Bibliographie/Quellen

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Bulla antichristi de retrahendo populo Christi, dt. (VD16: K 403)

BVLLA des Anti=
christs / dadurch er das volck Gottes
widderumb in den eisern ofen der Egiptischen
gefengknis denckt zuziehen / gleichstimmig mit
des Meintzischen Rabsakes briefe. Daraus wol
zuuernehmen / was der Teufel durch seinen beide tu=
gent / das ist / durch den Mörderische(n) krieg wid=
der die Kirche Gottes / vnd durch sein lü=
gen / als da sind / Concilium / Inte=
rim / Mittelding / Chorrock /
denckt auszurichten.
Verdeudscht.
Esaiae 5.
Mein lieber hat einen Weinberg an einem fetten
ort / Vnd er hat jhn verzeunet vnd mit steinhauffen ver=
waret / vnd edle reben drein gesenckt / Er bawete auch ei=
nen Thurn drinnen / vnd grub eine kelter drein / vnd war=
tet das er drauben brecht / Aber er brachte heerlinge. Nu
richtet jhr Bürger zu Jerusalem / was wird man dem
Weinberge thun?
Amos 8.
Sihe / es kömpt die zeit / spricht der HERR / das ich
einen hunger ins land schicken werde / nicht ein hunger
nach brot / oder durst nach wasser / Sondern nach dem
wort des Herrn zuhören / das sie hin vnd her von einem
Meer zum andern / von Mitternacht gegen Morgen vmb
laufen / vnd des Herrn wort suchen / vnd doch nicht fin=
den werden.

Herausgeber:
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)
Gegner:
Heusenstamm, Sebastian von (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (aus Text oder Kolophon)
Kommentar Druck
anderer Druck als H 465 (8). 4° Helmst., Abweichungen nur im Satz der Bibeltexte
Umfang und Format
15 Bl. 4°
VD 16-Nummer
K 403
Bestandsnachweis HAB
G 672. 4° Helmst. (12)
Weitere Exemplare
455.3 Theol. (2); 513.9 Theol. (2)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Libius, Christophorus (aus Text oder Kolophon)
Umfang
Widmung/Vorwort A 2r- B 2v

Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
1549 gab Matthias Flacius Illyricus bei Michael Lotter in Magdeburg eine Bulle Papst Pauls III. vom 31. August 1548 erneut heraus, die kuriale Bestimmungen zur Wiederaufnahme evangelischer Konvertiten in die römische Kirche, zur Priesterehe sowie zur Gestattung des Abendmahls in beiderlei Gestalt enthält. In einem polemischen Vorwort, in dem er den Mainzer Erzbischof, Sebastian von Heusenstamm, direkt anspricht, will Flacius aufzeigen, dass die bis zum Ende des Trienter Konzils gemachten, vermeintlichen Zugeständnisse des Papstes nur vorübergehend seien. Mit all diesen Bemühungen versuche der Papst eigentlich, die protestantischen Reichsstände in Deutschland wieder zur altgläubigen Praxis zu führen. Die Neuherausgabe der päpstlichen Bulle solle helfen, diese Rekatholisierungsbestrebungen sichtbar zu machen und zugleich die vermeintliche Verzahnung der kaiserlichen Politik mit den religionspolitischen Interessen der Kurie zu entlarven. Flacius kritisiert das Papsttum im Allgemeinen, das Interim, das Trienter Konzil und äußert sich zur Frage nach der Heilsrelevanz der so genannten „Adiaphora“. Den evangelischen Ständen, die gegenüber dem Kaiser oder Moritz von Sachsen Gesprächsbereitschaft signalisierten oder auf kaiserlichen Druck hin das Interim nahmen, wirft Flacius vor, die Wittenberger Reformation verraten zu haben.

Zitierhinweis

Bulla antichristi de retrahendo populo Christi, dt., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a0939703-6665-42b4-b032-4e3b6a7385ba>. (Zugriff am 03.12.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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