inneren. Analog unterscheide Schwenckfeld auch zwischen dem äußeren Verstand des Buchstabens und dem inneren, geistlichen Verstand der Bibel. Folge man Schwenckfeld, so gingen alle Kriterien der Beurteilung von Offenbarung verloren. Es gäbe keine Gewissheit mehr in der Offenbarung und alles werde zur Offenbarung. Die Widergeborenen begingen keine Sünde mehr, seien mit Gott im Reinen. In der Amtstheologie vertrete Schwenckfeld die donatistische Position, dass das Amt, der Dienst, die Lehre und die Sakramente nur gültig seien, wenn der Spender glaube. Schwenckfeld verleugne die Realpräsenz der menschlichen Natur Christi im Abendmahl, und behaupte, dass Gott nicht mit einer leiblicher Stimme rede, die gehört werden könne. Für ihn zerfalle der Mensch in einen inneren Bereich, den er mit Herz, Seele und Verstand verorte und in einen äußeren Bereich, der in Leib und Sinnen bestünde. Dem äußeren Menschen geistliche Stärkung zukommen zu lassen, sei völlig umsonst. Er sterbe ohnehin. Vielmehr gelte es, den inneren Menschen zu stärken. Da es keinen Weg von den Augen und Ohren zum Herzen gebe, darum seien auch Schrift und Sakramente unwirksam, da sie nur den äußeren Menschen erreichten. Die Schrift endet mit einer dringenden Warnung vor den Irrlehren des Kaspar von Schwenckfeld.

Zitierhinweis

50 grobe Irrtümer der Schwenkfeldianer, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d832dec6-77b1-4ae9-9c35-f9f5b419d26f>. (Zugriff am 23.09.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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