Bibliographie/Quellen

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Bulla antichristi de retrahendo populo Christi, dt. (VD16: K 402)

BVLLA des Anti=
christs / dadurch er das volck Gottes
widderumb inn den eisern ofen der Egiptischen
gefengknis denckt zuziehen / gleichstimmig mit
des Meintzischen Rabsakes briefe. Daraus wol
zuuernemen / was der Teufel durch seinen beide tu=
gent / das ist / durch den Mörderische(n) krieg wid=
der die Kirche Gottes / vnd durch sein lü=
gen / als da sind / Concilium / Inte=
rim / Mittelding / Chorrock /
denckt auszurichten.
Verdeudscht.
Esaiae 5.
Mein lieber hat einen Weinberg an einem fetten ort /
Vnd er hat ihn verzeunet vnd mit steinhauffen verwa=
ret / vnd edle reben drein gesenckt / Er bawete auch einen
Thurm drinnen vnd grub eine kelter drein / vnd wartet
das er drauben brecht / Aber er brachte heerlinge. Nu rich=
tet jhr Bürger zu Jerusalem / was wird mann dem wein=
berge thun?
Amos 8.
Sihe / es kömpt die zeit / spricht der HERR / das ich
einen hunger ins land schicke(n) werde / nicht ein hunger noch
brot / oder durst nach wasser / Sondern nach dem wort
des Herrn zuhören / das sie hin vnd her von einem mehr
zum andern von Mitternacht gegen Morgen vmblau=
ffen / vnd des Herrn wort suchen / vnd doch nicht finden
werden.

Herausgeber:
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)
Gegner:
Heusenstamm, Sebastian von (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
15 Bl. 4°
VD 16-Nummer
K 402
Bestandsnachweis HAB
H 465 (8). 4° Helmst.
Weitere Exemplare
140.10 Theol. (4); F 1435 Helmst. (10); 189.21 Theol. (8); 369 Theol. (12); 371 Theol. (13); 386.23 Theol. (3); 122.4º Helmst. (9)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Libius, Christophorus (aus Text oder Kolophon)

Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
1549 gab Matthias Flacius Illyricus bei Michael Lotter in Magdeburg eine Bulle Papst Pauls III. vom 31. August 1548 erneut heraus, die kuriale Bestimmungen zur Wiederaufnahme evangelischer Konvertiten in die römische Kirche, zur Priesterehe sowie zur Gestattung des Abendmahls in beiderlei Gestalt enthält. In einem polemischen Vorwort, in dem er den Mainzer Erzbischof, Sebastian von Heusenstamm, direkt anspricht, will Flacius aufzeigen, dass die bis zum Ende des Trienter Konzils gemachten, vermeintlichen Zugeständnisse des Papstes nur vorübergehend seien. Mit all diesen Bemühungen versuche der Papst eigentlich, die protestantischen Reichsstände in Deutschland wieder zur altgläubigen Praxis zu führen. Die Neuherausgabe der päpstlichen Bulle solle helfen, diese Rekatholisierungsbestrebungen sichtbar zu machen und zugleich die vermeintliche Verzahnung der kaiserlichen Politik mit den religionspolitischen Interessen der Kurie zu entlarven. Flacius kritisiert das Papsttum im Allgemeinen, das Interim, das Trienter Konzil und äußert sich zur Frage nach der Heilsrelevanz der so genannten „Adiaphora“. Den evangelischen Ständen, die gegenüber dem Kaiser oder Moritz von Sachsen Gesprächsbereitschaft signalisierten oder auf kaiserlichen Druck hin das Interim nahmen, wirft Flacius vor, die Wittenberger Reformation verraten zu haben.

Zitierhinweis

Bulla antichristi de retrahendo populo Christi, dt., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/cbca22dd-d085-4bde-a9b1-bd84552e965e>. (Zugriff am 27.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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