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Eine prophetische Bußpredigt (VD16: B 8996)

Bucholtzer, Georg (auch Buchholzer, Buchholtzer) (erschlossen)

Ein Prophetische
Buspredigt für die jenigen / So
den erkanten vnd bekanten Christum mit
dem Antichrist vnd seinem hauffen verfol=
get haben / oder noch verfolgen.
Mit einer Vorrede Matt. Fla. Jlly.
Lucae 19.
Vnd als Christus nahe hinzu kam / sahe er die stadt Hie=
rusalem an / vn(d) weinet vber sie vn(d) sprach. Wen(n) du es wüstest /
so würdestu auch bedencken / zu dieser deiner zeit / was zu dei=
nem frieden dienet / Aber nu iists vor deinen augen verborgen.
Das ist / du kanst durch deine klugheit / nicht anders befinden
denn das alle gefahr / so dir itzt verhanden sein möchten /
allein daher kommen / das vmb meinet willen die Römer ko=
men könten. So du aber mich vnd meine lehre verleugnen /
hassen vnd vergolgen würdest / so würde es mit deinem Friede
vnd wolfart keine noth haben. Wolan fahr hin /
du wirst es gewar werden / Bin ich an=
derst warer Gottes Son.

Herausgeber:
Flacius, Matthias (auf Titel)
Gegner:
Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (erschlossen)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1551 (erschlossen)
Kommentar Druck
weitere Ausgabe ZV 25014; in VD 16 auf 1547 datiert, aber laut HAB-OPAC: "Nach den Typen Druck von Christian Rödinger in Magdeburg"
Umfang und Format
4 Bl. 4°
VD 16-Nummer
B 8996
Bestandsnachweis HAB
248.13 Theol.(8)
Weitere Exemplare
Gött SB 8 MULERT 507(15) Halle UB AB 155 223(13) Jena UB 4ºBud.Theol.254(17) Mü SB 4ºH.ref.142d; 4ºPolem.2043/1; 4ºTheol.5364:15 NY UTS D 1041 Wien NB 20.Dd.223; 39.G.60
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (auf Titel)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Widerstand gegen das Augsburger Interim, Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Wiedergabe eines angeblichen Briefs des Berliner Propst Georg Buchholzer an Kurfürst Joachim von Brandenburg mit Glossen von Matthias Flacius. In seinem Vorwort beklagt Flacius den Verrat der adiaphoristischen Vergleichung mit dem Antichrist, der dem Teufel unzählige Seelen zugeführt worden seien, denn nur wenige unter den Evangelischen hätten sich solcher Verfehlung nicht schuldig gemacht. Diesem Feuer in der Kirche müsse man wehren, doch die falschen Brüder ließen sich weder durch Worte noch durch Taten überführen. Sie behaupteten vielmehr, aus christlichen Motiven gehandelt zu haben, obwohl durch ihre Handlungen das gottlose Wesen des Antichrists wieder aufgerichtet werde. Deswegen könne man sie nur dem göttlichen Zorn überantworten. Um wenigstens noch einige zu retten, veröffentliche er diese "Bußpredigt". Das von Flacius als Predigt bezeichnete Schreiben an den Kurfürsten, datiert auf Jubilate (1.5.) 1547, beginnt mit biblischen Verweisen auf Absalon und die Galiläer, die der Turm in Siloah erschlug, und beklagt nun solches Blutvergiessen auch in Sachsen mit ansehen zu sollen. Der Kurfürst möge "als ein Friedfertiger bey Key. Maie. helffen bitten / das weitter verderbunge / Mord / oder Blutuergiessung der armen Leute ... möchten verbleiben." Der Kurfürst möge auch Johann Friedrich von Sachsen in seiner Gefangenschaft besuchen und trösten. Weiterhin könne der Autor als Seelsorger seinem Fürsten nicht vorenthalten, daß der Schwager von Magister Eisleben (Agricola) krank geworden sei. Es folgt eine umfangreiche Schilderung des Krankenlagers, auf dem besagter Schwager, der immer gegen die Sachsen gewesen sei, im Todeskampf den Eisleben und den Kaiser verflucht habe und ihnen göttliche Strafe angekündigt habe. Flacius kommentiert diese Schilderung mit sarkastischen Glossen.

Zitierhinweis

Eine prophetische Bußpredigt, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/c591bbc9-51ef-45c9-bd38-3a469c43503d>. (Zugriff am 13.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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