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Heyden, Sebald

GND: 11678735X

Schulmann, Musiktheoretiker und Kirchenlieddichter. Am 8. Dezember 1499 in Bruck bei Erlangen als Sohn eines Bierbrauers geboren, wuchs H. in Nürnberg auf, wohin seine Eltern kurz nach seiner Geburt gezogen waren. 1505–1510 besuchte er dort die Schulen St. Lorenz und St. Sebald. 1513 nahm er sein Studium in Ingolstadt auf, das er 1519 mit der Magisterwürde abschloss. Er ging in die Steiermark, wo er zunächst Lehrer in Knittelfeld und Bruck an der Mur wurde, um vom 2. Februar–23. April 1519 das Kantorat in Leoben zu übernehmen. Nach Nürnberg zurückgekehrt, wurde er als Kantor an die Spitalschule zum Hl. Geist berufen, deren Rektorat er 1521 übernahm. Als 1523 der Reichstag in Nürnberg abgehalten wurde, spielte H. anstatt der Antiphon Salve regina, mater misericordiae eine selbst vorgenommene christozentrische Umdichtung Salve Jesu Christe, rex misericordia. Eine heftige literarisch-theologische Kontroverse war die Folge. Doch schaffte Nürnberg noch im selben Jahr alle Marienantiphonen ab. 1525 übernahm H. das Rektorat der Schule St. Sebald, das er bis zu seinem Tod innehaben sollte. 1540 dichtete er das bekannte Passionslied „O Mensch, bewein dein Sünde groß“. In einem Kolloquium, das 1554 aufgrund des osiandrischen Streites abgehalten wurde, führte H. das Protokoll. Seine größte Bedeutung für die Nachwelt kommt H. als Musiktheoretiker zu. Er starb am 9. Juli 1561 in Nürnberg.

Jö Adl 2, 1582

NDB 9, 70.

BBKL 2, 807

Quellen

1554
Assertio Christiana; H 3339  (Autor)
Assertio christiana, quod per sanguinem, mortem et obedientiam Christi ... omnes credentes iustificentur <dt.>; H 3340  (Autor)
1560
Katalog oder Register der Bücher des Herrn Caspar Schwenckfeld; K 139  (Autor des Vorwortes, Herausgeber)

Zitierhinweis

Heyden, Sebald, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/ea7c1376-c65c-44b8-b217-6f942ace1133>. (Zugriff am 01.04.2020)

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