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Blesensis, Petrus (auch Petrus von Blois)

GND: 118923927

geb. ca. 1135, gest. 1204, Theologe

Petrus von Blois stammte aus einer adligen Familie in der Bretagne, studierte in Chartres, Tours und Paris die Artes, anschließend in Bologna und Paris Jura und Theologie. Nach Abschluß seiner Studien ging er nach Sizilien an den Hof König Wilhelms II., wo er als Erzieher des noch unmündigen Königs tätig war. Nach 1169 kehrte er nach Paris zurück, um an der dortigen Universität zu lehren, und folgte 1174 Reginald Fitz-Jocelin, als dieser zum Bischof von Bath ernannt wurde, als Archidiakon nach England. Zeitweilig diente er als Sekretär am englischen Hof Heinrichs II. und reiste als Kanzler der englischen Erzbischöfe mehrfach nach Rom. 1191-1195 fungierte er als Sekretär der Witwe Heinrichs, Eleanor. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er als Archidiakon von London und Dekan von Wolverhampton, wozu er erst damals zum Priester geweiht wurde. P. von Blois ist als Vertreter des beginnenden „Frühhumanismus“ anzusehen, seine Schriften zeigen Kenntnisse der antiken Autoren und der Kirchenväter. Einige seiner Texte sind in die „Carmina Burana“, die Liedersammlung aus Benediktbeuren, eingegangen. In der Kontroverse um die Adiaphora veröffentlichte Matthias Flacius Texte von Petrus von Blois zusammen mit zwei Träumen Melanchthons.

Archives Biographiques Françaises (ABF): I 835,136-154

Zitierhinweis

Blesensis, Petrus (auch Petrus von Blois), in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <https://www.controversia-et-confessio.de/id/d140c5d6-cfef-447a-b518-67e6f03b1774>. (Zugriff am 29.01.2023)

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