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Disputatio de adiaphoris et mutatione prasentias status pie constituarum ecclesiarum, dt. (VD16: G 269)

Gallus, Johannes

Eine DISPVTA=
TION von Mittel=
dingen / vnd von den itzigen veren=
derungen in kirchen / die Christlich vnd
wol geordent sind aus / dem
Latein verdeudscht.
Mit einer Vorrede
Durch M. Nicolaum Gallum Pfarherrn zu
Magdeburg zu S. Vlrich.
Oseae 4.
Du verwirffest Gottes wort / Darumb wil ich dich
auch verwerffen / das du mein Priester nicht sein solt.

Übersetzer:
Gallus, Johannes (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (aus Text oder Kolophon)
Kommentar Druck
bei Kaufmann drei verschiedene Drucke mit unterschiedlichem Zeilenfall (G 269 ZV 6350/51), in HAB-OPAC nur eine Aufnahme
Umfang und Format
24 Bl. 4°
VD 16-Nummer
G 269
Bestandsnachweis HAB
F 1435 Helmst. (16)
Weitere Exemplare
H 112.4º Helmst. (8); H 407.4º Helmst. (17); 173 Theol. (7); 183.22 Theol. (11); 183.28 Theol. (12); 231.2 Theol. (3); Alv.: Ef 104 (19); Alv.: U 164 (18); Yx 76.8º Helmst.
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Gallus, Johannes (auf Titel)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Mit dieser deutschen Übersetzung seiner lateinischen Schrift "Disputatio de adiaphoris et mutatione prasentias status pie constituarum ecclesiarum" stellte sich der neue Pfarrer an St. Ulrich (Amtsantritt: November 1549) seiner Magdeburger Gemeinde theologisch vor. GALLUS wählte die deutsche Sprache, um auch der mit dem Interim konfrontierten Gemeinde eine Möglichkeit zur eigenen Urteilsbildung zu geben. Daneben dürfte auch der Gedanke eine Rolle gespielt haben, die Wittenberger Professoren durch die akademische Form der Disputation wieder in die Diskussion zurückzuholen. In der Vorrede hält GALLUS einen biographischen Rückblick auf die letzten beiden Jahre. Als nach dem gottlosen Augsburger Interim auch noch das Leipziger durch Wittenberger Theologen entworfen und ihm als Dozenten der Leucorea verbindlich gemacht wurde, habe er sich dazu gezwungen sehen, im November 1549 Wittenberg endgültig zu verlassen. Er habe damit begonnen, Schriftstellen zu den einzelnen strittigen Artikeln zu sammeln, um sich eine fundierte Position zum Leipziger Interim zu erarbeiten. Zunächst habe er in Wittenberg noch die Hoffnung gehegt, seine Lehrer von ihren Irrtümern zu überzeugen. Wütend habe er darum auf die kompromisslose Polemik des FLACIUS Illyricus reagiert. Doch habe er je länger je mehr einsehen müssen, dass die eigenen Lehrer Christus verraten und zum Teufel abgefallen seien. Doch habe Gott FLACIUS dazu berufen, den Adiaphoristen ins Angesicht zu widerstehen, wie einst Paulus dem Petrus in Antiochien. Die offenbarte Wahrheit zwinge nun die Schüler gegen ihre einstigen Lehrer Stellung zu beziehen, von denen sie einst in die Lehre des Evangeliums eingeführt worden seien. Seine Disputation beginnt GALLUS mit der Feststellung einer dreifachen Offenbarung Gottes im Evangelium, den weltlichen Rechten und den Kirchenrechten. In den Kirchengebräuchen sei zu unterscheiden zwischen den gebotenen Handlungen der Wortverkündigung, Taufe, Abendmahl und Beichte und nicht gebotenen Handlungen, die um diese vier gebotenen herum angeordnet sein und zur Erbauung und Ordnung der Gemeinde dienen sollen. Die nicht gebotenen Ordnungen sind solange als Adiaphora zu bezeichnen, wie sie nicht den gebotenen Handlungen entgegengesetzt seien. Sei die weltliche Obrigkeit als Herrin über die weltliche Ordnungen anzusehen, so sei die christliche Gemeinde aufgrund ihrer evangelischen Freiheit Herrin über die von den weltlichen Ordnungen kategorial zu unterscheidenden kirchlichen Ordnungen. Wenn andere Instanzen der Gemeinde Ordnungen aufdrückten, die dem Wort Gottes zuwider sind, als nötig zum Heil bezeichnet würden oder Abgötterei mit sich brächte, so müsse die christliche Gemeinde widersprechen und könnte diese Zeremonien niemals für gültig erklären. Äußerer Zwang nähme den Adiaphora ihren Charakter.

Zitierhinweis

Disputatio de adiaphoris et mutatione prasentias status pie constituarum ecclesiarum, dt., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/b1a866c4-ddf5-4db1-b8ba-96b6e2560a1a>. (Zugriff am 25.08.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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