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De Victorini Strigelli Declaratione (VD16: V 986)

Wigand, Johannes (aus Text oder Kolophon) , Judex, Matthäus (auch Richter) (aus Text oder Kolophon) , Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon) , Gallus, Johannes (aus Text oder Kolophon)

DE VICTO=
RINI STRI=
GELII DECLARATIONE
seu potius occultatione
errorum.
Psalm. LXXX.
Vitem de AEgipto transtulisti, Eie=
cisti gentes & plantasti eam. Dux itine=
ris fuisti in conspectu eius, & plantasti
radices eius, & impleuit terram.
Defastauit eam aper de silua, & fera
campi depasta est eam, Deus Zebaoth,
conuertere, respice de coelo, & vide &
visita vineam istam.
M D LXII.

Gegner:
Strigel, Victorinus (auf Titel)

Druck

Erscheinungsjahr
1562 (auf Titel)
Umfang und Format
15 Blatt 8°
VD 16-Nummer
V 986
Bestandsnachweis HAB
1041.5 Theol. (10)
Edition
Edition geplant
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Mit dieser Schrift wenden sich die Theologen Johannes Wigand und Matthäus Judex gegen die Lehre Victorin Strigels, die er in der Weimarer Disputation mit Flacius 1560 vorgetragen hatte. Strigel habe sich mit dieser Disputation direkt gegen die Lehre Luthers vom unfreien Willen gewandt, indem er dem menschlichen Willen die Fähigkeit zugesprochen habe, in der Bekehrung das Wort Gottes annehmen zu können. Damit sei er zu einem Vertreter der Synergie geworden gegen das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift. Nach Strigel verfüge der Mensch über einen modus agendi im Prozess der Rechtfertigung. Wenn er nun gleichzeitig mit dieser seiner Lehre behaupte, dass der menschliche Wille nichts bewirken könne in der Bekehrung, so sei dies als Versuch zu werten, die Leser zu betrügen, denn für ihn sei nicht der ganze Mensch tot in geistlichen Angelegenheiten, sondern nur die Wirksamkeit seiner noch vorhandenen gottgemäßen Eigenschaften. Strigel nehme überdies keine genaue Unterscheidung vor zwischen altem und wiedergeborenem Menschen. Der Mensch müsse für ihn in der Lage sein, die göttliche Berufung fassen und annehmen zu können, da dies zur menschlichen Kondition gehöre. Doch stammten alle diese Argumente Strigels aus der Philosophie und nicht aus der Theologie. Mit der Feststellung, Homines esse capaces vocationis diuinae habe Strigel eindeutig zu verstehen gegeben, dass er ein Synergist sei und den Monergismus Gottes in der Bekehrung ablehne. Auch die beiden Zitate des Nazianzeners und Bernhards könnten ihm nichts helfen, sei doch hinlänglich bekannt, dass diese beiden Theologen in noch viel stärkerem Maße als Strigel als Synergisten zu bezeichnen seien. Strigel habe versucht, die Väter über die ihnen widersprechende Schrift zu stellen. Die Schrift der beiden Theologen endet mit Begründungen für die Verdammung der Promotionsthesen Strigels. Daran schließen sich kurze Voten der beiden Theologen Matthias Flacius Illyricus und Nikolaus Gallus an, in denen beide feststellen, dass sich die Kirche in den letzten, in der Apokalypse geweissagten Zeiten befinde, in denen Sittenverderbnis und Lehrverfälschung Überhand gewönnen. Aber Christus werde immerdar mit seiner Kirche bleiben bis zum Tag seiner Parusie.

Zitierhinweis

De Victorini Strigelli Declaratione, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a08ba9f8-9302-4c89-a840-ef1622b8e21e>. (Zugriff am 25.08.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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