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Wider die unchristliche Vermahnungsschrif des Bistums Naumburg (VD16: F 1565)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Widder die vnchrist=
liche Vermanungschrifft / des Bis=
thumbs zu Naumburg /
Durch Matth. Flacium Illyricum.
Marci 8.
Hütet euch vor dem Sawerteig der Phariseer vnd
Herodis. Denn ein wenig sawerteig verseurt den gantzen
teig / wie Paulus bezeuget.
Matth. 7.
Sehet euch für / fur den falschen Propheten / die in
Schaffskleidern zu euch komme(n) (als die Apostolischen /
Catholischen / Ordentliche / vnd Orthodoxi) inwendig
aber (das ist inn der warheit) sind sie reissende Wolffe.
An jhren früchten solt jhr sie erkennen. Kan man auch
draube(n) lesen von den dörnen / oder feigen von den disteln?
Das ist / wie ists müglich / das die Antichristische wolffe /
welcher Teufflisch Gottlos leben anzeiget / das sie gentz=
lich keinen Gott gleuben / für vnsere Seelen / recht sorgen
werden?

Gegner:
Bistum Naumburg

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
6 Blatt 4°
VD 16-Nummer
F 1565
Bestandsnachweis HAB
H 129 (3). 4° Helmst.
Weitere Exemplare
125.12 Quod. (6); H 465.4º Helmst. (12); J 180.4º Helmst. (10); 231.161 Theol. (13); 183.28 Theol. (21); 369 Theol. (22)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Dieser Druck stellt eine Antwort auf die 1550 erschienene "Christliche Erinnerung und Ermanung Herrn Julii Bischoffen zu Naumburgk an sein Volck" durch den Bischof von Naumburg, Julius von Pflug, dar, die den Seelsorgern des Stiftes von Naumburg bei der Taufe, Abendmahl, Eheschließung und bei den Kranken dienen sollte. Flacius warnt vor dieser Schrift, indem er darauf hinweist, dass sie durch einen Papisten verfasst sei. Seine Polemik bezieht sich zunächst auf das Konkomitanz-Argument, dass mit dem Leib Christi auch das Blut Christi ausgeteilt werde. In dieser Frage sei dem biblischen Bericht zu folgen, der Leib und Blut Christi deutlich voneinander scheide und sage, dass beides separat voneinander im Abendmahl ausgeteilt werde. Flacius übt Kritik an der Bezeichnung der Ehe als Sakrament. Die Ehe sei vielmehr ein Stück, "das zum weltlichen leben gehöret" und sei auch in anderen religiösen Zusammenhängen wie etwa im Islam vollständig vorhanden. Sie stelle kein äußeres Zeichen dar, mit dem Gott seine Zusage der Vergebung der Sünden den Menschen anbiete. Darum sei sie nicht als Sakrament zu bezeichnen. Die Alte Kirche habe ebenfalls die Ehe nicht als Sakrament bezeichnet. Die "christliche Ermahnung" gebe sich in ihrer Diktion evangelisch, enthalte aber die teuflische papistische Lehre. Darum warnt er vor ihrem Gebrauch im Bereich des Stiftes Naumburg.

Zitierhinweis

Wider die unchristliche Vermahnungsschrif des Bistums Naumburg, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f575d58c-db97-4d20-a049-421711618346>. (Zugriff am 28.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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