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Andreae, Predigt über das Gesetz und die Person Christi (VD16: A 2520)

Andreae, Jakob (auf Titel)

Ein Christliche Predigt
Vber das Euange=
lion Matthei am 22. Cap.
vom Gesetz / vnd der Per=
son Christi.
In wölcher von rechtem verstand vnd gebrauch
des Gesetzes / deßgleichen vom heiligen Eu=
angelio / vnd der Person Christi / vnnd dann
auch von dem hochwürdigen Abendmal
deß HErrn / gehandelt wirdt /
In gegenwertigkeit deß Durch=
leuchtigen / Hochgebornen Fürsten vnd Herrn /
Herrn Ludwigen / Hertzogen zu Würtenberg
vnd Teck / Grauen zu Mümpelgarten / etc. vnd
jhrer Fürstlichen Gnaden geliebten Ge=
mahels / etc. auch deß Fürstlichen
Hoffgesinds /
Gehalten Sontags / den 28. Septembris
Anno / etc. 78.
Im Schonbuch / in Würtenberg /
Durch
Jacobum Andreae D.
Leipzig.
1579.

Druck

Erscheinungsort
Leipzig (auf Titel)
Drucker
Steinmann, Hans (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1579 (auf Titel)
Umfang und Format
20 Blatt 4°
VD 16-Nummer
A 2520
Bestandsnachweis HAB
G 105.4° Helmst. (7)
Weitere Exemplare
Yv 32.8º Helmst.; J 146.4º Helmst. (4)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Abendmahlslehre und Christologie
Kommentar
Predigt über Mt 22, 34-46 gehalten vor Herzog Ludwig von Württemberg. Eingangs erörtert Andreae die Tatsache, daß es Streit und Disputieren unter den Christen gebe und stellt sie als unvermeidlichen Zustand dar, den es immer gegeben habe und geben werde. Ausgehend von der Perikope wendet sich A. rasch der Frage des Gesetzes zu und welche Aufgabe dem Prediger des Gesetzes zukommt, nämich den Gläubigen zu vermitteln, wie sie in der Einfalt ihres Glaubens erhalten werden. Aus dem summarischen Begriff aller göttlichen Gebote leitet A. über zur Unmöglichkeit, die Gebote zu erfüllen. Die Predigt des Gesetzes führe nicht dazu, daß die Gläubigen selig werden, sondern daß sie zu Christus getrieben werden. Deshalb habe Christus in der Perikope nach der Frage nach dem Gesetz die Frage an die Pharisäer gestellt, wessen Sohn Christus sei. Damit eröffnet A. die Diskussion über die menschliche Natur Christi, erörtert die Bedeutung der "Rechten Gottes" und verwirft die Lehren der Sakramentierer, die versuchten, mit der menschlichen Vernunft diese Lehre zu verstehen. Weiter behandelt er die göttlichen Eigenschaften Christi und wendet sich gegen das lokale Verständnis der Rechten Gottes, wobei er sich besonders gegen die Anwendung in der Abendmahlslehre ausspricht und Beza direkt dafür angreift, daß die Sakramentierer die Menschheit Christi von der Allmacht ausnehmen, was eine "erschröckliche lösterung" sei. A. führt Lutherzitate zur Abendmahlslehre der Sakramentierer an. Nun sei aber laut A. ein neuer Teufel aufgetreten, der noch schlimmer sei als der Sakramentsteufel und der leugne, daß Christus nach seiner menschlichen Natur Anteil an der Allmacht Gottes habe. Diese Lehre führe zur Leugnung der Gottheit Christi, weshalb viele ihrer Anhänger sich den Arianern oder dem Koran zugewandt hätten. A. stellt es dem Herzog anheim zu urteilen, ob solche Sakramentierer noch Christen sein. Mit einem Lutherzitat über Zwingli leitet A. über zu der Frage, ob die Sakramentierern, die die lutherische Abendmahlslehre als "Brotgott" u.ä. verhöhnen, nicht schlimmer seien als die Papisten. Solchen Lästerern solle man scharf entgegentreten. Denn der Teufel reagiere rasch, und wenn man das Papsttum hinter sich gelassen habe, "leget er sich bald auff die ander seiten." A. entschuldigt sich, daß er die lästerlichen Lehren der Sakramentierer wiedergebe; er wolle auch nicht diejenigen verurteilen, die von den Calvinianern verführt seien, aber warne vor der mutwilligen Bosheit der Calvinianer mit ihrer erdichteten Ubiquität. Der ausführlich dargelegten Verwerflichkeit dieser Lehre stellt A. die trostreiche, fröhlichmachende eigene Lehre gegenüber, deren beständiger Grund in den einfältig verstandenen Einsetzungsworten liege. Damit lenkt er zurück auf die Majestät Christi, durch die Gott die Menschen geehrt habe, was diese daran erinnern soll, sich in ihren Ständen wohl zu verhalten. Die Majestät Christi spende drittens auch Trost im Sterben, der als Mittler zwischen den Menschen und Gott gesetzt sei. Dieser Trost werde von den Sakramentierern bestritten. Die Gemeinde möge Gott danken, daß er sie vor deren verfälschten Lehren bewahre. Auf E 3r - E 4v gibt A. noch einmal eine Zusammenfassung der Predigt.

Zitierhinweis

Andreae, Predigt über das Gesetz und die Person Christi, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/bb7df923-aaef-4c68-aa6a-dee1c873c5ac>. (Zugriff am 22.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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