Bibliographie/Quellen

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Eine Predigt wider die Abgötterei (VD16: K 2208)

Krage, Tilemann (auch Kragen, Cragius, Tilomann) (auf Titel)

Eine predigt wi
der die Abgötterey vnnd
grewel der Bepstischen Stiffte
vnnd Thüme geschehen am
dritten Sontage des
Aduendts.
Durch Tilomanum Kra=
gium Superintendenten
zu Hildesheim.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (erschlossen)
Drucker
Lotter, Michael (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1553 (erschlossen)
Umfang und Format
24 Bl. 8°
VD 16-Nummer
K 2208
Bestandsnachweis HAB
K 295.8º Helmst. (19) unvollst.
Weitere Exemplare
Berl DSB Dg 5573 Wf K 292.8ºHelmst.(5); T 265.8ºHelmst.(5); Yv 468.8ºHelmst.(5) Wien NB 77.Aa.133
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Widerstand gegen das Augsburger Interim
Kommentar
Diese Adventspredigt (vermutlich der 3. Advent des Jahres 1548) Tilmann Krages, des Hildesheimer Superintendenten, reiht sich in das Genre der evangelischen Streitschriften gegen das Augsburger Interim von 1548 ein. Sie unterscheidet inhaltlich deutlich zwischen der als rechtgläubig aufgefassten evangelischen Lehre und der von ihr verworfenen altgläubigen Lehre, die der Autor unverhohlen als „papistische Abgötterei“ bezeichnet. Kern der theologischen Bezugnahme ist hierbei der Regress auf die Rechtsfertigungslehre: Während die Anhänger der Wittenberger Reformation davon ausgingen, durch den Glauben, d.h. ohne Werke selig werden zu können, vermeinten die Altgläubigen – der offensichtlichen Meinung Krages zufolge – durch die „Gerechtigkeit der Werke“ die Seligkeit zu erlangen. Krage bezieht die Ausführungen des Matthäusevangeliums bezüglich der Wunderzeichen und Heilstaten Christi auf die protestantische Lehre. Da die Evangelischen diesen Heilstaten und Wunderzeichen im Glauben an Christus folgten und davon ausgingen, dass allein der Glaube an Christus gerecht mache, sei ihre die rechte Lehre, während die Aussagen der Heiligen Schrift bezüglich „falscher Lehre“ auf das Papsttum projiziert werden. Es schwingt zudem Kritik an der Reichspolitik Kaiser Karls V. mit, wenn der Autor beispielsweise darauf eingeht, die Gewalt des Römischen Reiches hätte rechtgläubige Reichsstände und Städte bedrängt. Ein Bezug zu den Vorkommnissen des Schmalkaldischen Krieges ist hier unverkennbar. Abschließend wird die Prophetie des Danielsbuches auf das Papsttum übertragen, dem unverhohlen Abgötterei, religiöse Greuel sowie Kultusfrevel unterstellt werden. Als Summe all dieser Abkehr der römischen Kirche vom wahren Christentum erscheint Krage aber das Interim von 1548, dessen Artikel schroff verworfen werden.

Zitierhinweis

Eine Predigt wider die Abgötterei, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a0b973f9-a526-47ef-b764-305d31d62607>. (Zugriff am 06.06.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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