Bibliographie/Quellen

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Brevis Responsio ad confessionem Wittebergensium (VD16: P 4687)

Praetorius, Abdias (auf Titel)

BREVIS RE=
SPONSIO AD CONFESSIONEM
THEOLOGORVM VVITE-
bergensium de libero arbitrio.
Authore Zacharia Prae-
torio.

Gegner:
Theologische Fakultät Wittenberg (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Regensburg (erschlossen)
Drucker
Geißler, Heinrich (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1560 (erschlossen)
Kommentar Druck
Lindenblatt auf Titelblatt
Umfang und Format
7 Blatt 4°
VD 16-Nummer
P 4687
Bestandsnachweis HAB
Yv 2192 . 8° Helmst. (3)
Weitere Exemplare
148.4 Theol. (6); G 104.4º Helmst. (19)
Edition
Edition geplant
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Mit diesem Druck nimmt der Pfarrer von Eisleben, Zacharias Praetorius, Stellung zur These des Flacius, dass der Mensch sich in seiner Bekehrung wie ein Klotz oder Baumstamm verhalte, nichts von sich selbst zu ihr beitragen könne und ihr als ein Feind Gottes sogar widerstrebe. Dieser Satz sei auf heftigen Widerstand der Wittenberger Theologen gestoßen. Doch was soll der Mensch mehr zu seiner seiner Bekehrung beitragen, wenn gelten soll, dass allein Gott es ist, der ihn bekehrt? Zwar unterscheidet sich der Mensch von einem Klotz durch seine sinnliche Wahrnehmung und seinen Willens. Doch verhalte er sich in seiner Bekehrung rein passiv. Praetorius lehnt die Vokabel „Klotz“ als ungeeignet ab. Der Mensch verhalte sich wie ein Mensch in seiner Bekehrung. Doch sei er nach dem Fall zu einem Feind Gottes geworden, ein Mensch in der Rebellion gegen seinen Schöpfer. Alle seine Gedanken, das, worauf er aus sei, sei Feindschaft gegen Gott. Von sich aus könne er so niemals glauben oder das Wort Gottes verstehen. Dafür sei der Heilige Geist nötig. Der Mensch könne so nichts zu seiner Bekehrung beitragen. Vielmehr widerstehe er mit seinen natürlichen Kräften dem Willen Gottes. Doch bekomme er in seiner Wiedergeburt einen Gott entsprechenden Willen geschenkt. Der Syllogismus „Die menschliche Natur ist von Gott abgefallen. Also verhält sich der Mensch wie ein Baumstamm“ müsse indes anders formuliert werden: Wer von Gott abgefallen oder wessen Natur Gott gegenüber feindlich sei, der könne sich nicht auf die Gnade vorbereiten oder in irgendeiner Weise an seiner Bekehrung mitwirken. Der Mensch sei abgefallen von Gott und seiner Natur nach ein Feind Gottes. Nicht die Herkunft der menschlichen Natur, sondern ihre Entartung und Verderbnis hätten zu diesem beklagenswerten Zustand des Menschen geführt. Darum könne sich der Mensch nicht auf die Gnade vorbereiten oder an seiner Bekehrung mitwirken. Die Bekehrung oder Wiedergeburt sei vielmehr eine neue Schöpfung und der wiedergeborene Mensch eine neue Kreatur, wie Paulus dies zu Recht betone. In dieser Neuschöpfung bekomme der von Gott abgefallene Mensch, dessen Wille Nein zu Gott sage, einen Gott entsprechenden Willen geschenkt, der Ja sage zum Werk Gottes an ihm. Zur These des Flacius, dass der Gott widerstrebende Mensch von Gott zur Bekehrung gezwungen werden müsse, hält Praetorius fest, dass niemand glauben könne, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wirksam sei. Der Glaube sei nicht nur eine geistige Erkenntnis, sondern auch ein Vertrauen und ein Trost im Herzen. Der Haupteinwand der Gegner bestehe in der Universalität der Gnadenverheißung, die der Mensch im Glauben annehmen könne. Daraus werde geschlossen, dass der Menschen glauben wollen oder sich zumindest auf den Glauben vorbereiten könne. Dagegen sei festzuhalten, dass der Mensch überhaupt keine Möglichkeit zum Glauben in sich habe. Gott handelt zuerst, dann antworte der Mensch. Die Ablehnung Gottes geschehe unter vollem Einsatz des menschlichen Willens, während derselbe Wille zum Guten und zur Anerkennung Gottes unfähig sei, solange er nicht wiedergeboren werde. Die Heilsgewissheit hänge nicht am freien Willen des Menschen, sondern allein am Heiligen Geist, der als Unterpfand der Seligkeit dem Menschen geschenkt werde. Die Heilsgewissheit hänge so allein an der Wirksamkeit Gottes selber im menschlichen Herz, die durch Gottes Verheißungen konstituiert werde. Die Definition, dass der freie Wille die Möglichkeit sei, sich auf die Gnade vorzubereiten, wie sie in der letzten Ausgabe der Loci communes stehe, sei darum deutlich abzulehnen

Zitierhinweis

Brevis Responsio ad confessionem Wittebergensium, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fc32dd63-c76c-4119-be79-730f89146232>. (Zugriff am 21.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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