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Wider den schnöden Teufel (VD16: F 1559)

Flacius, Matthias (erschlossen)

Wider den Schnöden
Teuffel / der sich itzt abermals in ei=
nen Engel des liechtes verkleidet hat / das
ist wider das newe INTERIM /
Durch Carolum Azariam
Gotsburgensem.
1. PETRI 5.
Seyt nüchtern vnd wachet / denn ewer widersacher
der Teufel geht vmbher / wie ein Brüllender Löwe / vnnd
suchet welchen er verschlinge / Dem widerstehet fest im
Glauben.
2. CORINTH. 16.
Denn des HERRN augen schawen alle landt / das
er stercke die / so von gantzem hertzen an jm sindt.
2. CORINTH. 11.
Der Sathan selbs verstellet sich zum Engel des liech=
tes / darumb ist es nicht ein grosses ob sich auch seine diener
verstellen / als Prediger der gerechtigkeit / welcher ende sein
wirt nach jhren wercken.
M. D. XLIX.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (erschlossen)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1549 (auf Titel)
Kommentar Druck
in HAB-Aufnahme nicht unterschieden zwischen F 1559 und H 113 (4). 4° Helmst.
Umfang und Format
11 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1559
Bestandsnachweis HAB
H 110 (5) 4° Helmst.
Weitere Exemplare
M: Ts 393 (3); 183.21 Theol. (11); 231.96 Theol. (16); H 407.4º Helmst. (16); S 8.4º Helmst. (11); T 733.4º Helmst. (10);Alv.: U 146 (7)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Dies ist die erste Schrift des Flacius gegen die Leipziger Artikel, die er als das "Leipziger Interim" bezeichnet. Sie ist stark apokalyptisch gestimmt. Im Hauptteil der Schrift verurteilt Flacius das Augsburger Interim und mehr noch die seiner Ansicht nach nur scheinbar protestantischen Leipziger Artikel als gottlos und fordert ein klares Bekenntnis aller Christen, besonders aber der theologischen Lehrer ein. Auch scheinbar harmlose Veränderungen des lehrmäßigen und liturgischen Bestands, brächten grundsätzlich Ärgernisse und die Gefahr, in Missbräuche zu verfallen. Auch entstehe der Anschein, man habe das ganze Interim angenommen. Flacius beklagt, dass Veränderungen infolge des Interims nicht in öffentlichen Schriften kommentiert werden dürften. Und selbst wenn es Schriften gäbe, würden diese nicht allgemein gelesen. Schließlich verlören Mitteldinge ihre Beliebigkeit, wenn gewaltsam auf sie gedrungen werde, da sie dann die christliche Freiheit einschränkten. Auch Predigt könne gegen die den päpstlichen Gebräuchen innewohnenden Irrlehren nur wenig ausrichten, besonders dann, wenn es untersagt werde, gegen sie zu predigen. Ein Kompromiss zwischen Christus und Belial, in dem Flacius den Papst erkennt, sei unmöglich. Jedes Zugeständnis könne nur dazu führen, dass schließlich das ganze Papsttum wieder aufgerichtet werde. Darauf beurteilt Flacius die Leipziger Artikel einzeln: Den Artikel von der Rechtfertigung nennt er unzureichend, im Artikel von der Autorität der Kirche erkennt er die Wiederaufrichtung der Menschensatzungen, im Artikel von den Kirchendienern sieht er der Willkür der Bischöfe die Tür geöffnet und lehnt die Wiedereinführung der Firmung als papistisches Gaukelwerk ab. Beim Taufartikel kritisiert er vor allem die Wiedereinführung der lateinischen Sprache. Die Artikel über Buße und Absolution seien ungenau, der Messartikel enthalte die Vorstellung einer Messopfers. Schließlich werde die Letzte Ölung werde wieder zum Sakrament erhoben, die deutschen Psalmen verboten und die lateinischen wieder eingeführt. Bei den Begräbniszeremonien wolle man mit dunklen Worten der Wiedereinführung der Vigilien und Seelmessen ermöglichen. Insgesamt seien auch die Leipziger Artikel mit betrügerischer Absicht formuliert. Flacius lobt die sächsischen Landstände dafür, dass sie sie nicht hatten annehmen wollen. Sie und der gefangene Kurfürst sollten allen Gottesfürchtigen als Vorbild dienen.

Zitierhinweis

Wider den schnöden Teufel, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f0a1a136-d6a8-4d40-8f3b-d282351a7f82>. (Zugriff am 14.08.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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