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Etliche merkliche Eigenschaften (VD16: F 1389)

Flacius, Matthias (auf Titel) , Aepin, Johannes (eigentlich Hoeck) (auf Titel)

Etliche merck=
liche eigenschaffte des H.
Euangelij vnnd des Glau=
bens / Jtem des Gesetzes vnnd
guter wercke / gegen einan=
der gesetzt oder
gehalten.
j. Pet. v.
Seid nüchter vnd wachet / denn ewer
widdersacher der Teuffel geht vmbher
wie ein brüllender lewe süchende. etc.
Das geschicht heutiges tages auch
vielfeltig / als das etliche vnrugige En
gel das Aue Maria widderumb in de(n)
vorigen gebrauch wollen bringen / der
anruffung der heiligen zu gute. Denn
was ist fur ein vnterscheidt zusagen
Gegrusset seistu Maria etc. vnd Ma=
ria bitte fur mich?
1554.

Gegner:
Major, Georg (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (erschlossen)
Drucker
Lotter, Michael (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1554 (auf Titel)
Umfang und Format
8 Blatt 8°
VD 16-Nummer
F 1389
Bestandsnachweis HAB
T 265.8º Helmst. (6)
Weitere Exemplare
Alv.: V 492 (7)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
In dieser Flugschrift bezieht Matthias Flacius Illyricus Stellung gegen die These des Wittenberger Theologieprofessors Georg Major, dass gute Werke nötig seien zur Seligkeit. Es sei eine Vermischung von Gesetz und Evangelium, wenn man meine, dass gute Werke auch nötig seien zur Seligkeit, und eine Verfälschung des Evangeliums von der geschenkten Gnade und den Wohltaten Christi, darin ein erschrockenes Herz allen Trost finde. Dieselben Menschen, die das Evangelium vergesetzlichten, schwächten auch das Gesetz ab und verträten damit eine subtile Antinomie. Um diesen beiden Irrtümern zu begegnen, nimmt Flacius eine Definition von Gesetz und Evangelium vor. Das Evangelium verkündige nichts außer Christus und sei eine Offenbarung. Das Evangelium gebe die Freiheit vom Gesetz und hebe dessen Verdammungsurteil auf. Wer Werke neben Christus als nötig zur Seligkeit behaupte, der mache Christus zum Diener der Sünden. Wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit käme, so sei Christus umsonst gestorben. In Christus seien alle Menschen gleich. Durch das Gesetz hingegen verdamme Gott den Menschen. Es sei unmöglich zu erfüllen. Wer dem Gesetz in einem ungehorsam sei, der sei an ihm als ganzem schuldig. Das Gesetz verstöre die Kirche Gottes, und es sei unmöglich, aus Werken gerecht zu werden. Das Gesetz mache die Gerechtfertigten zu Sündern. Es könne sogar den Verlust Christi bei einem Menschen bewirken und ihn aus der Gnade Gottes ausschließen. An diese kurzen Darlegungen des Flacius schließt sich ein „Kleines Bekenntnis von der Rechtfertigung“ an, das Johannes Aepin kurz vor seinem Tod gegen Major 1553 geschrieben habe. Der Mensch werde gerecht ohne Werke oder eigene Gerechtigkeit allein durch die Barmherzigkeit Gottes und um des Verdienstes Christi willen, die beide als Wirkursache den Menschen bewirkten. Der Glaube sei einer ausgestreckten Hand zu vergleichen, die die umsonst geschenkte Gerechtigkeit und Seligkeit empfange und annehme. Gute Werke seien nur die Frucht und Folge des Glaubens, nicht etwa eine causa sine qua non der Rechtfertigung selber, wie es die behaupteten, die lehrten, dass gute Werke nötig seien zur Seligkeit. „Welche weise zureden oder zuleren / halte ich gewis darfur / das sie sey zweyuelhafftig / sehr gefehrlich […] ein grund vnnd vrsach zu mancherleyen jrthumen vnd welche man auch in der kirchen Christi in keinem wege sol noch kann leiden.“, A 8r-v.

Zitierhinweis

Etliche merkliche Eigenschaften, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f0fd042b-d940-4fb7-b2f6-1601080b37e8>. (Zugriff am 11.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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