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Omnia latina scripta hactenus contra Adiaphoricas fraudes edita (VD16: F 1296)

Flacius, Matthias (auf Titel)

OMNIA
LATINA SCRIPTA
Matthiae Flacij Illyrici, hactenus spar-
sim contra Adiaphoricas fraudes &
errores aedita, & quaedam pri-
us non excusa, catalogum
uersa pagina indi=
cabit.
Omnia correcta & aucta.
Regula generalis de Adi-
aphoris.
Omnes cearemoniae & ritus, quantum-
uis sua natura indifferentes, desinunt esse
Adiaphora, cum accedit coactio, opinio cul-
tus & necessitatis, abnegatio, scandalum,
manifesta occasio impietatis, & cum quo-
cunque demum modo non aedificant, sed de-
struunt Ecclesiam, ac Deum contumelia af-
ficiunt. Omnia haec mala insunt praesenti-
bus mutationibus, praeterquam, quod
quaedam simpliciter sua natu-
ra impia sunt.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
264 Bl. 8°
VD 16-Nummer
F 1296
Bestandsnachweis HAB
Yv 349 8° Helmst. (1)
Weitere Exemplare
1137.1 Theol. (1); 1147 Theol. (1); Yv 565.8º Helmst. (1); Alv.: V 601 (1); Alv.: X 84 (1)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Albrecht Markgraf von Brandenburg-Ansbach, Herzog in Preußen (aus Text oder Kolophon)
Datum
10. Cal. Aprilis
Umfang
* 2 r -- * 6 r

Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Dieser Druck stellt eine Sammlung der bisher in lateinischer Sprache erschienenen Schriften zur Interimsproblematik, sowie eine Erstedition zweier Briefe durch Flacius dar. In einer Definition auf der Titelseite gibt Flacius seine Position zu den diskutierten Adiaphora an: Zermonien und Riten verlieren danach ihren Charakter als Adiaphora, wenn sie verbunden werden mit Zwang, sie Anstoß in den christlichen Gemeinden erregen und Anlass für Gotteslästerei geben. Denn dann bauten sie nicht die Kirche, sondern zerstörten sie. Eine Widmung an Herzog Albrecht von Brandenburg geht der Schriftensammlung voran. Flacius setzt damit ein, dass Christus selber die Eintracht und den Frieden in der Kirche wünsche und stifte. Doch könnte diese göttliche Gabe nur bestehen zwischen Gemeinden, die auf derselben Bekenntnisgrundlage stünden. Zwar behaupteten die Adiaphoristen, keine Änderungen in der Religion vorgenommen zu haben, doch weise ihr Leipziger Interim das Gegenteil aus. In diesem Dokument würden Zeremonien wieder eingeführt, die den Fortbestand der Kirche Christi gefährdeten, und die Lehre werde in ihrem Zentralbereich, der iustificatio sola fide, angetastet. Darüber hinaus verstießen die Adiaphoristen gegen den Grundsatz der gegenseitigen Liebe, die zwischen den einzelnen Gemeinden der Kirche bestehen solle und ihren Ausdruck finde in dem Bemühen, in allen Kirchen die wahre Religion zu bewahren. So sei das Leipziger Interim in Geheimkonventen erarbeitet und die Kirchen anderer Territorien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Nur um eines zweifelhaften Friedens willen hätten die kursächsischen Theologen die Gewissen anderer Christen belastet. Durch dieses Verhalten aber hätten sie ein wichtiges Kennzeichen der christlichen Eintracht verleugnet, das darin bestehe, das Kreuz gemeinsam zu tragen, wenn es von Gott auferlegt wird. Gerade die Personen an der Spitze der Kirche seien dazu verpflichtet, mit dem Satan und der gottlosen Welt zu kämpfen. Datiert ist die Widmung auf den 10. April 1550. In einem sich an die Widmung anschließenden Vorwort an den christlichen Leser vertritt Flacius nun die Position, dass sich die Adiaphoristen durch ihre Annahme der papistischen Zeremonien aus der Gemeinschaft der Christen ausgeschlossen hätten und ruft die Christen dazu auf, sich vor ihnen zu schützen wie vor einem leprösen Menschen, damit sie sich nicht an ihrer Krankheit ansteckten. Die Adiaphoristen seien bereits durch Gott selber exkommuniziert und aus der Kirche ausgeschlossen worden. Sie seien vom christlichen Glauben abgefallen und nicht für besser zu erachten als die Muslime. Die in F 1471 enthaltenen beiden Schriften, P 1821, F 1266, F 1490, alle in F 1444 enthaltenen Schriften und G 253 erfahren Neueditionen; zwei Briefe des Illyrikers erfahren ihre Erstedition. Der erste ist datiert auf den November 1548 und gerichtet an den Herzog Georg von Anhalt auf dem Cellenser Konvent. Flacius habe von der Milde gehört, die der Herzog zusammen mit den Wittenberger Theologen verwende, um den Frieden mit dem Kaiser erhalten zu können. Er warnt vor dieser Milde, denn sie helfe nur den Feinden der Kirche. Flacius ruft zur Standhaftigkeit auf. Es gelte, die reine Lehre zu erhalten, wenn nötig auch gegen den Kaiser. Er erinnert an den von der christlichen Kirche geforderten Bekennermut vor Königen. Außerdem sei es untragbar in der Kirche, dass nur zwei oder drei Männer in Geheimverhandlungen die entscheidenden Entscheidungen träfen. Es müssten immer alle Christen an der Entscheidungsfindung beteiligt sein. In dem zweiten Brief kommt Flacius der Bitte eines Freundes nach, Stellung zum Hamburger Interim-Gutachten und die Wittenberger Reaktion darauf zu nehmen. Die Materie sei wesentlich besser im Hamburger Gutachten verhandelt als in der Wittenberger Antwort. Flacius lobt die Hamburger Unterscheidung zwischen wahren, falschen und gottlosen Adiaphora. Auch werde darin gezeigt, welche Anstöße bei der Übernahme der jetzt diskutierten Adiaphora folgen würden. Die Wittenberger Antwort hingegen nehme zu dieser Frage überhaupt keine Stellung und belaste die Gewissen der Christen durch ihre Wiederherstellung der Messe und des Papsttums. Vergleichungen zwischen Christus und dem Belial sei eine entschiedene Absage zu erteilen. Die Adiaphoristen hätten sich durch ihre Vergleichungen mit dem Papst von der wahren Kirche Christi getrennt, die das Kreuz nun allein tragen müsse.

Zitierhinweis

Omnia latina scripta hactenus contra Adiaphoricas fraudes edita, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/b97959a2-c10a-45af-bca2-1cfad151bfe2>. (Zugriff am 22.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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