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Interim adultero germanum. (VD16: D 954)

Calvin, Johannes (auf Titel)

INTERIM
ADVLTERO
GERMANVM.
Cui adiecta est.
Vera Christianae pacificationis,
& Ecclesiae reformandae ratio.
Per Iohannem Caluinium.
MARCI. VIII.
Cauete a fermento Pharisaeorum.
1549.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1549 (auf Titel)
Umfang und Format
143 Bl. 8°
VD 16-Nummer
D 954
Bestandsnachweis HAB
B 49 b.8° Helmst. (2)
Weitere Exemplare
1164.68 Theol.(3); 918.15 Theol.(1); Li 1194; S 251.8º Helmst. (8); T 819.8º Helmst. (5)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Widerstand gegen das Augsburger Interim
Kommentar
Dieser Druck aus dem Jahre 1549 stammt aus der Feder des Genfer Reformators Johannes Calvin und stellt eine kritische Reaktion auf das Augsburger Interim von 1548 dar. Der Text ist auf Latein gehalten und richtete sich demnach an ein universitär und theologisch gebildetes, europäisches Publikum. Die ersten drei Ausgaben erschienen in Genf, eine weitere ohne Calvins Einverständnis im gleichen Jahr als Raubdruck bei Lotter in Magdeburg. Der Druck zerfällt in zwei Teile. Der erste Teil gibt exakt den Text des kaiserlichen Religionsedikts von 1548 wieder, ein zweiter Teil befasst sich kommentarartig mit der religionspolitischen Rolle des Interims. In seinem Kommentar geht Calvin zunächst darauf ein, dass innerhalb der christlichen Welt Einigkeit (concordia) herrschen solle, was jedoch in der gegenwärtigen Christenheit nicht der Fall sei. Das Interim könne keinen Frieden in die Kirche hineintragen, da es nicht den entscheidenden Kategorien einer christlichen Friedensherstellung folge, die Calvin einzig in dem Frieden Christi erreicht sieht. Der einzige Weg, der Kirche ihre Eintracht und innere Spannungsfreiheit zurückzubringen, sei in dem in Christus offenbar werdenden Frieden zu suchen und nicht in dem kaiserlichen Religionsgesetz. Zudem folgen inhaltliche, theologische Attacken auf die Hauptstücke der altgläubigen Lehre und Doktrin. So verwirft Calvin als Gründe für die Rechtfertigung des Menschen vor Gott die Intervention bei Gott durch Engel und Heilige, die Sakramentsauffassung des Interims, Gebete für die Toten, Fasten sowie Zeremonien und setzt an deren Stelle ein reformatorisches Verständnis von Glaube und Rechtfertigung aus Gnade. Zudem lehnt er das altgläubige Sakramentsverständnis ab und verweist darauf, dass lediglich Taufe und Abendmahl als schriftgemäße Sakramente aufzufassen seien. Insgesamt lässt dieser Druck das Bemühen Calvins erkennen, die Einschätzung zurückzuweisen, Teile des altgläubigen Kultus und der Sakramentslehre seien auch für die evangelischen Reichsstände als verbindlich vorzuschreiben. Calvin zufolge ist das kaiserliche Interim aufgrund seiner Undurchsetzbarkeit als gescheitert zu betrachten. Unter dem Titel „L’ interim, c’ est à dire provision faicte sur les differens de la religion en quelques villes & pais d’ Allemagne. Avec la vraye facon de réformer l’ Eglise chrestienne, et appointer les differens qui sont en icelle“ erschien in Genf noch im selben Jahr (1549) eine französischsprachige Übersetzung der lateinischen Erstausgabe dieses Drucks.

Zitierhinweis

Interim adultero germanum., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/c2524c90-1928-4c76-8654-c83a30d0389d>. (Zugriff am 02.06.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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