Schimpfwort des Monats

Die Autoren der Streitschriften pflegten eine starke und sehr bildhafte Sprache. In einer Zeit, in der die Alphabetisierungsrate sehr niedrig lag, war es ein probates Mittel, den Gegner durch Beschimpfung wirksam und einprägsam zu charakterisieren und zu beschreiben, um so die eigene inhaltliche Argumentation zu verstärken. Die polemische Sprache ist auch als Ausdruck der starken inneren Beteiligung der Kontrahenten zu verstehen. An dieser Stelle werden einzelne Invektiven aus dem Schriftencorpus im Zitat nachgewiesen und erläutert.

Schimpfwörter nach Alphabet

Drecktätlein

Hernachmals ist solche gantze Handlunge durch den Jllyricum, wie er sich selbs inn seinen Drecktetlin rhümet in Druck gegeben vnd vom jm vnd andern auch vnangefochten blieben. (Georg Major, Ein Sermon von St. Pauli … Bekehrung (1553), unsere...

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Diltap

Zum andern hab ich jr auch deste mehr eingefüret, das sie nicht sprechen, wann ich nur ein einiges eingefürt hette, es mochte jm vielleicht ongencklich also entfaren sein, wie der alte Tieltappe zu Gota ein mal zu mir saget, da ich jm D....

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Duckmäuser

Solcher arth [wie sein Bruder, König Ferdinand] ist auch Carolus [Kaiser Karl V.], der Tückmeüser! Sein hertzliche frewd sihet er yetzt, dz Teütschland so verheeret vnnd außgesogen wirdt, gleichwie Nero seine lust sahe, als er Rom an zwelff...

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