Schimpfwort des Monats

Die Autoren der Streitschriften pflegten eine starke und sehr bildhafte Sprache. In einer Zeit, in der die Alphabetisierungsrate sehr niedrig lag, war es ein probates Mittel, den Gegner durch Beschimpfung wirksam und einprägsam zu charakterisieren und zu beschreiben, um so die eigene inhaltliche Argumentation zu verstärken. Die polemische Sprache ist auch als Ausdruck der starken inneren Beteiligung der Kontrahenten zu verstehen. An dieser Stelle werden einzelne Invektiven aus dem Schriftencorpus im Zitat nachgewiesen und erläutert.

Schimpfwörter nach Alphabet

Lügenmaul

Herr, errette meine Seele von Lügenmeulern vnd von den falschen Zungen. (Nikolaus Gallus, Gegenbericht auf D. Pfeffingers Glossen (1550), unsere Ausgabe Bd. 2, 741,1) Mit diesem Zitat aus Ps 120 (Ps 120,2) begann Nikolaus Gallus seine...

Weiterlesen

Lassdünken

O jr jungen Rotzlöffel vnd Lasstüncken, gleich als verstünde ich euch nicht, wenn man einem etwas, das er rechts vnd ehrlichs gethan, zu ehrn wil verschweigen, so will man sein rechtthun vmbkehren, felschlich deutten, als hette er vnrecht...

Weiterlesen

Lumpensetzer

Aber dieser Procurator [Matthias Flacius Illyricus] hat nur eine Taschen vnd kein Gewissen [= ist geldgierig/bestechlich und gewissenlos], weist sich auch öffentlich aus, das eben sie die rechten, waren Lumpensetzer vnd Schreiber sein, wie sie...

Weiterlesen