Bibliographie/Quellen

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Synopsis Antichristo Romani (VD16: W 2868)

Wigand, Johannes (auf Titel)

SYNOPSIS
ANTICHRISTI RO
MANI SPIRITV ORIS CHRI-
sti reuelati.
IOHAN. VVIGAND.
Apoca. 14.
Si quis adorauerit Bestiam & imaginem eius, & acceperit
Characterem in fronte sua, aut in manu sua, hic bibet de uino irae
Dei, quod mixtum est mero in calice irae ipsius. Et cruciabitur
igne & sulphure in conspectu angelorum sanctorum
& ante conspectum agni, & sumus supplicij
corum ascendet in secula seculorum.
IHENAE.
EXCVDEBAT THOMAS
rebart. Anno 1. 5. 60.

Druck

Erscheinungsort
Jena (auf Titel)
Drucker
Rebart, Thomas (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1560 (auf Titel)
Kommentar Druck
dt. Fassung = W 2870
Umfang und Format
34 Bl. 4°
VD 16-Nummer
W 2868
Bestandsnachweis HAB
511.57 Theol. (18)
Weitere Exemplare
H 140.4º Helmst. (2)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Bürgermeister, Rat, Bürgerschaft und Prediger (aus Text oder Kolophon)
Datum
undatiert
Umfang
C[eigentlich A] 2r - unpag. r = 9 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Adiaphoristischer Streit
Kommentar
In seiner Widmungsvorrede beklagt Wigand weniger die Anhänger des Antichrists oder die gänzlich Abgefallenen, sondern vor allem diejenigen, die in jüngster Zeit dem Antichrist geholfen hätten, obwohl sie eigentlich in der wahren Kirche lebten. Denn viele Prediger hätten nach Luthers Tod dessen Lehre vom Antichrist in Vergessenheit geraten lassen und nicht beständig gemahnt. Mehr noch hätten sie ihn beschönigt und sich ihm soweit wie möglich genähert, ja die Proposition "Gute Werke sind nötig zur Seligkeit" gelehrt und das SOLA aufgegeben, in Zeiten von Verfolgung und Bekenntnis. Sie hätten es auch für recht gehalten, des Antichrists Zeremonien wieder anzunehmen und die, die dagegen waren, zu verjagen -- um Ruhe von den Verfolgern, Reichtum, Ehre und Macht zu erlangen. Darüber hinaus seien seither jahrelang diejenigen verfolgt worden, die in den Zeiten des Interims gepredigt haben, den Antichrist zu meiden. Auch habe die Obrigkeit sich als nachgiebig erwiesen, und viele Weltkinder hätten es den Predigern im Nachgeben gleichgetan und das Interim ganz oder in Teilen angenommen. Manche hätten "den Adiaphoristischen Mantel so weit ausgedehnt", daß sie vor dem Antichrist das Knie gebeugt hätten, um an große Bistümer und Administratorenämter zu kommen, und hätten das auch noch verteidigt. Viele Fürsten und Adelige, die sich des Evangeliums rühmen, versuchten, für ihre Kinder Kanonikate und Propsteien zu bekommen -- eine Folge der Adiaphoristerei. Schamloses Verhalten grassiere bei Obrigkeiten und Untertanen. Deswegen sei es nötig, die Lehre vom Antichrist weiter zu treiben. Wigand widme seine Schrift den Magdeburgern, weil ihre Kirche in der Zeit, als andere das augsburgische große Interim oder das kleine oder junge angenommen hätten, standhaft geblieben sei. Solche Warnung vor dem Antichrist gehöre zu ihrem Bekenntnis, bei dem sie bleiben müssten, denn der Teufel versuche mit seinen adiaphoristischen Werkzeugen, sie von ihrer Beständigkeit abzubringen, zumal die Papisten mit ihrer Messe wieder in der Stadt vertreten seien. Besonders die angesprochenen Prediger wüssten, daß es nicht eine einfache weltliche Angelegenheit sei, Abgötterei in den Mauern zu dulden. <br />Die eigentliche Schrift ist eine sytematische Abhandlung über den Antichrist. Wer an die wahre Kirche glaube, müsse auch den Artikel über den Antichrist glauben. Dieser wird nach allen Regeln akademischer Methode zergliedert: Ob es den A. gebe, Etymologie und Benennung, Definition, Species oder Arten, Efficientes, Impulsivae, Materiales ex quibus, in quibus und circa quas, Locus, Formales, jeweils mit den "Contraria". Die deutsche Übersetzung gibt diese strenge Abschnittsgliederung mit Umschreibungen sehr viel wortreicher wieder. Die Formen des Antichrists werden in 13 Unterpunkten aufgezählt, dabei werden die verschiedenen Formen der Abgötterei in drastischen Worten geschildert. Es folgen Abschnitte über Revelatio und Destructio oder Zerstörung des Antichrists. Hier werden unter der Überschrift "Contraria" bzw. "Wider diese lehre ist" vor allem Haltungen der Interimisten und Adiaphoristen angeführt, etwa das man die Siebenzahl der Sakramente akzeptieren und die Zeremonien wiedereinführen solle. Die "Finales" des Antichrists ergeben sich nach Wigand entsprechend den vorangegangenen Artikeln. Es folgen Artikel zu den Poenae, unterteilt in leibliche, geistliche und ewige Strafe und zu den Cognata bzw. ähnlichen oder befreundeten Dingen, wo wieder die Adiaphoristen und Interimisten, aber auch Heiden, Tartaren und Mamelucken genannt werden. Daneben finden Osiander, Schwenckfeld, Libertiner und andere Erwähnung. Dem Antichrist entgegen stehen nach Wigand die Trinität, die guten Engel, das göttliche Wort, der Katechismus, treue Diener des Worts -- Beispiele finde man im Catalogus testium veritatis --, die reinen Konzile, CA und AC, ASm, "Bekenntnis der Sachsen und dergleichen", Gebete und Bekenntnisse, die christliche Obrigkeit und die Eltern und Lehrer. Abschließend folgen die "Composita -- Was hieraus zu urteilen": Nach Wigand ergeben sich aus der Schrift die Antworten auf die Fragen nach dem geistlichen Recht, ob man dem Römischen Antichrist nachgeben dürfe, ob man Benefizien annehmen dürfe, die Zeremonien halten, die Augen vor Mißbrauch verschließen, sich in die päpstlichen Gottesdienst begeben, sich den päpstlichen Bischöfen unterwerfen dürfe, und das in Zeiten der Verfolgung, und vieles andere mehr. In diesen Passagen wird die antiadiaphoristische Zielrichtung der Schrift eindeutig klar. Mit der Bitte um Gottes Hilfe schließt die Schrift.

Zitierhinweis

Synopsis Antichristo Romani, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d5d42fb3-0e40-4c19-9c9f-7c5fe1a44a63>. (Zugriff am 17.09.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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