Bibliographie/Quellen

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Wider den Auszug des Leipzischen Interims (VD16: F 1557)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Widder den ausszug
des Leipsischen Interims /
oder das kleine Interim.
Durch Math. Flacium Illy=
ricum.
Ephe. 6.
Zu letzt meine Brüder / Seid starck in dem HErn / vnd
inn der macht seiner stercke. Zihet an den harnisch Gottes /
das jr bestehen künd gege(n) dem listigen anlauff des Teuffels
(als da sind zu vnser zeit die heimliche Spanische practiken /
vnd so manicherley wol geschmückte Interim) Den(n) wir haben
nicht mit fleisch vnd blut zu kempffen / sondern mit Fürsten
die in der Finsternis dieser welt herschen / mit den bösen Gei=
stern vnter dem Himel. Vmb des willen / so ergreiffet den har
nisch Gottes / Auff das jhr widderstehen künd an dem bösen
tage / vnd inn alle ewrem thun bestehen müget.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1549 (aus Text oder Kolophon)
Kommentar Druck
einzige Ausgabe in VD 16<br>Digitalisat in LH Wittenberg (unvollständig, Titelseite fehlt)
Umfang und Format
8 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1557
Bestandsnachweis HAB
J 154.4° Helmst.(9)
Weitere Exemplare
Yv 30 8° Helmst.; 506. 5 Theol. (5); Ts 417 (31)
Berl DSB Dg 4669 Berl DSB Dg 4669∠Bud SK Ant. 2356 Bud SK Ant. 2538(10) Dres LB Hist.eccl.E 261,6 Gött SB 8 TH IREN 60/16 (2) Gotha FB Theol.4º210-211(17) Hal
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 2, Nr. 1, S. 16-37.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Flacius bekämpft mit dieser Schrift das von ihm so genannte kleine Interim: Der Antichrist komme in vielerlei Verkleidungen. Nachdem er mit dem Augsburger Interim nicht überall habe durchdringen können, habe er es mit dem Leipzier, Märkischen und Fränkischen versucht, dann komme er mit den Mitteldingen und nun mit dem kleinen Koran, der aus dem Leipziger Interim gezogen sei. Was darin zu den Sakramenten, Katechismus etc. geboten werde, sei auch schon bisher gehalten worden. Es gehe also darum, darunter den päpstischen Sauerteig zu mischen. Er moniert in den Artikeln zu Taufe, Konfirmation, Abenmahl, Krankensalbung versteckte oder verschwiegene papistische Lehren. Bei der Messe kritisiert er das Confiteor und die Aufrichtung einer Spektakelmesse neben der Kommunion. Bei den Kleider räumt er ein, daß sie vor Gott ein Mittelding seien, doch wo sie abgeschafft worden seien, könnten sie nicht ohne großes Ärgernis wieder eingeführt werden. In den Stundengebeten sieht er die Anrufung der Heiligen verborgen, in den Totengesängen Seelmesse und Vigilien. Auch wenn das kleine Interim nicht mit Verfolgung und Absetzung der Pastoren durchgesetzt werden solle, so werde es doch großes Ärgernis auslösen. Ohne es an einzelnen Artikeln zu belegen, sieht Flacius im Ganzen die Tendenz, das Papsttum wieder einzuführen. Er erwähnt einen kürzlich erhaltenen Brief von Vergerio, der als geflohener Bischof von Graubünden aus gegen den Papst drucke, während man in Deutschland die christliche Religion verleugne. Die Schrift endet mit einem zweiseitigen Auszug aus Luthers "Wider Hans Worst".

Zitierhinweis

Wider den Auszug des Leipzischen Interims, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/bab827e4-22bd-45cf-ade8-d32f3b2f987e>. (Zugriff am 27.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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