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Gründliche Verlegung aller Sophisterey (VD16: F 1410)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Gründliche verle=
gung aller Sophisterey / so Juncker
Jssleb / D. Jnterim / Morus / Pfeffinger / D.
Geitz in seinem gründlichen bericht vnd jhre gesel=
len / die andere Adiaphoristen / das Leipsische
Interim zu beschönen / gebrauchen.
Durch Matth. Fla. Illyricum.
GALAT. 1.
Oder gedenck ich menschen gefellig zu sein?
wenn ich den menschen noch gefallen wolte / so
were ich Christus Knecht nicht.
Das ist der Adiaphoristen Reim / voran an jhrem gr=
ündlichem bericht gedruckt / vn(d) reimet sich vber die masse
sehr fein auff jhr thun / denn sie suchen nicht dem Babst /
Verfolgern / vnd der Gottlosen Welt / gefellig zu sein /
durch jhr weichen vnd nachgben in der Religion / Auff
das sie nicht mit dem Creutz Christi verfolget werden /
sondern gute(n) fried vn(d) ruge haben. Süchen auch nicht
durch heucheln Fürstengnad vnd geschenck / Son=
dern Predigen jhnen die warheit Christi vnd
die Busse / Straffen auch jhre laster frey
scharff dürr vnd klar / wie für augen.
Denn sie wissen sehr wol / das der
welt freundschafft Gottes feind=
schafft sey. Jacobi 4.

Gegner:
Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (aus Text oder Kolophon) ; Melanchthon, Philipp (aus Text oder Kolophon) ; Pfeffinger, Johann (aus Text oder Kolophon) ; Major, Georg (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (erschlossen)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1551 (erschlossen)
Kommentar Druck
Lindenblatt vor Überschrift; gegenüber F 1411 erweiterte Fassung mit geändertem Titel. Reagiert auf Pfeffingers "Grüntlichen Bericht" (P 2326) und andere Gegenschriften. Flacius bekennt sich in dieser Schrift auch zur Verfasserschaft und Herausgeberschaft an verschiedenen pseudo- oder anonym erschienenen Schriften. Der Druck weist überdurchschnittlich viele Druckfehler auf.
Umfang und Format
46 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1410
Bestandsnachweis HAB
Yv 2554. 8° Helmst.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Flacius antwortet mit dieser undatierten Schrift (von Ende 1551 oder Anfang 1552, die kürzere erste Ausgabe ist mit 1551 datiert) aus dem belagerten Magdeburg auf verschiedene Schriften Pfeffingers und Majors, die er zum Teil mit Titel aufführt. Er wirft seinen Gegner vor, mit den Gegenschriften bis zur Belagerung gewartet zu haben. Er führt Drucke auf -- darunter viele eigene --, die in Magdeburg zum Streit veröffentlicht worden sind, wobei auf Blatt A 2r die Bezeichnung Magdeburgs als Gottes Kanzlei vorkommt. Nach einer ausführlichen und schon mit der Kontroverse beginnenden Zusammenfassung des bisherigen Diskussionsverlaufs setzt er sich ab Bl. D 4r noch einmal mit den Vorwürfen seiner Gegner auseinander. Die wichtigsten Punkte seiner Argumentation faßt er selbst auf Bl. L 4v so zusammen: "Denn wir haben beweist / das die Tyrannen nicht macht haben / die Caeremonien vnd Kirchengebreuch jhres gefallens zu lencken / Friede von den Verfolgern dadurch zuerlangen / vnd jhre gewalt zubekrefftigen. Jtem / das mann sich mit den Gottlosen gar nicht eins harsbreit / das Creutz zuuermeiden / vergleichen sol / vornemlich mit dem Antichrist. Wir haben auch beweist das die Adiaphoristen gantz vnd gar / widder alle vorige Handlungen / Reformation / Schriffte vnd meinungen des seligen D. Lutherst [!] / vnd jhrer selbs / handeln. Jch habe auch verlegt jhre Sophisterey / dadurch sie das Lepsische [!] Jnterim vertedigen. Jtem auff jhre lügen damit sie vns gedencken vnsere ehr abzuschneiden / geantwortet. Vnd zum letzten beweist / aus jhrem eignen worten vnd Schriffte(n) / das jhre jtzige Hendel mannigfeltiger weise Gottlos sein." Die Schrift bietet kaum ein neues Argument, aber einen Überblick über die Streitigkeiten und die volle Bandbreite der flacischen Rhetorik, mit Derbheit, Ironie, Sprachwitz, kräftigen Bildern, autobiographischen Aussagen und Appellationen. Mehrfach hebt Flacius die Bedeutung des Magdeburger Widerstands und dabei auch der Druckereien hervor.

Zitierhinweis

Gründliche Verlegung aller Sophisterey, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/da9f0c71-9a71-442f-95f5-23f23b90ff06>. (Zugriff am 11.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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