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2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 1783.

Christlich Bedenken und Antwort auf die Frage der Stadt Regensburg (VD16: D 663)

Flacius, Matthias (auf Titel) , Peristerus, Hieronymus (auf Titel)

Christliche Confession
vnd Bekentnus / auch Antwort vnd
Bericht / auff den fürgelegten Extract eines Er=
barn Camerer vnd Rhats der löblichen Stadt
Regenspurg von dem gegenwertigen Streit=
te / der Erbsünde / gezogen vnd genomen
aus den Schrifften der Prophe=
ten vnd Apostel.
M. Hieronymus Peristerius.
Jtem / Matthiae Flacij Jllyrici von der besten Schlich=
tung dieses Streitts von der Erbsünde / sampt
seinem Beschlus.
Aus der Bekentnus der Kirchen
zu Regenspurg.
VON der Erbsünde vnd freiem Willen des
Menschen halten vnd leren wir / Der Mensch sey
von NATVR jtzt todt durch die Sünde / so viel
ewiges Leben vnd ewige Seligkeit belanget / Genes. 2.
Eph. 2 sey eitel Finsternus / Johan. I. darzu ein Widerwerti=
ger vnd Feind Gottes / gefangen vnter des Teuffels Ge=
walt / Rom. 7. 8. 2. Timo. 2. welcher Wort vnd Reden
die Schrifft eben also gebraucht / beydes miteinander an=
zuzeigen / das das gute zum Leben allerding gar da=
hin sey / vnd nichts mehr vorhanden / dargegen
eine böse widerwertige Art vnd Natur an die
statt komen.
1574.

Druck

Erscheinungsjahr
1574 (auf Titel)
Umfang und Format
71 Bl. 4°
VD 16-Nummer
D 663
Bestandsnachweis HAB
176.5 Theol.(13)
Weitere Exemplare
335.5 Theol.(4); 519.6 Theol.(9)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (erschlossen)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Erbsündenstreit
Kommentar
Mit diesem Druck legt Hieronymus Peristerius, Pfarrer in Regensburg, sein Bekenntnis zur Erbsündenfrage ab. Dieser Druck wurde von ihm bereits vier Jahre später förmlich widerrufen (D 667). Das Vorwort schreibt Matthias Flacius Illyricus, mit dem sich Peristerius 1574 noch einig weiß. Er beruft sich zunächst auf seine beiden Drucke „Angelus tenebrarum“ (F 1252) und „Origo praesentis controversiae de originali peccato“ (ZV 5910), in der er seine ausführlich vorgetragen habe. Die papistische Lehre von der Unversehrtheit der guten geschöpflichen Substanz des Teufels und der Menschen habe ihren Ursprung bei Dionysius Areopagita. Danach stelle sowohl die Erb- wie auch die Tatsünde keine Substanz dar, sondern lediglich ein zufälliges Akzidenz. Luther habe dieser Lehre entgegengehalten, dass die Erbgerechtigkeit und Erbsünde dem Wesen und der Natur der menschlichen Seele wesentlich zukomme. Er habe die Ausdrücke "qualitas" und "accidens" in diesem Streit ausdrücklich verworfen. Die Sünden seien vielmehr identisch mit der Natur und dem Wesen des Menschen. Die Erbsünde sei zu bestimmen als die "Böse Gestalt / Natur und Wesen des Menschlichen Hertzens / Sinn vnd Gemüte", a 4r, nicht aber als ein erschaffenes und eingegossenes Akzidenz. Sünde sei alles, das gegen den Geist und das Gesetz Gottes sei, während die Erbsünde identisch mit dem bösen Fleisch sei, das stets gegen den Geist und das Gesetz Gottes gelüste. In dieser Frage habe bis vor wenigen Jahren Einigkeit im lutherischen Lager geherrscht. Auch Heshusius habe 1562 in seiner Schrift "de servo hominis arbitrio" (H 3138) noch geschrieben: universa scritpura testatur, totum hominem nihil esse nisi peccatum, semen Satanae & filium irae Dei. Flacius weist auf seinen triplex consensus (F 1505) hin, in dem seine Einigung mit Andreae dokumentiert sei. Danach sei die Erbsünde zu bestimmen als das, "das in der H. Schrifft genennet wird / der alte Mensch / das Fleisch / der Sinn des Fleisches / das steinern Hertz", b 4r. Als weiterer Zeuge der alten lutherischen Erbsündenlehre wird Nikolaus Selnecker mit seiner "Institutio" (ZV 14334). Der alte Adam sei wahrhaft identisch mit der Sünde und ein Gräuel vor Gott. Adam sei in das Bild des Satans transformiert worden, das sich auf seine Nachkommen vererbt. Dieses Bild des alten Adams werde in der Taufe ersäuft, damit der neue, seiner Substanz nach veränderte Mensch auferstehen könne.

Zitierhinweis

Christlich Bedenken und Antwort auf die Frage der Stadt Regensburg, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a396bf6e-4ef1-4822-9efc-7513f011f18b>. (Zugriff am 28.11.2021)

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