Schimpfwort des Monats

Die Autoren der Streitschriften pflegten eine starke und sehr bildhafte Sprache. In einer Zeit, in der die Alphabetisierungsrate sehr niedrig lag, war es ein probates Mittel, den Gegner durch Beschimpfung wirksam und einprägsam zu charakterisieren und zu beschreiben, um so die eigene inhaltliche Argumentation zu verstärken. Die polemische Sprache ist auch als Ausdruck der starken inneren Beteiligung der Kontrahenten zu verstehen. An dieser Stelle werden einzelne Invektiven aus dem Schriftencorpus im Zitat nachgewiesen und erläutert.

Schimpfwörter nach Alphabet

Schalk, Grundschalk

... gleichwie Cain mit seinem Bruder redet vnd sich freündtlich stelt, ob er wol imm hertzen jn zu tödten gedacht, Also hat diser grundtschalck Alphonsus seinem Bruder die allerbessten wort gegeben, biß er hinderwerts jn als ein rechter Papist...

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Saucerdos

Es reymet sich wol hierher: Dann wie das Sacrament ist, also soll auch der Bischoff sein: Ein Sawsacrament soll ein Sawbischof geben, wie diser Sawcerdos ist. (Erasmus Alber, Dialogus vom Interim (1548), unsere Ausgabe Bd. 1, S. 570,26–28)....

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Schneiderkönig

Im Jahr 1559 veröffentlichten die "Wittenberger Professoren" eine überaus umfangreiche Sammlung von Briefen und Akten, mit der sie dem Vorwurf, sie hätten Ende der vierziger und zu Beginn der fünfziger Jahre des 16. Jahrhunderts den...

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Scharrhans

Auch ist jtzundt fürnemlich diese vermanung hoch vonnöten, das kein seelsorgerleichtfertiglich von seiner herd fliehen soll, ob jhm gleich jemand aus den Obersten Regenten solches gebieten würde. Denn sie [die Seelsorger] sind nicht knecht...

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