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Ein rechter lästeriger Rabsackesbrief (VD16: ZV 10271)

Heusenstamm, Sebastian von (aus Text oder Kolophon)

Ein rechter lesteri=
ger Rabsakes brieff / geschrieben
von einem Bischoff an einen Christlichen Für
sten / in welchem er ihn vermanet das er sol von
der erkanten warheit Christi zu dem Antichrist
abfallen / Daraus man sehr woll kan
mercken wie gut es die Antichristische
Wolffe mit den armen
Schefflein Christi
meinen.
Apocalip. 13
Der das mall zeichen des Thiers in seine rechte
hand nicht empfangen / vnd sein Bilde nicht anbeten /
(das ist / das Interim annemen.) wird / der wird ni=
cht künnen keuffen vnd verkeuffen.
Apocalip. 16.
Es wird aber ein böse vnd arge Druss an den
menschen werden / die das mall zeichen des Thiers ha=
ben / vnd sein Bilde angebetet haben.
Derhalben last vns thun / wie der Engel Apocalip:
14. schreiet / Fürchtet Gott vnd gebt jhm
alleine die ehre.

Herausgeber:
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1549 (auf Titel)
Kommentar Druck
vgl. 2. Könige 18,17ff; Sanheribs Angriff auf Jerusalem, Rabschake von Lachisch als Gesandter. C iii v - C iv v weitere Kommentare Flacius'' Auf letzter Seite Erwähnung der "newlich gedruckten trewme"
Umfang und Format
12 Bl. 4°
VD 16-Nummer
ZV 10271
Bestandsnachweis HAB
G 672.4° Helmst. (4)
Weitere Exemplare
369 Theol. (9); 506.5 Theol. (17); H 122.4º Helmst. (16); H 112.4º Helmst. (14); S 307.4º Helmst. (14); H 161.4º Helmst. (4); 173.3 Quod. (20); 240.60 Quod. (1)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Flacius gibt hier ein Mandat des Mainzer Erzbischofs Sebastian von Rabsack heraus, indem dieser einen protestantischen Fürsten ermahnt, er solle die Forderungen des Augsburger Religionsgesetzes von 1548 (Interim) ausführen. In seiner Vorrede warnt Flacius seine Leser vor dem Interim und der römischen Kirche, deren scheinbar schöne Reden reines Blendwerk seien. Er lasse diese Schrift drucken, um dies zu zeigen. Das Interim sei längst widerlegt, vor allem durch die norddeutschen Städte, dennoch werde es von der Altgläubigen Seite wider besseres Wissen immer noch vertreten. Flacius greift auch Johann Agricola und die sog. Adiaphoristen an, die in einigen Artikeln des Interim unkritische und damit annehmbare Mitteldinge erkannten. Nun seien die letzten Zeiten angebrochen. Man müsse bekennen und sich nicht aus Angst oder Rücksicht auf den eigenen Vorteil von dem notwendigen Bekenntnis abbringen zu lassen. Es folgt der Text des Mandats mit zahlreichen grob polemischen Marginalien. Es fordert die Rückgängigmachung aller kirchlichen Änderungen oder zumindest die Einhaltung aller Regelungen des Interims bis zu einem allgemeinen Konzil. Die Prediger sollen sich aller Polemik enthalten und in ihrem Lebens-wandel keinen Anstoß bieten. Zudem sollen sie auf den Kanzeln darüber predigen, wie gefährlich es ist, von der allgemeinen Lehre abzuweichen. Die Prediger, die geheiratet haben oder ohne bischöfliche Ordination in ihr Amt gekommen sind, sollen ihre Frauen verlassen und zur Kirche zurückkommen, wo sie laut Dispens des Papstes wieder aufgenommen und versorgt werden sollen, nachdem sie abgeschworen und Buße getan haben. Die Kommunion sub utraque soll zwar ausgegeben werden, aber nur noch bis zum Konzil, nur an Kommunikanten, die vorher bekannt haben, daß Leib und Blut auch unter einer Gestalt anwesend sind, nicht gleichzeitig mit einer Kommunion unter einer Gestalt und nur, um die Ruhe zu bewahren. Der Kaiser habe dem Bischof abverlangt, ihn über die genaue Umsetzung der Maßnahmen zu berichten.

Zitierhinweis

Ein rechter lästeriger Rabsackesbrief, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f87d8ab9-c615-4e4b-8b9d-7fbcb8be98f0>. (Zugriff am 13.12.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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