Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 1231.

Waldner, Verzeichnis der beschwerlichen Punkte bei Georg Maior (VD16: W 881)

Waldner, Wolfgang (auf Titel)

Verzeichnis / Der
beschwerlichen Puncten / in D. Ge=
org Maiors Vorrede / Vber die
newe Postill der Sontag
Euangelien.
Darinnen auch gründtlich / vnd mit
Warheit / aus sein vnd der seinen selbs eig=
nen Büchern erwiesen wird / Das sie der
Lere halben von D. Luther seli=
gen nur gar zu weit weichen.
Vnd darüber andere
vnbilliche schme=
hen.
Durch
Wolffgangum Waldnerum.
Auffs new vbersehen vnd gemehret.
Johan. 6.
Von dem an giengen seiner Jünger viel hinder=
sich / Vnd wandelten fort nicht mehr mit jhm.
1564.

Gegner:
Major, Georg (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Eisleben (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Gaubisch, Urban (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1564 (auf Titel)
Umfang und Format
59 Blatt 4°
VD 16-Nummer
W 881
Bestandsnachweis HAB
H 147 (10). 4° Helmst.
Weitere Exemplare
J 173.4º Helmst. (16); H 172.4º Helmst. (11); Yv 122.8º Helmst. (6); K 62.4º Helmst. (2); S 290b.4º Helmst. (12); 238.6 Quod. (4); Alv.: De 82 (5); 280.11 Theol. (9)
Digitalisat
Verknüpfung zu Volltextdigitalisat - Externes Angebot

Vorwort

Autor
Waldner, Wolfgang (erschlossen)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
In diesem Druck, der die Zweitauflage des titelgleichen Druckes W 880 darstellt, setzt sich der Regensburger Pfarrer Wolfgang Waldner kritisch mit der Widmungsvorrede der „PRIMA PARS HOMELIARVM IN EPIstolas Dominicales“ Georg Majors (Erstauflage: 1556, M 2036; deutsche Übersetzung dieser Widmung 1562 separat erschienen: M 2058) auseinander. Major behaupte vollmundig, die Lehre Martin Luthers zu vertreten, und verbreite unter diesem Heiligenschein seine Irrlehren. Doch hätten sich schon das Weimarer Konfutationsbuch, das Bekenntnis der Grafschaft Mansfeld und die Lüneburger Artikel gegen die Richtigkeit dieser Behauptung Majors ausgesprochen. Major sei der Urheber des Streites über die Notwendigkeit guter Werke zur Seligkeit. Er habe nach dem Interim die These vertreten und verteidigt, gute Werke seien nötig zur Seligkeit, und stehe nach wie vor zu dieser Irrlehre. Nachdem sich Major und seine Wittenberger Kollegen mit dem Leipziger Interim den päpstlichen Irrlehren angenähert hätten, seien sie den Calvinisten in Freundschaft entgegengekommen. Kein Wittenberger Theologe habe auch nur ein Buch gegen die reformierten Irrlehren verfasst. Die Wittenberger Professoren hätten die Lehre Luthers verlassen, indem sie die Nötigkeit guter Werke zur Seligkeit verträten, Kompromisse mit dem Papst in den Adiaphora gemacht hätten und die Existenz eines freien Willens in der Bekehrung des Menschen verträten. Kein Wort hätten sie zur steten Berufung calvinistischer Theologen auf die Übereinstimmung zwischen ihrer und der Wittenberger Theologie geschrieben. Nachdem Menius und Melanchthon schon bekannt hätten, dass sie in der Interimfrage zu weit gegangen seien, stehe Major ziemlich allein da mit seiner Position, die das Leipziger Interim noch immer verteidige. Der Satz „Gute Werke sind schädlich zur Seligkeit“ stamme zwar von Amsdorf und müsse darum auch von ihm verantwortet werden, sei jedoch in dem Sinne richtig, dass gute Werke schädlich seien für die Menschen, wenn man sie als nötig zur Seligkeit betrachte. Dass die guten Werke den Gläubigen schädlich oder für sich selbst genommen schädlich seien, habe niemals ein Theologe behauptet. Major behaupte, dass die Seligkeit schon in diesem Leben anfange als Vergebung der Sünden und im Anfang eines neuen Lebens. Daraus ergebe sich aber auch, dass der Glaube ohne gute Werke weder gerecht noch selig mache. Imputatio und inchoatio würden so miteinander zu einer Gerechtigkeit vermischt. Die Wittenberger hätten das reformatorische „sola fide“ aufgegeben, indem sie im Leipziger Interim die Position verteidigt hätten, dass der Glaube nur „fürnehmlich“ gerecht und selig mache, die Werke jedoch auch präsent sein müssten. Menius vertrete die Position, dass die Heiligung oder Erneuerung durch den heiligen Geistes nötig sei zur Seligkeit. Major habe in der „QVARTA PARS HOMELIARVM IN EPISTOLAS DOMInicales“ (M 2039) seine Sicht dahingehend präzisiert, dass die Erneuerung neben der Rechtfertigung notwendig vor Gottes Gericht und in den guten Werken erkennbar und sichtbar sei. Mit dieser Lehre stünde er jedoch in direktem Gegensatz zu Luther. Melanchthon und seine Schüler widersprächen mit ihrer Lehre, dass der menschliche Wille das Geschenk des Glaubens annehmen könne, dem mere passive Luthers. Auch in ihrer Abendmahlslehre seien sie von der reinen Lehre Luthers abgefallen, indem sie eine Position verträten, die ohne manducatio oralis und impiorum auskomme.

Zitierhinweis

Waldner, Verzeichnis der beschwerlichen Punkte bei Georg Maior, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/abfbd670-73d0-473c-a4fc-88ca05ddbf75>. (Zugriff am 08.04.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht