Bibliographie/Quellen

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Scriptum collocutorum augustanae confessionis; Abschied Gesandten Augsburgischer Konfession, lat. (VD16: S 5138)

Melanchthon, Philipp (aus Text oder Kolophon)

SCRIPTVM
Collocutorum Au=
GVSTANAE CONFESSIO
NIS, QVI IN VRBE VANGIONVM FVE=
runt, donec aduersarij colloquiu(m)
abruperunt, An-
no 1557.
Francoforti Apud
PETRVM BRV-
bachium.

Druck

Drucker
Braubach, Peter (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1557 (auf Titel)
Umfang und Format
3 Bl. 4°
VD 16-Nummer
S 5138
Bestandsnachweis HAB
--
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Wormser Gespräch
Kommentar
Lateinische Fassung der Schrift Melanchthons nach Abbruch des Wormser Religionsgesprächs, auf der letzten Seite A 3v datiert auf 1.12.1557 und unterzeichnet von den Vertretern der Augsburger Konfessionsverwandten ohne die Flacianer. Schon in der Überschrift betont Melanchthon, daß das Gespräch nicht weitergeführt werden konnte, weil die Widersacher es abbrachen, und überspielt die Spaltung der protestantischen Seite, indem er die Schrift genau denjenigen zuordnet, die in Worms waren, bis die Widersacher abbrachen -- also nicht denen, die vorher gegangen waren. Obwohl eine freundliche Unterredung über klärungsbedürftige Fragen ohne Haß und Sophisterei wünschenswert wäre, hätten die Widersacher versucht, den Schein zu erwecken als hätten sie in allen Sachen recht, und selbst öffentliche Lügen und Abgötterei zu verteidigen. Man habe sich bemüht, auf dem vom Reichstag veranstalteten Kolloquium gemäß dem Willen der Fürsten wie es sich unter Gelehrten geziemt die Gründe der eigenen Lehre darzulegen, zu den Artikeln Stellung zu nehmen und das Gespräch nicht zu sabotieren. Aber die Widersacher haben "arte distractionem" versucht, einen Vorwand zu fingieren, um das Gespräch abzubrechen. Nachdem sie öffentlich erklärt hätten, daß sie das Gespräch nicht fortsetzen wollten, habe man schließlich eine Erklärung überreicht, in der man den Konsens aller bezeugt habe, die "ex nostris Ecclesijs hic adfuerunt", mit den Gesprächen fortfahren zu wollen. Man habe sich in der Erklärung zu den Schriften der Apostel und Propheten, den Symbolen und der CA bekannt und bekräftigt, diese Confessio auch nicht ändern zu wollen. Diese Erklärung habe man für nötig gehalten, damit falsche Gerüchte gestreut würden, man wolle "noua dissidia accendere". Deshalb erklären die Unterzeichner, "nos omnes, qui hactenus hic mansimus", mit den Gesprächen fortfahren zu wollen. Sie bekennen ihren Wunsch nach Ruhe und Eintracht in ihren Kirchen, damit nicht die Anrufung Gottes durch irgendwelche internen Streitigkeiten verhindert werde und die Gemeinschaft (coetus), die sicher die wahre Kirche sei, in gegenseitigem Wohlwollen verbunden bleibe -- deutlich richten sich diese Passagen weniger an die katholische Adressaten. Nur wenige Sätze nach dem ersten Bekenntnis zur Schrift und zur CA folgt nun eine weitere Erklärung, inhaltsgleich und mit identischen Formulierungen. Noch einmal betonen sie: "inter nos, qui hic sumus, nullam esse de doctrina confessionis nostrae dissensionem. Hunc consensum nostrum publice omnibus notum esse uolumus, nec turbentur Ecclesiae calumnijs." -- Die offensichtliche Doppelung dieser Aussagen scheint auf eine unzureichende Redaktion des gedruckten Textes zurückzugehen, findet sich aber in dieser Form auch in den späteren Drucken und der deutschen Fassung. -- Die Autoren bitten Christus um Heilung der Wunden der Kirche. Sie appellieren an alle Menschen, die Wunden nicht zu vergrößern durch unnötiges Gezänk. Es habe immer "infirmitates et lapsus aliorum, qui sunt sanabiles" gegeben und werde es immer geben. Man solle nicht mit Härte gegen die vorgehen, die sich einer Ermahnung nicht halsstarrig widersetzen. Schließlich berufen sie sich auf das Gebot, daß man die Kirche nicht durch unnötiges Gezänk zerstören solle (sie verweisen dazu auf Sach 9.) und rufen dazu auf, die armen Kirchen zu schonen, "quae in hac mundi delira senecta & languidior & tristior est ... Id nos quidem, qui hic adsumus, facturos nos esse promittimus, nec defugimus iudicia eruditorum & piorum in nostris Ecclesijs." -- Insgesamt erweckt die Schrift den Eindruck, mehr auf die innerprotestantische Öffentlichkeit als die katholische Seite abzuzielen. Wenigen Vorwürfen an die Katholiken über den Abbruch der Verhandlungen stehen ausführlichen Bekundungen der Eintracht gegenüber: der Eintracht derer, die das Kolloquium nicht vorher verlassen hatten.

Zitierhinweis

Scriptum collocutorum augustanae confessionis; Abschied Gesandten Augsburgischer Konfession, lat., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/dada9d02-9434-423e-8731-a69e3fccfd19>. (Zugriff am 27.09.2020)

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