Bibliographie/Quellen

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Ein Sermon von der Rechtfertigung (VD16: A 387)

Aepin, Johannes (eigentlich Hoeck) (auf Titel)

Ein Ser=
mon von dem
Artikel der Rechtfer
tigung zu Lübeck ge
than / durch den Ehr
wirdigen herrn
Doctorem Iohannem
Aepinum, am Sön=
tage Inuocauit, Anno
1551.

Herausgeber:
Junckebauer, Sebastian (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Lübeck (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Balhorn, Johannes (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1551 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
32 Bl. 8°
VD 16-Nummer
A 387
Bestandsnachweis HAB
J 751.8° Helmst.(2)
Weitere Exemplare
--

Widmung

Empfänger
Bürgermeister und Rat (aus Text oder Kolophon)
Datum
3.5.1551
Umfang
A 1v - A 4v

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit, Widerstand gegen das Augsburger Interim
Kommentar
Dieser 1551 bei Johann Balhorn in Lübeck gedruckte Text gibt eine im selben Jahr durch den evangelischen Theologen Johannes Aepin am Sonntag Invocavit gehaltene Predigt wieder. Die Aepin-Predigt wurde durch den evangelischen Lübecker Bürger Sebastian Junckebauer herausgegeben, der diese Schrift dem Bürgermeister sowie dem Rat der Stadt Lübeck widmete. Die Umstände der Entstehung des vorliegenden Drucks lassen die Vernetzung seiner religiösen Inhalte mit der Politik der Stadt Lübeck, darüber hinaus aber auch mit der religionspolitischen Situation des Jahres 1551 erkennen. Zusammen mit anderen mehrheitlich evangelischen Städten Norddeutschlands – zu nennen wären unter anderem Hamburg oder Bremen – leisteten Rat und Bürgerschaft der Stadt Lübeck seit 1548 energischen Widerstand gegen das Augsburger Interim und die kaiserliche Religionspolitik. So hatte Aepin beispielsweise bereits im Jahre 1548 eine dezidiert hanseatische Streitschrift gegen das Interim bei Joachim Lew in Hamburg in Druck gehen lassen („Bekanntnus und Erklerung auffs Interim durch der Erbarn Stedte Luebeck, Hamburg, Lueneburg etc“, VD 16 A 354). Während es Karl V. gelang, mit Hilfe militärischen Drucks den Interimsbestimmungen innerhalb der süddeutschen Reichsstädte zumindest teilweise Geltung zu verschaffen, und während Kursachsen im Zuge des Schmalkaldischen Krieges ebenfalls unter den kaiserlichen Einfluss geraten war, verblieben die niederdeutschen Städte bis 1552 bei ihrer schroff ablehnenden Haltung dem Interim gegenüber und konnten in Folge durch das kaiserliche Vorgehen auch nicht von ihrem Standpunkt abgebracht werden. Auf diese Vorgänge spielt Aepins Text, von Junckebauer redigiert und herausgegeben, deutlich an. Aepin, der erste evangelische Superintendent Hamburgs, avancierte nach der Verkündigung und Inkraftsetzung des Interims zum bedeutendsten Protagonisten des evangelischen Widerstandes in den norddeutschen Hansestädten; in seiner Invocavit-Predigt von 1551 blickt er auf die Widerstandserfolge der vergangenen drei Jahre in Lübeck zurück. Junckebauer dankt in seiner der Aepin-Predigt vorausgeschickten Widmung ausdrücklich dem Rat und der Lübecker Bürgerschaft für ihre evangelische Standhaftigkeit. Viele Jahre hindurch sei die reine Lehre in Lübeck verbreitet worden, obwohl der Teufel immer wieder versucht habe, durch mannigfaltige Listen die Gläubigen zu täuschen und zu betrügen. In diesem Darstellungsmotiv ist eine indirekte Anspielung auf das Interim und die dieses kaiserliche Religionsedikt unterstützenden altgläubigen Gegenspieler zu erkennen, denn Aepins Interpretation zufolge war die kaiserliche Aufforderung von 1548, das Interim anzunehmen, eine solch diabolische „Versuchung“, der jedoch die Lübecker glaubensstark drei Jahre lang widerstanden. Christus werde jedoch alle, die auf rechtgläubige Weise zu ihm beteten, erhören und retten. Der Text ist weniger von argumentativer Kritik oder Polemik gegenüber den altgläubigen Gegnern geprägt als vielmehr von dem Versuch, die Lübecker in ihrem bisherigen religionspolitischen Kurs zu bestärken und das offenbar gute Verhältnis zwischen dem Rat der Stadt und den das Interim bekämpfenden evangelischen Theologen zu befestigen, zugleich aber auch den Widerstandsgeist der kaiserlichen Religionspolitik gegenüber in dieser Hansestadt am Leben zu erhalten.

Zitierhinweis

Ein Sermon von der Rechtfertigung, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/fc1c1f83-6548-490d-88e4-1df59f705208>. (Zugriff am 13.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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