Bibliographie/Quellen

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Fünf vornehmliche und gewisse Zeichen (VD16: A 2361)

Amsdorf (Amsdorff), Nikolaus (auf Titel)

Fünff fürnemliche vnd
gewisse Zeichen aus
heiliger göttlicher Schrifft / so kurtz
vor dem Jüngsten tag gesche=
hen sollen.
Niclas von Amsdorff.
Lucae XXI.
WEnn dieses anfehet zugeschehen / So
sehet auff / vnd hebt ewre Heubter auff / Dar=
rumb / das sich ewer Erlösung nahet.
Matth. XXIIII.
Wachet vn(d) seid bereit / Denn jr wisset
nicht / welche stunde ewer HErr komen wird.
Was ich aber euch sage / das sage ich al=
len / Wachet / Mar. 13.

Gegner:
Pfeffinger, Johann (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Jena (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1554 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
16 Bl. 4°
VD 16-Nummer
A 2361
Bestandsnachweis HAB
334.4 Theol. (6)
Weitere Exemplare
369 Theol. (13); 521.5 Theol. (22); G 679.4º Helmst. (7)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Amsdorf will die Zeichen der Schrift untersuchen, die auf ein bevorstehendes Weltende hindeuten, dabei aber die astrologischen und sonstigen Vorzeichen hintanstellen. Er führt dazu 2 Thess 2 und 1 Tim 4 an und folgert: Vor dem jüngsten Tag werden die Herrscher der Christenheit den Glauben fahren lassen und sich an äußerliche Zeremonien hängen und diese den Gläubigen aufzwingen. Deshalb predige der Papst nur von seiner Opfermesse und von eigenen Verdiensten, und nicht den Glauben an Christus. Die päpstliche Kirche sei eine Larvenkirche. Daß der Papst der wahre Antichrist sei, davon zeuge Paulus an der selben Stelle. Der Antichrist werde lange Zeit nicht als solcher erkannt werden und in der Kirche herrschen. Doch vor dem Jüngsten Tag werde er offenbar und zu Schanden werden. Deshalb irrten diejenigen, die den Türken für den Antichrist hielten, denn dieser verfolge die Christen offenbar und nicht heimlich unter dem Anschein der Seligkeit. Luther habe aus Paulus und Daniel unleugbar klar bewiesen, daß der Papst der Antichrist sei. Seine wichtigsten Belege wolle A. zusammenfassen. Der Papst beanspruche, Haupt der Christenheit zu sein, er hat sich über alles erhoben, er verbiete Ehe und Speise. Wer mehr Belege wolle, solle bei Daniel, 1 Tim 4, 2 Tim 3, 2 Thes 2 nachlesen. Wer dem nicht glauben wolle, werde es wohl gewahr werden. Das dritte Zeichen sei das Ende des Römischen Reichs, wie es bisher bestanden habe. Die Fürsten seien untereinander uneins, und es sei unmöglich, daß das Reich in seiner Würde länger bestehen bleibe. Deshalb müsse eine Veränderung des Reichs folgen, und das könne keine andere sein als die des Jüngsten Tages, wie man aus Daniel leicht erkennen könne. Deshalb dürfe man eine Veränderung des Reichs weder erhoffen noch erwarten, denn es werde laut Daniel keine andere Monarchie mehr folgen. Jede Veränderung werde keinen Bestand haben, sondern flugs vom Jüngsten Tag beendet werden. DAs vierte Zeichen sei, daß das tägliche Opfer, nämlich die Predigt des Evangeliums aufhören werde und ein Greuel der Verwüstung menschlicher Tradition werde an dessen Stelle gesetzt. Diese Vorzeichen sei nun im vollen Schwang, "nicht nur unter den Papisten, sondern auch unter uns", wo geboten werde, die menschlichen Traditionen von der Narrenmesse, der Schmiere, den Speiseverboten und den anderen Zeichen des Antichrists neben dem Evangelium anzunehmen. Und diejenigen, die das nicht wollten, würden verjagt, inhaftiert, ihres Amtes beraubt und durch Heuchler ersetzt. Darum könne die Predigt des Evangelium nicht mehr lange Bestand haben. Das werde der Zeitpunkt sein, wenn der Menschensohn kommen werde. Das fünfte Zeichen sei gemäß Apk, daß man unter dem Namen des Evangeliums die Leute zwingen werde, das Tier anzubeten. Das Tier sei das römische Reich, das die Babylonische trägt und erhält. Die Malzeichen seien die päpstlichen Kanones und Zeremonien. Zu deren Anerkennung drängten die Adiaphoristen. Deshalb könne der jüngste Tag nicht mehr fern sein. Viele seien verführt worden und hätten die Malzeichen angenommen. Deshalb solle man die Warnung aus Eph 4 und Kol 2 beherzigen, sich nicht durch Menschenlehre verführen zu lassen. Damit meine Paulus das große und kleine Interim, mit dem die Adiaphoristen täuschen und verführen wollten. Auch unter dem Papsttum und bei den Lutherischen bete niemand den Antichrist als Antichrist an. Aber man bete ihn unter dem Schein Christi an, indem man seinen Malzeichen und Adiaphora annimmt und seine Zeremonien einhält. Damit werde Christus verleugnet, denn niemand könne zwei Herren dienen. Paulus nenne Menschensatzung im geistlichen Regiment der Kirchen Täuschung und Verführung der Menschen, wenn sie nicht nach Christus und seinem Wort eingerichtet sind, wie auch die gelehrten Juristen die armen Christen betrügen. Die Christen sollen in Geduld auf die erlösung Christi warten und die Gewalt der Adiaphoristen erdulden. Man solle sich vor dem menschlichen Zeremonien wie vor dem Teufel selbst hüten, denn alles müsse von Zion und Christus herkommen. Weil aber die Leipziger Ordnung und die drei Bücher der Adiaphoristen, die Pfeffinger aus Leipzig, Grimma, Pegaw und Zelle habe drucken lassen, nicht aus Zion kommen, sei jeder verflucht, der sie annehme. Christus habe nicht befohlen, Messe zu halten, die Kranken zu schmieren und die Speiseverbote einzuhalten. Auch hat er die anderen Adiaphora nicht befohlen. Hieraus könne man sehen, ob es richtig war, diese Adiaphora gegen Gottes Gebot der Christenheit aufzuerlegen. Denn alle Adiaphora würden zu Stricken der Seelen, wenn sie geboten werden. Mit der Zeit werde dann aus ihnen ein Gottesdienst, wodurch Wort und Glaube vertilgt würden. Es würden noch viele weitere Zeichen für das Nahen des Jüngsten Tages in der Schrift angeführt, so Fressen uns Saufen, Freien und sich Freien lassen, Gier, Sorge der Nahrung etc., was alles nun im Schwange sei und auf seinem Höhepunkt. Weil nun alle Zeichen erfüllt seien, so werde der Jüngste Tag nahe und vor der Tür sein. Es fehlten noch die äußeren Zeichen, daß der Himmel mit Krachen vor Feuer zergehe, die Erde verbrenne. Diese Zeichen würden Vorlauf und Anfang des jüngsten Tages sein. Aber nur weil diese Zeichen noch ausstünden, solle niemand glauben, daß der Jüngste Tag noch fern sei, sondern zu jeder Stunde damit rechnen. Wachen und warten heiße, von der Sünde lassen, Gott mit Ernst anrufen, damit man nicht im Gericht mit denen, die auf beiden Achseln tragen, zuschanden werde. Und wenn der Jüngste Tag noch länger ausbleiben sollte, komme er doch zu jedem, wenn Gott von hinnen fordere. Ein jeder in seinem Stand müsse deshalb seine Sünde bekennen: Könige und Fürsten die Unterdrückung ihrer Untertanen, Adel und Händler ihre Gier, Bürger, Bauern und andere Stände ihre Verachtung des Worts, Fressen, Saufen, Untreue, Pracht etc., womit die Welt wie mit einer Sintflut überschwemmt werde.

Zitierhinweis

Fünf vornehmliche und gewisse Zeichen, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fb634d52-6163-4415-a353-aa91c6a1d83d>. (Zugriff am 11.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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