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Pia et necessaria admonitio (VD16: F 1467 / G 284)

Gallus, Johannes , Flacius, Matthias

PIA ET NECES=
SARIA ADMONITIO DE CAVEN=
DIS CRASSIS, ET PLVSQVAM PA
PISTICIS ERRORIBVS GEOR=
GII MAIORIS.
QVORVM HIC PLVRIMI, RECITA-
TIS AD VERBVM PROLIXIS EIVS
locis, diserte commonstrantur
ac refutantur.
NIC. GALLVS:
Praedicit Iohannes futurum post reuelationem
Bestiae Antichristi, vt exurgat alia noua Bestia similis
quidem illa externa specie agno, sed quae loquatur vt
Draco, & fabricet imaginem prioris Bestiae, efficiatque
vt omnes eam adorent. Noua haec Bestia aliud nihil
significat, quàm seductores agnina pelle tectos, qui
colludentes cum priore Bestia, nouos vitulos ac nouas
Hyenas, nouum doctrinae genus Antichristiano simi-
limum fundát, quod ipsa re fieri nunc experimur. Ve-
rum si quis aliud Euangelium praedicauerit, vt inquit
Paulus, quàm nos praedicauimus, & vos accepistis,
anathema sit, siue Maior, siue Minor, siue Angelus,
siue Apostolus.
ANNO, M. D. LXII.

Gegner:
Major, Georg (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Regensburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Geißler, Heinrich (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1562 (auf Titel)
Kommentar Druck
Flacius als Mitverfasser aus Kolophon erschlossen.
Umfang und Format
48 Bl. 8°
VD 16-Nummer
F 1467 / G 284
Bestandsnachweis HAB
S 211.4° Helmst. (13)
Weitere Exemplare
148.4 Theol. (8); 231.29 Theol. (5); 280.11 Theol. (2); 329.6 Theol. (34); Alv.: Dk 180 (8)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Mit diesem Druck treten Gallus und Flacius den in ihrer Sicht falschen Vorwürfen Majors an die Flacianer entgegen, legen die Ereignisse um den adiaphoristischen Streit erneut dar und widerlegen den Satz Majors "Gute Werke sind nötig zur Seligkeit". Damit reagieren sie auf die Vorrede des Wittenbergers auf seine Evangelienpostille, die ebenfalls 1562 erschienen war (M 2058). Sie weisen den Vorwurf Majors, sie hätten den Streit um die Adiaphora angefangen, mit dem Hinweis darauf zurück, dass sie lediglich auf die Wittenberger Lehrverfälschungen im Kontext des Leipziger Interims reagiert hätten. Auch den Streit um den Satz "Gute Werke sind nötig zur Seligkeit" habe Major 1552 selbst mit seiner Veröffentlichung gegen von Amsdorf (M 1996) angefangen. Der Vorwurf, sie hätten auch diese Auseinandersetzung begonnen, wird von Gallus und Flacius entschieden zurückgewiesen. Nach einer umfangreichen Widerlegung von Anschuldigungen Majors gegen die flacianische Fraktion beginnen Gallus und Flacius die thematische Auseinandersetzung mit der Behauptung, gute Werke seien nötig zur Seligkeit. In seiner Schrift gegen von Amsdorf habe Major zum ersten Mal die Notwendigkeit guter Werke zur Seligkeit und die Unmöglichkeit, die Seligkeit zu erlangen, ohne gute Werke zu tun, behauptet. Damit aber habe er die guten Werke des Menschen zur causa finalis des rechtfertigenden Glaubens erklärt. Umstritten seien gegenwärtig vor allem die Fragen, ob ein Mensch, der Zeit Lebens in Sünde gelebt habe, kurz vor seinem Tod allein durch den Glauben um des Verdienstes Christi willen und ohne Werke gerecht werden könne oder nicht und ob die Gerechtigkeit und das Heil in irgendeiner Weise von der Beschaffenheit der guten Werke abhinge oder nicht. Die Ehre Christi, der vom Himmel gekommen ist, um die Sünder selig zu machen, die kein Werk vorzuweisen haben, verlange, dass die Seligkeit unabhängig von menschlichen Werken zustande komme. Darüber hinaus sei es seelsorgerlich unverantwortlich, den guten Werken eine Rolle bei der Rechtfertigung zuzusprechen, gerieten doch ansonsten die Eltern jung verstorbener Kinder und Menschen, die am Ende ihres Lebens keine guten Werke vorzuweisen wissen, in Verzweiflung. Die guten Werke des Menschen nach seiner Rechtfertigung seien Gaben Gottes des Heiligen Geistes, nie aber Verdienste des Menschen. Die Gabe des Heiligen Geistes könne niemals als ein Werk des Menschen bezeichnet werden. Buße und Glauben, die der Wiedergeburt des Menschen vorausgingen, seien als Werke und Wohltaten Gottes zu bezeichnen, nicht hingegen als Pflichten des Menschen Gott gegenüber. Die guten Werke nach der Wiedergeburt geschähen unter der Herrschaft Gottes und zur Ehre Gottes. Die Wiedergeburt sei die causa efficiens, die guten Werke oder der neue Gehorsam hingegen die Effekte oder Früchte der Wiedergeburt. Man könne sagen, dass niemand gerettet werde ohne Wiedergeburt und Erneuerung, die ohne gute Werke, die als Gnadengaben Gottes zu verstehen sind, nicht vonstatten gehe. Major hingegen verlagere die guten Werke in den Bereich der vorausgehenden Bedingung. Doch werde auch im Corpus doctrinae philippicum keine exakte Trennung zwischen Rechtfertigung des Gottlosen und guten Werken als Folgen und Früchten der Rechtfertigung vorgenommen. Die Gerechtigkeit des Wiedergeborenen bestehe in seinem Glauben, nicht im Glauben, der Heiligung und den guten Werken, wie Major behaupte. Der Mensch sei dadurch vor Gott gerecht, dass er das Wort vom Heil in der Person Christi im Herzen habe und sich darauf verlasse. Ein Unterschied zwischen der majoristischen Lehre und der papistischen Auffassung von der gratia infusa sei nur noch sehr schwer auszumachen.

Zitierhinweis

Pia et necessaria admonitio, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d18dca5d-0b05-4a75-9735-b21b28367d49>. (Zugriff am 25.08.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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