Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 1248.

scripta theologorum wirtenbergicorum (VD16: Q 16)

Theologen (auf Titel) , Strigel, Victorinus (auf Titel) , Württemberger Theologen (auf Titel)

QVAEDAM SCRI-
PTA THEOLOGORVM VVIR=
tenbergicorum & Victorini Strigelij,
unde liquet, quid illi de ipsius
Papistica Synergia
sentiant.
Rom. 7.
Reperio igitur per legem uolenti mihi facere bo-
num, quod mihi malum adiunctum sit. Delectat e-
nim me lex Dei secundum internum hominem: sed
uideo aliam legem in membris meis rebellantem le-
gi mentis meae, & captiuum redde(n)tem me legi pec-
cati, quae est in membris meis. Miser ego homo,
quis me liberabit ex hoc corpore mortis? Gratias
ago Deo per Iesum Christum dominum nostrum.
Itaque idem ego MENTE quidem seruio legi
Dei, CARNE uerò legi peccati.
En habes liberum arbitrium carnalis naturae ac
rationis in renato: Quam bonam quaeso putas es-
se eius Synergiam in non renatis?
1564.

Druck

Erscheinungsjahr
1564 (auf Titel)
Kommentar Druck
a 2r-3r: Literae ducis ad Victorinum Strigelium (Datierung: 14. Juli 1563 a 3r-6r: Censura Theologorum Wirtenbergicorum (Datierung: 10. Juli 1563) a 6v-7v: Responsio Victorini Strigelij(Datierung: 1. September 1563) a 7v-8r: Strigelii Refutatio praecedentis censurae (undatiert) a 8r-9v: Schlusstext
Umfang und Format
10 Blatt 8°
VD 16-Nummer
Q 16
Bestandsnachweis HAB
1179. Theol. (7)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Erbsündenstreit, Synergistischer Streit
Kommentar
Dieser Druck stellt eine Materialsammlung zur Auseinandersetzung zwischen Victorin Strigel und den Württemberger Theologen im Jahr 1563 dar. Das erste Dokument ist ein Brief Christophs von Württemberg an Strigel. Der Herzog habe sich nur darum für die Freilassung Strigels aus der herzoglich-sächsischen Haft eingesetzt, weil er um den Frieden der Kirche besorgt gewesen sei. Er hatte gehofft, dass auch Strigel dem Frieden dienen würde nach seiner Freilassung. Doch habe er in seiner kürzlich erschienenen Psalmenauslegung (B 3210) seine Meinung vom freien Willen deutlich und unmissverständlich dargelegt. Er habe darum seine Theologen beauftragt, ihm eine censura über diese Psalmenauslegung zu erstellen. Der Brief endet mit einem eindringlichen Appell an Strigel, dem Frieden der Kirche zu dienen. Die Censura der Württemberger Theologen beginnt mit der Feststellung, Strigel behaupte in seiner Auslegung, der menschliche Wille laufe in der Bekehrung solange passiv mit, bis ihn der Heilige Geist verändere. In seiner Auslegung von Psalm 95 behaupte Strigel, dass der menschliche Wille nicht tatenlos sei bei seiner Bekehrung, sondern vielmehr den Gehorsam Gott gegenüber wolle. Der unwiedergeborene menschliche Wille widerstrebe dem göttlichen Handeln nicht ausschließlich, sondern warte auf die göttliche Gnade, unterstützt vom Heiligen Geist. Die Sünde habe das Ebenbild Gottes im Menschen nicht gänzlich zerstören können. Den Sitz der Gottesebenbildlichkeit bestimme Strigel in der Seele und dem Willen des Menschen. Das bestreiten auch die Württemberger Theologen nicht. Strittig hingegen sei es, ob der menschliche Wille noch in der Lage sei, irgendetwas zum Guten beizutragen, oder ob er dazu nicht mehr in der Lage sei. Für die Württemberger ist der menschliche Wille nach dem Fall zum Bösen hin ausgerichtet und widerspreche Gott und seinen Handlungen. Erst der Wiedergeborene bekomme zu seinem alten Willen den neuen, Gott entsprechenden Willen geschenkt. Strigel beginnt seinen Antwortbrief an den Württemberger Herzog mit einer Klage darüber, dass seine Lehre missverstanden worden sei. Er sei sein Leben lang bemüht gewesen um die Reinheit der Lehre und die Eintracht der Lehrenden. Ach habe nicht er den Streit in Jena begonnen, sondern die Gegenseite. Seine Gegendarstellung beginnt Strigel mit der Klage darüber, dass die Württemberger Censoren mit einem deutlichen Vorverständnis und nicht unvoreingenommen an seine Texte herangegangen seien. Er zieht Augustin als Zeugen für seine Position heran. Einem widerstrebenden Menschen offenbare Gott sich nicht. Er bittet den Herzog, nicht die Censura seiner Theologen zur Grundlage seiner Meinung über ihn zu machen. Als letztes Dokument werden einige Thesen der Disputation zwischen Strigel und den Württemberger Theologen in Tübingen abgedruckt, die unter Vorsitz von Theodor Schnepf, einem Schwager Strigels stattfand. Die dort vertretenen Positionen entsprechen den bereits dargestellten.

Zitierhinweis

scripta theologorum wirtenbergicorum, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fb23e7b2-624c-4f96-a486-2430532e28e6>. (Zugriff am 13.12.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht