Bibliographie/Quellen

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Auslegung des Symbolum Apostolicum (VD16: M 2003)

Major, Georg (auf Titel)

Auslegung des
Glaubens / welcher das
Symbolum Apostolicum genand
wird / den einfeltigen Pfarherrn
vnd allen Hausuetern zu
dienste / in XX. Pre=
dig verfasset.
Durch
D. Georg. Maior.
Mit einer Vorrede / des M. Flacij
Illyrici schreien und schrei=
ben belangend.
1. Corinth. 11.
Jst jemand vnter euch / der lust hat
zu zancken / der wisse / das wir solche
weise nicht haben / die Gemei=
ne Gottes auch nicht.
Wittemberg.
1550

Gegner:
Flacius, Matthias (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Wittenberg (auf Titel)
Drucker
Georg Rhau Erben (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1550 (auf Titel)
Umfang und Format
252 Blatt 8°
VD 16-Nummer
M 2003
Bestandsnachweis HAB
J 214.8º Helmst. (2)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Bürgermeister und Rat
Datum
4.10.1550
Umfang
* 1v - A 4v

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit, Synergistischer Streit
Kommentar
In diesem Druck veröffentlicht der Wittenberger Theologieprofessor Georg Major die zwanzig Predigten, die er in Merseburg über das apostolische Glaubensbekenntnis gehalten hatte. In seiner Vorrede an den Merseburger Rat kommt er auf die adiaphoristischen Auseinandersetzungen zu sprechen. Christus und die Apostel hätten sich von den Hohepriestern und Schriftgelehrten nicht aufgrund des Chorrockes oder der priesterlichen Kleidung getrennt, sondern wegen deren Verfälschung der göttlichen Lehre und des wahren Gottesdienstes. So habe sich auch die lutherische Kirche vom Papsttum nicht aufgrund des Chorrockes oder Messgewandes getrennt, sondern weil der Papst die Lehre vom Glauben, von der Buße, vom Abendmahl des Herrn und viele andere Artikel verfälscht habe und mit seiner Sakramentsanbetung, der Heiligenanrufung, mit dem Fegefeuer, Wallfahrten und dem Ablass die Abgötterei etabliert habe. „Das wir aber des Chorrocks / Messgewands / der Mitteldinge vnd Adiaphoren halben / eine spaltung vnd trennung machen sollten / da behüt vns Gott für.“ Zu den tolerierbaren Adiaphora gehörten die Kleidung, die Speisegebote, der Chorrock und die Elevation. Ungleich viel wichtiger aber als die Adiaphora seien die Glaubensartikel von der Vergebung der Sünde, von der Buße, von dem rechten Gottesdienst und vom rechten christlichen Wandel und Leben zu bewerten. Die Anschuldigung des Flacius und seiner Konsorten entbehrten jeder Grundlage. Niemals sei in Wittenberg die Wahrheit verleugnet worden. In der neunten Predigt über den Satz „Und an Jesus Christus seinen einigen Sohn unseren Herrn“ kommt Major auf die Rechtfertigung zu sprechen: „Wir aber leren also das Christus Gottes Son allein / on alle zuthun vnser werck oder verdienst / vnser Jhesus / das ist heiland sey“, D 5 r-v. Allein um der Barmherzigkeit Gottes willen und um Christi willen werde der Mensch gerechtfertigt, nicht um seiner Werke willen. Gnade meine die Güte und Barmherzigkeit Gottes und nicht etwa eine eingegossene Gnade, die zum Tun der Werke befähige und verpflichte. „Hiedurch aber verwerffen wir die gute werck nicht / denn wir klar sagen / das niemand ONE gute werck kann selig werden / vnd das Gott einem jglichen nach seinen wercken lohnen wird.“, O 7v. Diese Äußerung Majors sollte den Initialfunken für den majoristischen Streit bilden. Im Anschluss an die neunzehnte Predigt kommt ein eigener Abschnitt „Von den Adiaphoris oder Mitteldingen“: Als Adiaphora würden kirchliche Zeremonien bezeichnet, die weder geboten noch verboten und von Menschen eingeführt worden seien. Sie dienten der guten Ordnung in der christlichen Gemeinde und seien nützliche Bräuche, die aber nicht nötig seien zur Seligkeit. Bräuche wie die Bedeckung des Kopfes der Frauen oder dass allein Männer und nicht Frauen öffentlich lehren und predigen dürften, gehörten ebenfalls in den Bereich der Adiaphora. Die Mitteldinge sollten zur Auferbauung der Gemeinde dienen. Die Satzungen seien darum auch je nach Gemeinde unterschiedlich und den jeweiligen Bedürfnissen und Traditionen angepasst. So würden an manchen Orten die Chorröcke, Alben oder Messgewänder getragen, an anderen wiederum nicht. Dies sei aber kein Trennungsgrund, sondern eine gute Verschiedenheit in den äußerlichen Bräuchen. Die Auseinandersetzung um den Chorrock, die einige Theologen so sehr errege, sei darum als völlig unnötig abzulehnen. Die Altgläubigen jedoch machten aus ihren Adiaphora verdienstliche Werke. Dieser Vorgang sei ebenso entschieden abzulehnen wie die Messen für Verstorbene, die Fronleichnamsprozessionen, die Lehre vom Fegfeuer, die Vigilien Seelmessen, das Segnen von Gegenständen und vieles mehr, das dem Wort Gottes widerspreche.

Zitierhinweis

Auslegung des Symbolum Apostolicum, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f90feece-aa93-4aae-a1fa-7bccf9330771>. (Zugriff am 29.05.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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