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von Amsdorf, Wider die Synergia Victorini (VD16: A 2409)

Amsdorf (Amsdorff), Nikolaus (auf Titel)

Niclas Von Ams=
dorff / Wider die Synergia
Victorini.
Nemlich
Das der Mensch in seiner Bekerung /
kein Synergiam noch modum agendi, habe noch
haben kan / das ist / allerding nichts mit
wircke in seiner Bekerung / Sondern
sey Gottes gnedige wir=
ckung allein.
Esa. 64.
Wir sind dein Thon / Du bist vnser Töpffer.
Rhom. 9.
Hat nicht ein Töpffer macht aus einem klumpen zu
machen ein Fass zu ehren / vnd das ander zu vnehren.
ANNO.
M. D. LXIIII.

Gegner:
Strigel, Victorinus (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Eisleben (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Gaubisch, Urban (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1564 (auf Titel)
Umfang und Format
12 Blatt 4°
VD 16-Nummer
A 2409
Bestandsnachweis HAB
H 147 (11). 4° Helmst.
Weitere Exemplare
418.7 Theol. (10); 459.1 Theol. (6); K 62.4º Helmst. (4); Alv.: U 164 (3)
Edition
Edition geplant
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Mit dieser Schrift wendet sich von Amsdorf gegen die seiner Ansicht nach synergistische Lehre Victorin Strigels von der Bekehrung des Menschen. Strigel hatte im Anschluss an seinen Lehrer Melanchthon neben dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist den zustimmenden menschlichen Willen als dritte Bedingung der Bekehrung vertreten. Damit mache Strigel die Seligkeit des Menschen zu dessen eigenem Werk, die Mitwirkung des menschlichen Willens zur Bedingung. Damit aber behaupte er nichts weniger als dass nicht Gottes Gnade allein zum Heil führe, sondern auch der menschliche Wille an der Erlangung des Heils teilhabe. Nicht nur Gott, sondern auch dem Menschen käme damit der Ruhm zu, an seiner eigenen Bekehrung mitgewirkt zu haben. Nach dieser schriftwidrigen Theologie hätte der Mensch die Möglichkeit, sich aus eigenen Kräften auf die Gnade Gottes vorzubereiten. Gott würde so nicht mehr die Gottlosen, sondern die Frommen mit ihren guten Werken rechtfertigen. Der Mensch sei mitnichten als Block oder Stein zu bezeichnen, wie von den Gegnern böswillig unterstellt. Auch Amsdorf wolle dem Menschen in seiner Bekehrung nicht den Verstand und Willen nehmen. Vielmehr bleibe der Mensch auch in seiner Bekehrung als creatura intelligens et volens erhalten. Doch forme Gott in der Bekehrung nach seinem ewigen Ratschluss allein aus Gnaden den menschlichen Willen wie ein Töpfer den Ton. Der menschliche Wille sei durch die Erbsünde derart korrumpiert und unter den Willen des Teufels gefangen, dass er rein gar nichts an seiner Bekehrung mitwirken könne. Die Bekehrung des Menschen hängt für Amsdorf ganz und gar an der Gnadenwahl Gottes. Im Menschen sei nur noch eine aptitudo passiva vorhanden, sich formen und regieren zu lassen. Der Akt der Wiedergeburt sei so zu beschreiben als ein modus patiendi und keinesfalls als ein modus agendi. Die Lehre vom freien Willen sei von den altgläubigen Philosophen entwickelt und von Melanchthon gegen Luthers Lehre vom unfreien Willen wieder in die evangelische Kirche eingeführt worden. Hiergegen sei festzuhalten, dass es kein liberum agens weder vor Gott noch in weltlichen Dingen gebe, sondern jeder Wille ganz und gar unter der Herrschaft Gottes stehe.

Zitierhinweis

von Amsdorf, Wider die Synergia Victorini, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/be745045-6d61-4515-847e-d15cebed7499>. (Zugriff am 15.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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