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Bedenken, ob gute Werke zur Seligkeit nötig sind (VD16: B 1456)

Mansfelder Prediger

Bedencken / das diese
Proposition oder Lere / nicht nütz /
not / noch war sey / vnnd one ergernis
in der Kirchen nicht möge ge=
leret werden.
Das gute werck zur seligkeit nötig sind.
Vnd vnmüglich sey / one gute werck se=
lig werden.
Gestellet durch die Prediger zu Mansfelt / Vnnd
vnterschrieben von andern Predigern
derselben Herrschafft.
Romano. iiij.
Dem / der nicht mit wercken vmbgehet / gleubet aber
an den / der die Gottlosen gerecht machet / dem wird sein
glaube gerechnet zur gerechtigkeit. Gottlose sind / die nicht
allein keinen verdienst / sondern gar keine gute werck für Gott haben.
Vnd also kümpt der Mensch allein zur gerechtigkeit vnd seligkeit.
Luth. Vber das j. Cap. zun Galatern.
Die falschen Aposteln haben geleret / das zu dem glau=
ben / auch die werck des Gesetzes Gottes / nötig sind zur se=
ligkeit.

Herausgeber:
Flacius, Matthias (erschlossen)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1553 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
18 Blatt 4°
VD 16-Nummer
B 1456
Bestandsnachweis HAB
Alv.: Ef 104 (16)
Weitere Exemplare
251.18 Theol.(14)
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 3, Nr. 6, S. 280-314.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Wie aus der Nachschrift hervorgeht, wurde dieses Bekenntnis von Flacius herausgegeben, nachdem Georg Majors "Sermon von der Bekehrung von S. Pauli" (M 2186) erschienen war. Zunächst betonen die Prediger, dass alle Christen schuldig seien, gute Werke zu tun. Gott habe die menschliche Natur zu Gehorsam, Ehre und Lob geschaffen, er habe seinen Sohn gesandt, damit die Menschen der Gerechtigkeit leben und den Heiligen Geist, der zum Guten erwecken und der Schwachheit aufhelfen soll. Dennoch müsse der Unterschied von Gesetz und Evangelium gewahrt bleiben. Weil die Proposition "Gute Werke sind nötig zur Seligkeit und es ist unmöglich, ohne gute Werke selig zu werden" nach ihrem natürlichen Verständnis den Werken zu viel zuschreibe, solle sie dem Volk nicht gepredigt werden. Sie sei nicht schriftgemäß, widerspreche der lutherischen Rechtfertigungslehre, hebe das Kreuz Christi auf, vermische Gesetz und Evangelium, ziehe Missverständnisse und die Notwendigkeit zu umständlichen Erklärungen nach sich und gebe Anlass zu Ärgernissen. Auch sei es nicht sinnvoll diese Proposition lehren, um die Leute wieder fromm, züchtig und gehorsam zu machen, da damit unterstellt sei, die lutherische Lehre biete eine Rechtfertigung für unsittliches Verhalten. Dass die Unordnung in der Gesellschaft tatsächlich oder vermeintlich seit Beginn der Reformation zugenommen habe, liege nicht am Evangelium, sondern sei mit dem Wirken des Teufels in der Endzeit, Einflüssen des Papsttums, der Unfähigkeit der Menschen mit der neugewonnenen evangelischen Freiheit umzugehen und einer durch das Wegfallen der altgläubigen Frömmigkeitsübungen verzerrten Wahrnehmung. Auch müssten die Obrigkeiten ihre Rolle als Schützer der göttlichen Ordnung besser wahrnehmen. Wen nur dem Teufel durch das Gebet gewehrt, das Papsttum aus den Herzen gerissen würde, die Obrigkeit ihr Amt ausübte, jeder auf sich und nicht auf andere sähe, dann bräuchte es keine gefährliche und ärgerliche Rede wie "Gute Werke sind nötig zur Seligkeit", sondern mit Gottes einfältigen Worten könnte alles erreicht werden. Es folgt die Liste der Unterzeichner. Als Appendix auf D 3v-4r fügte Flacius einen Angriff gegen Georg Major an, der weit schärfer formuliert ist als die vorhergehende Schrift.

Zitierhinweis

Bedenken, ob gute Werke zur Seligkeit nötig sind, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f06af15a-0560-4bcc-a06a-2c7ef61045dc>. (Zugriff am 06.06.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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